Ein Kirchendieb wird auf frischer Tat ertappt, schweigt jedoch über seine Motive. Ardeija, der Hauptmann der Hochgerichtswachen, nimmt die Ermittlungen auf. Aber wem kann er dabei trauen, wenn der langjährige Gerichtsschreiber gefährliche Geheimnisse hat, die bescheidene Nachbarin auf einmal einen verdächtig kostbaren Mantel besitzt und selbst auf die ortsansässigen Geister nur bedingt Verlass ist? Ein neues Abenteuer in Aquae Calicis beginnt.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Was soll ich sagen? Es macht einfach Spaß in die Welt von Maike Claußnitzer einzutauchen. Mittlerweile kommt mir Aquae Calicis wie eine zweite Heimat vor. Ich liebe die quirligen kleinen Geschöpfe, die wie selbstverständlich neben den Menschen existieren. Mein ewiger kleiner Held ist und bleibt Drache Gjuki, der diesmal auch selbst einiges zu erzählen hat. <3
Wie immer sind auch die Figuren einfach herzerwärmend liebenswert. Asri mit ihrer starken Persönlichkeit, kam bisher eher mal als Nebenfigur ins Bild, diesmal dürfen wir sie als Hauptfigur erleben und das lohnt sich! Überhaupt ist es immer wieder beeindruckend, wie vertraut einem die Figuren in den Büchern dieser Autorin sind. Selbst die neuen schlängeln sich einem ruckzuck ins Herz.
Ich kann den Ringeltaubenmantel wieder nur empfehlen. Maike Claußnitzer ist eine Meisterin der leisen Geschichten. Ohne künstliches Drama oder überspitzte Gewalt, dafür mit spannendenen Verwicklungen und Geheimnissen und einer genüsslichen Portion Humor, schafft sie es immer wieder, dass ich mit ihren historischen Romanen (auch wenn es eine erfunde Realität/Vergangenheit ist) die Zeit vergesse.
Kassandra
5/5
04.01.2022
Buch (Taschenbuch)
Ein neues Abenteuer, das begeistert!
Maike Claußnitzer hat ja nun schon mehrere Kurzgeschichtenbände und Romane veröffentlicht, die in derselben Welt angesiedelt sind und deren Figurenriege sich so überschneidet, dass daraus eine große, sehr unterhaltsame Geschichte rund um die Bewohnter in und um Aquae Calicis entsteht. Man kann jeden Teil einzeln und unabhängig von den anderen lesen und sich dabei bestens unterhalten, aber wie bei einem Mosaik macht es noch viel mehr Spaß, sobald man das ganze Bild sieht und die Zusammenhänge und Bezüge erkennt. Und mit etwas Glück wird das Bild noch größer werden, denn man kann einfach nicht anders, als all diese Leute liebzugewinnen.
Im "Ringeltaubenmantel" sieht man das mittlerweile vertraute Aquae Calicis aus ungewohnter, neuer Perspektive, und das nicht nur, weil diesmal neben Ardeija - dem Hochgericht quasi in Personalunion, weil Herrad und ihre Wölfe allesamt verreist sind zu einem nicht sonderlich ersprießlichen Familientreffen - auch seine Mutter Asri eine Erzählstimme bekommt, und sie beobachtet, erforscht und kommentiert herrlich trocken und mit teils boshaftem Humor und hitzigem Temperament, was sich in der Stadt und rund um die Familie so tut: verdächtige Umtriebe in der Nachbarschaft, Zauberei, allerhand Geister, vertraute und berüchtigte Spione, zwielichtige Adelige, heimtückischer Verrat, geplante, vereitelte sowie vollendete Morde, ein verstockter Kirchendieb, der mit seinem Wunsch nach Rache gefährliche und weitreichende Verwicklungen auslöst, ein viel zu neugieriger, aber umso hilfreicherer Ivar (der einmal mehr beweist, warum er eine meiner Lieblingsfiguren ist) ... und auch Gjuki, Ardeijas kleiner Drache, kommt zu Wort. Alte Freundschaften werden auf die Probe gestellt, neue geschlossen, Familienbande werden überraschend enger geknüpft, und ganz egal, wer ihnen Steine in den Weg legen möchte, Ardeija und Asri haben die Lage fest im Griff, ob es nun um rein familiäre oder hochoffizielle Angelegenheiten geht. Denn schließlich hat Ardeija einiges gelernt von Richterin Herrad, wenn es darum geht, andere Leute einzuschätzen und letztendlich zu überzeugen, und Asri ist darin ohnehin ein Naturtalent. In diesem Band ist das Aufklären und Verhindern von Verbrechen eindeutig Familiensache!
Wie immer schafft die Autorin es, mit eleganter Sprache ihre Figuren lebendig werden zu lassen, so dass man gerne ihren ebenso klugen wie scharfzüngigen Gedanken lauscht und ihnen dabei über die Schulter schaut, wie sie mit einigem Geschick und Beharrlichkeit Geheimnisse aus Vergangenheit und Gegenwart lüften, Rätsel lösen und gefährliche, angeblich unmögliche Wunder vollbringen. Wobei Asri mit abenteuerlustiger Entschlossenheit Dinge in Angriff nimmt, die sogar einen erfahrenen Magus erblassen lassen. Denn wenn jemand mit Nadel und Faden und nötigenfalls Gespenstern umgehen kann, dann Asri, und da wird es ein lumpiger Zaubermantel doch nicht wagen, sich ihren Reparaturbemühungen zu widersetzen. Aber wenn man willens ist, sogar unliebsame Schreiber oder sonstige Störenfriede notfalls an einen Tigergeist zu verfüttern ("tigris scriptorem terret", oder so ;-)), kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.
Kurz, ich kann auch den "Ringeltaubenmantel" nur empfehlen, einfach weil die Geschichte ungemein unterhaltsam und vergnüglich zu lesen ist, weil ihre Vermischung von historischen Anspielungen, erfundener Wirklichkeit und magischer Welt in ihrer Natürlichkeit eine ganz eigene Faszination ausübt, und weil man von Ardeija, Asri, Ivar, Gjuki und dem Tigerkhan und ihrem ganzen Anhang samt Gegenspielern gar nicht genug bekommen kann.
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