Seit den 1980er-Jahren kursieren unzählige Gerüchte über okkulte Aktivitäten und möglicherweise übernatürliche Phänomene in einer kleinen Region in Summit County, Ohio – auch Helltown genannt.
Da ist die Brücke, auf der man nachts Kinderschreie hören kann, Straßen, die ins Nichts zu führen scheinen, oder ein alter Schulbus, in dem angeblich ein Serienkiller mehrere Kinder tötete. Am bekanntesten aber ist die weiße Kirche im Zentrum von Helltown – an der verstörenderweise mehrere umgekehrte Kreuze prangen.
Eine Gruppe von Freunden macht sich auf, den Legenden von Helltown nachzuspüren. Auf einer der gespenstischen Straßen werden sie von einem mysteriösen Leichenwagen abgedrängt – ein erster Vorbote, dass sich das als Nervenkitzel gedachte Abenteuer schnell in einen Kampf ums nackte Überleben verwandeln könnte …
Mit HELLTOWN findet diese in ihrer Form einmalige halbdokumentarische Horror-Roman-Reihe endlich und vielfach gewünscht ihre Fortsetzung. In jedem Band entführt Jeremy Bates seine Leser an real existierende verfluchte, beängstigende oder berühmt-berüchtigte Schauplätze auf der ganzen Welt, und verbindet den Mythos dieser Orte geschickt mit fiktiven Begebenheiten.
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Helltowns Legenden locken laufend neugierige Ausflügler an. So will sich auch eine Gruppe von Freunden dem Nervenkitzel stellen und fährt auf die Brücke, auf der man angeblich schaurige Kinderschreie hört, während sie ein Leichenwagen ins Abseits drängt.
Mit „Helltown“ hat Jeremy Bates erneut einen Roman veröffentlicht, der zur Reihe über die beängstigendsten Orte der Welt gehört. Wie auch schon bei anderen Bänden, etwa beim Selbstmordwald in Japan, den Pariser Katakomben oder der Insel der Puppen in Mexiko, bildet ein real existierender Schauplatz die Grundlage für eine fiktive Horrorhandlung.
Dieses Mal verschlägt es die Leser:innen in den US-Bundesstaat Ohio, genauer gesagt in eine Gegend, die aufgrund düsterer Gerüchte, umgedrehter Kreuze und okkulter Legenden den Spitznamen Helltown trägt.
Anders als in den vorherigen Bänden, in denen der Ort selbst für mich das Zentrum des Schreckens war, liegt das Grauen diesmal weniger in der Umgebung, sondern in dem, was die Menschen einander antun. In „Helltown“ begegnen Leser:innen keinen leisen Unheimlichkeiten, sondern sie stoßen auf Gewalt, körperliche Bedrohung und finden sich mitten in einem Überlebenskampf. Obwohl ich eher mit moderaten Erwartungen an die Geschichte herangegangen bin, hat sie mich verstört, schockiert und bestens unterhalten.
"Zur Hölle, es stellte sich heraus, dass es für sie alle ok war, zu töten." (eBook, 87 %)
Der brutale Ernst der Situation heizt Grauen und Handlung an. Einige Szenen haben mir in ihrer Erbarmungslosigkeit richtig die Luft genommen, weil sie - im positiven Sinn - grausam zu lesen sind. Unheimlich sind daher weder die Straßen, die ins Nichts führen, noch die weiße Kirche mit den umgedrehten Kreuzen. Dafür hat der Autor das Grauen des Ortes geschickt auf die Handlung und die Menschen verlagert, indem die Bedrohung durch Gewalt, Wahnsinn und zunehmender Hilflosigkeit direkt auf den:die Leser:in übergeht.
Mir hat die Ausarbeitung der Figuren sehr gut gefallen. Oftmals wird bei Splatter wenig Fokus auf die Entwicklung der Charaktere gelegt, da sie ohnehin einem Abzählreim gleich aus dem Geschehen verschwinden. Zwar liefert Bates keine ausgefeilte Charakterstudie ab, dennoch hat er ihnen spürbar eigene Geschichten und Facetten gegeben. Die Freunde, die sich auf das nächtliche Abenteuer einlassen, wirken nicht wie eine bloße Ansammlung von Rollenklischees. Stattdessen bringt jede Figur eine Vergangenheit mit Ängsten, Schwächen und Stärken in die Handlung rein, wodurch es zu einem ausgezeichneten Leseerlebnis wird.
