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Der Tag des Opritschniks

Roman | »Sorokin rechnet mit dem Russland Wladimir Putins ab.« Tages-Anzeiger, Schweiz

Buch (Taschenbuch)

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Der Tag des Opritschniks

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Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.04.2022

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19/12,4/2 cm

Gewicht

222 g

Beschreibung

Details

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

12.04.2022

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

224

Maße (L/B/H)

19/12,4/2 cm

Gewicht

222 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Den’ opritschnika

Übersetzer

Andreas Tretner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-00410-6

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Vladimir Sorokin - Der Tag des Opritschniks

BücherBummler am 28.04.2022

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

2027. Russland hat eine riesige Mauer um sein Gebiet gezogen und unterhält nur mit China noch zwischenstaatliche Beziehungen. So von dem Rest der Welt abgeschottet macht sich der Alleinherrscher, der Gossudar, daran, seine Feinde innerhalb der Mauer auszurotten. Die Intelligenzija, Journalisten, Künstler, Aufständische… Kurz, jeder mit einer abweichenden Meinung wird unschädlich gemacht. Während die Technik sich weiterentwickelt hat, sind die Methoden der Regierung ins Mittelalter zurückgefallen. Folter, Vergewaltigungen und Morde sind an der Tagesordnung. Während gleichzeitig Religion und Gleichheit aller Menschen propagiert wird. Der Staat ist streng nach Hierarchie aufgebaut, eine Hierarchie, in der Frauen praktisch nicht vorkommen. In seinem 2006 in Russland erschienenen Roman „Der Tag des Opritschniks“ lässt Vladimir Sorokin Andrej Danilowitsch Komjaga, ein ranghohes Mitglied der Opritschnina, einen anscheinend normalen Tag seines Lebens im unbeschwerten Plauderton beschreiben. Die Opritschnina, das ist die Organisation, die dem Gossudaren direkt unterstellt ist und seine Probleme aus dem Weg räumt. Stolz sind sie, die Opritschniks. Sie haben Macht, sie haben Einfluss, sie haben Privilegien… Und Sonderrechte, die die Doppelmoral des Staates mehr als deutlich machen. Wir Leser folgen also Komjaga durch einen seiner Tage, der damit beginnt, seinen Dienstwagen mit dem täglich frischen Hundekopf zu schmücken. Ein Tag, an dem er foltern, morden und vergewaltigen wird, zum Wohle des Staates selbstverständlich. An dem er aber auch an Drogenexzessen und Orgien teilnimmt, die allem widersprechen, was dem Volk an Werten und Regeln aufgezwungen wird. Auch das auf Befehl der Vorgesetzten. „Der Tag des Opritschniks“ ist eine verwirrende Lektüre. Was natürlich durch die aktuelle politische Lage verstärkt wird, in der man sich noch mehr versucht fühlt, das Szenarium des Buches mit der Realität und möglichen Entwicklungen zu vergleichen. Letztendlich hat sich mein Innerstes geweigert, Sorokins düstere Dystopie als vorstellbar zu akzeptieren. Aber ein kleiner nagender Zweifel ist spürbar geblieben, und das hat das Buch so besonders für mich gemacht. Nach dem Lesen fühlt man sich überrollt, entsetzt, angewidert. Und muss sich doch dem Wahrheitsgehalt stellen. Es ist mir aber wichtig, festzuhalten, dass der Roman für mich keine pure Russland-Kritik war. Die Themen, die Sorokin anspricht, sind viel zu universal, um ein Blame-Game daraus zu machen. Ein großes Lob auch an den Übersetzer Andreas Tretner, der einige von Sorokins Büchern ins Deutsche übersetzt hat. Ich bin leider nicht in der Lage, sie im Original zu lesen, aber sie zu übersetzen kann nicht einfach gewesen sein. Chapeau! Trotzdem ich das Buch sehr gut fand, zögere ich, eine komplett uneingeschränkte Leseempfehlung auszusprechen. Die Geschichte ist brutal, zermürbend sinnfrei, absurd… Und dann doch im Rahmen dessen wozu Menschen fähig sind. Wenn man sich dem stellen möchte, ist Sorokin wohl das Beste, was einem passieren kann.

