WarWarum treffen sich eine Österreicherin und ein Mauretanier vor dem tschechischen Arbeitsamt? Wo versteckt sich ein verängstigtes Model vor dem wütenden Mob? Wer packt bei Patrizia seinen inneren Virologen aus? Warum tauscht Vea Rosen gegen Margeriten? Was macht die spielsüchtige Emma in Yvonnes Küche? Diese und noch weitere teils autobiographischen teils frei erfundenen Geschichten finden sich in diesem Bädchen.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Berührendes, Humorvolles, Aufrüttelndes und Spannendes übers Frau-Sein und zu weiblichen Themen
"Weibergeschichten" ist nach "Kitsch" und "Bald bin ich alt und brauche das Geld" ihr drittes Werk. Wie der Name schon verrät, hat sie für ihr neues Buch 17 Kurzgeschichten verfasst, die sich im weitesten Sinne mit dem Frau-Sein oder mit weiblichen Themen befassen. Diese "Klammer", die diesmal im Vordergrund steht, fand ich schon beim ersten kurzen Hineinschmökern interessant. Schließlich habe ich es – wie auch ihre beiden anderen Werke – an einem Nachmittag verschlungen. Man taucht erneut in das Leben einer, wie ich finde, äußerst interessanten, weltoffenen Frau ein und wird in kleinen Dosen – detailreichen Momentaufnahmen – in den Bann gezogen. Es gibt wieder Abenteuerliches, Berührendes, Spannendes und Humorvolles, aber auch Gesellschaftskritisches und Aufrüttelndes zwischen Stadt und Land, zwischen Coming-out als bisexuelle Frau und gesellschaftlichen Konventionen, zwischen der Ferne und der Nähe, zwischen Familienleben und toxischen Beziehungen, zwischen Liebes-Abenteuern und Stalking. Man startet mit der Geschichte "Schattierungen" und bekommt gleich einmal selbst den Spiegel vorgehalten in puncto Erwartungshaltung. Mit solchen Erwartungshaltungen spielt die Autorin gerne, mit dem, was uns die Gesellschaft unbewusst in die Köpfe manövriert, und löst es dann humorvoll oder berührend auf. Diese spannenden Twists machen ihre Geschichten aus, genauso wie ihre wunderbare Sprache. Detailreich und bildhaft. Mit einer Prise Sarkasmus, Humor oder Gefühl. Mir hat das Buch – wie auch schon die vorigen Werke – wieder sehr gefallen. Nicht nur aufgrund der Sprache, der Twists und dieser Beobachtungsgabe, sondern natürlich auch erneut, weil wir uns in vielem ähnlich sind und in unser beider Leben bereits Stationen in der Ferne und in der Nähe, in der Stadt und am Land, stattgefunden haben. Neben "Schattierungen" haben mir vor allem die Geschichten "Die Spinne", Geisterstunde" und "Taxi" gefallen. Schmunzeln musste ich auch bei der Geschichte "Weibergeschichten" – dafür hat sich die Autorin von einem Buch des großen Roman Sandgrubers inspirieren lassen. Liebe Innisa, ich weiß nicht, ob du das weißt, aber Sandgruber stammt aus meinem Heimatort im Mühlviertel. Was für Zufälle es doch gibt!
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