Das Zusammenspiel der Gruppe und das Nebeneinander anderer Handlungs-Perspektiven sorgen für Abwechslung, wodurch das Geschehen noch intensiver wird. Auch wenn es klar auf den Überlebenskampf ausgerichtet ist, verhindert dieser Aufbau, dass der Roman rein auf die Brutalität reduziert ist. Für mich ist das ein entscheidender Punkt, warum mich das Buch so gepackt hat.
Dabei hatte ich nicht das Gefühl, dass Gewalt zum Selbstzweck verkommt, obwohl es sich vermutlich genauso verhält. Denn die Handlung ist keine plumpe Aneinanderreihung von Gemetzel, sondern eher eine dichte Abfolge von Situationen, die mit kreativen und erschreckenden Details verstören. Einige Szenen habe ich deutlich vor Augen, besonders, weil ich Schlangen nichts abgewinnen kann. Bates hat mich jedenfalls mit dem Gefühl absoluter Hilflosigkeit getroffen.
Meiner Meinung nach ist es sicher kein feinsinniger Gruselroman, sondern eine blutige Horror-Jagd, und richtet sich deutlich an Leser:innen, die mit Splatter, Gewalt und Brutalität umgehen können. Zwar folgt die Handlung dem bekannten Muster eines Slasher-Films, aber der Autor füllt den Ablauf mit eigenen Ideen, und macht damit mehr als eine reine Abzählgeschichte daraus.
Für mich war es wirklich gut zu lesen und am Ende habe ich mich mit einem zynischen Lächeln aus der Gegend verabschiedet. Denn Bates baut eine bitterböse Schlusspointe ein, die mich das Buch beeindruckt und zufrieden zuschlagen lassen hat. Für mich war „Helltown“ ein weiterer beängstigender Ort dieser Welt, der mir dank Jeremy Bates sicher im Gedächtnis bleibt und Lust auf mehr unheimliche Ausflüge macht.
Die beängstigendsten Orte der Welt:
1) Suicide Forest
2) Die Katakomben
3) Helltown
4) Insel der Puppen
5) Im Dschungel
Recensio
aus Datteln
3/5
02.09.2022
Buch (Paperback)
Brutal, spannungsarm, platte Figuren
Ein Horrothriller ist definitiv nichts für schwache Nerven, man sollte schon einiges abkönnen. Das habe ich hier extrem stark gemerkt. Ich musste das Buch mehrfach zur Seite legen und habe bei einigen Stellen explizit Speedreading betrieben. Für mich waren einige Passagen zu heftig. Sinnloses Abschlachten, Satansanbetung, es wird nicht einmal Halt gemacht vor schwangeren Frauen. Mich hat das heftig getriggert. Trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen.
Ich habe vorab bereits das Buch Suicide Forrest von Jeremy Bates gelesen und war unheimlich fasziniert von der Umgebung, den Ereignissen und der Aufdröselung derer. Diese Faszination hat mir rund um Helltown gefehlt. Die Charaktere wirkten platt und wenig authentisch, ihre Handlungen waren selten nachvollziehbar. Und das Klischee-Busenwunder-Blondchen, welches in "Not gerät" und dabei den BH verliert, durfte natürlich auch nicht fehlen. Die Protas waren für mich nur viele unter vielen, nicht einer konnte hervorstechen und mich überzeugen.
Plottechnisch begann eine Jagd auf die Figuren, die man besser hätte rüberbringen können. Hin und wieder gab es einige Szenen, die cool umgesetzt waren und für Schnappatmung sorgten, zum Beispiel (kein Spoiler, da im Klappentext angeteasert!) der Autounfall ganz zu Beginn des Buches oder auch die geisterhafte Brücke, auf der man nachts Kinderschreie hören kann, aber ich hätte mir solche Spannungsmomente häufiger gewünscht.
Am Stil selbst habe ich nichts auszusetzen. Jeremy Bates beschreibt die Welten detailliert und genau. Man kann sich immer sehr gut in das Gelesene reindenken und sich Situationen bildlich vorstellen.
Fazit: Das Buch besitzt viel Potential, war mir persönlich jedoch zu brutal und zu vorhersehbar. Es fehlte oft an Spannung und nachvollziehbaren Handlungen. Vielleicht bin ich auch einfach vorab zu sehr getriggert worden und konnte mich daher nicht mehr vollends auf das Buch einlassen. Leser, die nicht zu zartbesaitet sind, könnten die Story ganz anders wahrnehmen und somit mehr genießen. Ich wünsche es euch!