Vladimir Sorokin - Der Tag des Opritschniks

BücherBummler am 28.04.2022
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

2027. Russland hat eine riesige Mauer um sein Gebiet gezogen und unterhält nur mit China noch zwischenstaatliche Beziehungen. So von dem Rest der Welt abgeschottet macht sich der Alleinherrscher, der Gossudar, daran, seine Feinde innerhalb der Mauer auszurotten. Die Intelligenzija, Journalisten, Künstler, Aufständische… Kurz, jeder mit einer abweichenden Meinung wird unschädlich gemacht. Während die Technik sich weiterentwickelt hat, sind die Methoden der Regierung ins Mittelalter zurückgefallen. Folter, Vergewaltigungen und Morde sind an der Tagesordnung. Während gleichzeitig Religion und Gleichheit aller Menschen propagiert wird. Der Staat ist streng nach Hierarchie aufgebaut, eine Hierarchie, in der Frauen praktisch nicht vorkommen. In seinem 2006 in Russland erschienenen Roman „Der Tag des Opritschniks“ lässt Vladimir Sorokin Andrej Danilowitsch Komjaga, ein ranghohes Mitglied der Opritschnina, einen anscheinend normalen Tag seines Lebens im unbeschwerten Plauderton beschreiben. Die Opritschnina, das ist die Organisation, die dem Gossudaren direkt unterstellt ist und seine Probleme aus dem Weg räumt. Stolz sind sie, die Opritschniks. Sie haben Macht, sie haben Einfluss, sie haben Privilegien… Und Sonderrechte, die die Doppelmoral des Staates mehr als deutlich machen. Wir Leser folgen also Komjaga durch einen seiner Tage, der damit beginnt, seinen Dienstwagen mit dem täglich frischen Hundekopf zu schmücken. Ein Tag, an dem er foltern, morden und vergewaltigen wird, zum Wohle des Staates selbstverständlich. An dem er aber auch an Drogenexzessen und Orgien teilnimmt, die allem widersprechen, was dem Volk an Werten und Regeln aufgezwungen wird. Auch das auf Befehl der Vorgesetzten. „Der Tag des Opritschniks“ ist eine verwirrende Lektüre. Was natürlich durch die aktuelle politische Lage verstärkt wird, in der man sich noch mehr versucht fühlt, das Szenarium des Buches mit der Realität und möglichen Entwicklungen zu vergleichen. Letztendlich hat sich mein Innerstes geweigert, Sorokins düstere Dystopie als vorstellbar zu akzeptieren. Aber ein kleiner nagender Zweifel ist spürbar geblieben, und das hat das Buch so besonders für mich gemacht. Nach dem Lesen fühlt man sich überrollt, entsetzt, angewidert. Und muss sich doch dem Wahrheitsgehalt stellen. Es ist mir aber wichtig, festzuhalten, dass der Roman für mich keine pure Russland-Kritik war. Die Themen, die Sorokin anspricht, sind viel zu universal, um ein Blame-Game daraus zu machen. Ein großes Lob auch an den Übersetzer Andreas Tretner, der einige von Sorokins Büchern ins Deutsche übersetzt hat. Ich bin leider nicht in der Lage, sie im Original zu lesen, aber sie zu übersetzen kann nicht einfach gewesen sein. Chapeau! Trotzdem ich das Buch sehr gut fand, zögere ich, eine komplett uneingeschränkte Leseempfehlung auszusprechen. Die Geschichte ist brutal, zermürbend sinnfrei, absurd… Und dann doch im Rahmen dessen wozu Menschen fähig sind. Wenn man sich dem stellen möchte, ist Sorokin wohl das Beste, was einem passieren kann.

