Produktbild: In unserer Zeit

In unserer Zeit Roman im Fragment

1

20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2022

Herausgeber

Wolfgang Hariolf Spindler

Verlag

Morio

Seitenzahl

196

Maße (L/B/H)

21,7/13,9/2 cm

Gewicht

356 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-945424-97-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.03.2022

Herausgeber

Wolfgang Hariolf Spindler

Verlag

Morio

Seitenzahl

196

Maße (L/B/H)

21,7/13,9/2 cm

Gewicht

356 g

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-945424-97-1

Herstelleradresse

Morio
Bernburger Str. 2
06108 Halle
Deutschland

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Ein Lese-Ereignis für unsere Zeit

Bewertung aus Brühl am 17.04.2022

Bewertungsnummer: 1693717

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Cover des Romans „In unserer Zeit“ von Hans-Dieter Sailer hat mich neugierig gemacht. Da sieht man den Ausschnitt von einem Bücherregal mit offenbar älteren gebundenen Werken und dazwischen Gläser mit eingelegten Gurken. Was mag es damit auf sich haben? Das Buch entpuppt sich als Leseereignis. Unmittelbar wird man in die Welt eines gewissen Historikers Gregor Londron hineingezogen, der anscheinend im jetzigen Franken (vermutlich Würzburg) lebt und gelegentlich als Archivar tätig ist. Vor allem aber ist er mit seinem Leben beschäftigt, welches aus dem bevorzugten Alleinsein, dem Besuchtwerden von äußerst burschikosen Damen sowie dem Zusammensein mit Freunden, die sich zu Epigonen erhöhen, beim Weintrinken besteht. In dieser fragmentarischen Welt stellt Gregor Betrachtungen über das Leben und allerlei zeitgeistliche Phänomene an. Er sucht offenbar nach tieferem Sinn in allem Tun und ist bereit, dafür auch gestalterisch tätig zu werden. Das Beisammensein im Freundeskreis wird von ihm zu einer Art Salon – wenngleich im Wirtshaus situiert – umfunktioniert, in dem der Reihe nach jeder Teilnehmer einen literarischen Beitrag beisteuern muss, einzige Voraussetzung „im Stil des 19. Jahrhunderts“, des wahren Jahrhunderts aus der Sicht des Romantikers Gregor. Der Leser staunt, rätselt und lacht, was da alles zum Vorschein kommt. Sailer erzählt bildstark und in einer Sprache, die den Leser hineinzieht, mitnimmt, fesselt. Die Kapitel sind durchaus unterschiedlich. Stark sind die Rückblicke in die Kindheit im Oberfränkischen; an die Verrücktheiten der offenbar der Erinnerung des in Kronach geborenen Autors entsprungenen Erlebnisse kommen die artifiziellen Erzählungen der Epigonen nicht heran; was hier an Situationen und Personen auftritt, ist real zugleich wie hochskurril. Das Leben schreibt die besten Geschichten! Überhaupt ist Sailers Werk wie ein Spaziergang durch ein Museum mit Schaukästen (in Bayreuth gibt es sowas noch im Keller, mit alten Bühnenbildern von Wagners Opern), mit jedem Kapitel wird eine neue Szene beleuchtet, die der Autor gemeinsam mit seinem Protagonisten und dem Leser ergründet und bewertet. Eine kurzweilige Lektüre. Man würde sich mehr davon wünschen. Wie geht es weiter mit Gregor? Doch das Buch bricht jäh ab, genauer gesagt bei der Überschrift „Locarno I“ des nächsten Kapitels. Wir erfahren im Nachwort des Herausgebers, dass Sailer über der Abfassung seines Romans nur 56jährig verstorben ist. Es gibt wohl noch mehr im Nachlass, hoffentlich kommt es ebenfalls heraus. Ein Leben außerhalb von Regalen mit Gurkengläsern – was und warum das so ist, erfährt man natürlich auch – sollte „In unserer Zeit“ sicher sein!

Ein Lese-Ereignis für unsere Zeit

Bewertung aus Brühl am 17.04.2022
Bewertungsnummer: 1693717
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Das Cover des Romans „In unserer Zeit“ von Hans-Dieter Sailer hat mich neugierig gemacht. Da sieht man den Ausschnitt von einem Bücherregal mit offenbar älteren gebundenen Werken und dazwischen Gläser mit eingelegten Gurken. Was mag es damit auf sich haben? Das Buch entpuppt sich als Leseereignis. Unmittelbar wird man in die Welt eines gewissen Historikers Gregor Londron hineingezogen, der anscheinend im jetzigen Franken (vermutlich Würzburg) lebt und gelegentlich als Archivar tätig ist. Vor allem aber ist er mit seinem Leben beschäftigt, welches aus dem bevorzugten Alleinsein, dem Besuchtwerden von äußerst burschikosen Damen sowie dem Zusammensein mit Freunden, die sich zu Epigonen erhöhen, beim Weintrinken besteht. In dieser fragmentarischen Welt stellt Gregor Betrachtungen über das Leben und allerlei zeitgeistliche Phänomene an. Er sucht offenbar nach tieferem Sinn in allem Tun und ist bereit, dafür auch gestalterisch tätig zu werden. Das Beisammensein im Freundeskreis wird von ihm zu einer Art Salon – wenngleich im Wirtshaus situiert – umfunktioniert, in dem der Reihe nach jeder Teilnehmer einen literarischen Beitrag beisteuern muss, einzige Voraussetzung „im Stil des 19. Jahrhunderts“, des wahren Jahrhunderts aus der Sicht des Romantikers Gregor. Der Leser staunt, rätselt und lacht, was da alles zum Vorschein kommt. Sailer erzählt bildstark und in einer Sprache, die den Leser hineinzieht, mitnimmt, fesselt. Die Kapitel sind durchaus unterschiedlich. Stark sind die Rückblicke in die Kindheit im Oberfränkischen; an die Verrücktheiten der offenbar der Erinnerung des in Kronach geborenen Autors entsprungenen Erlebnisse kommen die artifiziellen Erzählungen der Epigonen nicht heran; was hier an Situationen und Personen auftritt, ist real zugleich wie hochskurril. Das Leben schreibt die besten Geschichten! Überhaupt ist Sailers Werk wie ein Spaziergang durch ein Museum mit Schaukästen (in Bayreuth gibt es sowas noch im Keller, mit alten Bühnenbildern von Wagners Opern), mit jedem Kapitel wird eine neue Szene beleuchtet, die der Autor gemeinsam mit seinem Protagonisten und dem Leser ergründet und bewertet. Eine kurzweilige Lektüre. Man würde sich mehr davon wünschen. Wie geht es weiter mit Gregor? Doch das Buch bricht jäh ab, genauer gesagt bei der Überschrift „Locarno I“ des nächsten Kapitels. Wir erfahren im Nachwort des Herausgebers, dass Sailer über der Abfassung seines Romans nur 56jährig verstorben ist. Es gibt wohl noch mehr im Nachlass, hoffentlich kommt es ebenfalls heraus. Ein Leben außerhalb von Regalen mit Gurkengläsern – was und warum das so ist, erfährt man natürlich auch – sollte „In unserer Zeit“ sicher sein!

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In unserer Zeit

von Hans-Dieter Sailer

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