Bewertung
aus Eckental
2/5
11.09.2022
Buch (Paperback)
Enttäuschend - viel zu viel Potential verschenkt
Endlich Teil 3 der „Die beängstigendsten Orte der Welt“-Reihe von Jeremy Bates.
Suicide Forest hat mich gepackt wie kaum ein anderes Buch zuvor, die Atmosphäre des Waldes und die Gruppe der jungen Leute, die darin Unheimliches erleben – grandios! Das Ende war nicht ganz so mein Fall, aber das tat dem großen Ganzen eigentlich keinen Abbruch.
Teil 2 Die Katakomben war dann schon schwächer, gefühlt wurde der Schauplatz an sich, der ja viel Potential für Gruseliges bietet, schnell eher zur Nebensache und auch die in die Katakomben hinabgestiegenen Charaktere wurden mit Horror von außen konfrontiert und nicht aus der Gruppendynamik heraus. Die erfundene mit dem Schauplatz verwobene Geschichte war für mich zu abgedreht, auch wenn sie gute Momente hatte.
Nun also Teil 3 Helltown. An sich wieder die besten Voraussetzungen: Eine Stadt voller Geheimnisse und eine Gruppe junger Leute, also jede Menge Potential für gruppeninterne Konflikte und Grusel-Schock-Momente durch Übernatürliches. Das kommt auf den ersten Seiten – nach dem Prolog, der leider schon klar macht, wohin die Reise geht – in der Dunkelheit, im Nebel, an einem abgelegenen Ort sehr gut zur Geltung, hier fand ich wieder die packende Atmosphäre von Suicide Forest.
Achtung Spoiler bzw. Bezug auf den Inhalt:
Und dann driftet die Story abrupt in ein Splattermovie ab und es geht eigentlich nur noch darum, wer wie wo stirbt bzw. noch ein Weilchen entkommen kann. Inklusive der typischen mörderischen Hinterwäldler. Gefühlt vor vielen Jahren schon x-mal verfilmt, wenn auch hier auf allzu blutige Schilderungen (im Vergleich zu den Bildern von Haus der 1000 Leichen oder manchem Festa Extrem Band) verzichtet wurde. Dazu dann noch der typische amerikanische Held (vom Leben gebeutelt, aber allzeit kampfbereit), der das wehrlose Mädchen rettet… Ach, was hätte das Setting Potential gehabt. Wie gruselig und voller Thrill hätte dieser Ausflug werden können, doch viel zu schnell ging es nur noch um dilettantische Dorfsatanisten, die nichts auf die Kette bekommen und auch die Lebensgeschichte ihres Anführers brachte nicht mehr wirklich überraschenden Schwung in die Sache.
Dazu kommen dann leider noch überflüssige Fehler wie „Cindy Lopper“ statt „Cindy Lauper“ oder Logikfehler wie jener, als Spencer ohne Aktentasche das Haus verlässt aber mit ihr wiederkommt (und nein, er hat sie nicht zwischendurch „gefunden“) und im letzten Teil des Buches wurde wohl insgesamt schlampiger korrekturgelesen, jedenfalls häufen sich dort Schreibfehler (bspw. auf S. 242 bei „da es für eine Weile unsere Messe sein wird“ fehlt - um Sinn zu ergeben- eindeutig das Wort „letzte“ im vorgenannten Satz; S. 262 „blieb aber nicht an“ statt „hielt aber nicht an“; S. 275 „Kirch“ statt „Kirche“ etc.).
Fazit: Für mich der schwächste Teil der Reihe und vielleicht damit auch der letzte, den ich gelesen habe. Der Trend, die unheimlichen Orten nicht mehr zur vorherrschenden Thematik zu machen und auch das Konfliktpotential bei den eigentlich gut angelegten Figuren nicht auszunutzen, enttäuscht mich und es fehlt für mich damit das Besondere, das Lesenswerte. Der Schreibstil und die einigen, leider zu wenigen, gruseligen Momente haben das Lesen glücklicherweise nicht zur kompletten Zeitverschwendung gemacht.
Bewertung
aus Einhausen
1/5
10.03.2026
Buch (Paperback)
Unterirdisch
Ich habe selten ein so schlechtes Buch gelesen. Total überspitzt, dämliche Protagonisten und hanebüchene Story. Da es nicht sonderlich dick ist, habe ich es zu Ende gelesen. Das werde ich nicht mal weitergeben, was ich mit anderen Büchern tue.
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