Vladimir Sorokin - Der Tag des Opritschniks

Miss.mesmerized am 12.04.2022

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Russland 2027 ist von der Außenwelt durch eine Mauer abgeschottet. Regiert wird das Land von dem Alleinherrscher, dem „Gossudar“, der mit Hilfe seiner Leibgarde das Land mit harter Hand führt. Andrej Danilowitsch ist einer der Opritschniki, der Auserwählten, die sich immer wieder in seiner Nähe aufhalten dürfen und unmittelbar von ihm Befehle empfangen. Er lässt den Leser an einem typischen Tag teilhaben: eine Hinrichtung eines Oligarchen samt Vergewaltigung dessen Frau, Auspeitschung, Bestechung, Besuch bei einer Wahrsagerin und zum Ausklang ein Festmal samt Saunagang. Vladimir Sorokins Roman aus dem Jahr 2008 lässt sich vor dem Hintergrund der Ereignisse im Frühjahr 2022 kaum ertragen. „Der Tag des Opritschniks“ wurde als dystopische Satire verfasst, davon ist nicht viel übrig geblieben, zu real erscheinen die Schilderungen, nein, man ist geneigt zu sagen die Realität hat den Roman bereits überholt. Der Protagonist ist obrigkeitstreuer Diener seines Herrschers, der nichts hinterfragt und ergeben seine Rolle ausübt. Gewalt ist die Methode der Wahl, die Facetten selbiger je nach Ziel verschieden aber immer erbarmungslos und unmenschlich. Die Leibgarde und der Herrscher haben mit dem Volk nichts mehr gemein, abgeschottet leben sie in Saus und Braus, verfügen sogar über eigene Spuren auf den Straßen. Symbolisch arbeitet Sorokin geschickt mit bekannten Mustern, verbindet rückständige, geradezu mittelalterlich anmutende Sprache - „Faustkeil“ für Handy - mit der Huldigung des religiösen Führers. Man kann nicht anders als die rückwärtsgewandte Argumentation Putins, die Gewalt seiner Armee in der Ukraine und die totalitäre Abschottung wiederzuerkennen. Keine Dystopie, keine Satire in 2022, sondern schlichtweg Realität. Das nicht Hinterfragen, das bedingungslose Folgen des Führers haben genau zu jener Welt geführt, die Sorokin bereits vor über zehn Jahren literarisch skizzierte. Liest man sich Rezension zur Zeit des Erscheinungstermins, beschleicht einem ein ungutes Gefühl: zu vorhersehbar, unglaubwürdig barbarisch - die Liste der negativen Kommentare ist so lange wie die der Fehleinschätzungen Russlands und Putins der vergangenen 20 Jahre. Vielleicht hätte man doch besser zuhören und genauer lesen sollen, um Tausende Opfer zu vermeiden. Sorokin wird vermutlich wider Willen zur Kassandra, die Böses voraussagt und der niemand glaubt, niemand glauben will. Auch Literatur kann nur Augen öffnen, wenn die Leser dazu bereit sind.

Vladimir Sorokin - Der Tag des Opritschniks

Miss.mesmerized am 12.04.2022
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Russland 2027 ist von der Außenwelt durch eine Mauer abgeschottet. Regiert wird das Land von dem Alleinherrscher, dem „Gossudar“, der mit Hilfe seiner Leibgarde das Land mit harter Hand führt. Andrej Danilowitsch ist einer der Opritschniki, der Auserwählten, die sich immer wieder in seiner Nähe aufhalten dürfen und unmittelbar von ihm Befehle empfangen. Er lässt den Leser an einem typischen Tag teilhaben: eine Hinrichtung eines Oligarchen samt Vergewaltigung dessen Frau, Auspeitschung, Bestechung, Besuch bei einer Wahrsagerin und zum Ausklang ein Festmal samt Saunagang. Vladimir Sorokins Roman aus dem Jahr 2008 lässt sich vor dem Hintergrund der Ereignisse im Frühjahr 2022 kaum ertragen. „Der Tag des Opritschniks“ wurde als dystopische Satire verfasst, davon ist nicht viel übrig geblieben, zu real erscheinen die Schilderungen, nein, man ist geneigt zu sagen die Realität hat den Roman bereits überholt. Der Protagonist ist obrigkeitstreuer Diener seines Herrschers, der nichts hinterfragt und ergeben seine Rolle ausübt. Gewalt ist die Methode der Wahl, die Facetten selbiger je nach Ziel verschieden aber immer erbarmungslos und unmenschlich. Die Leibgarde und der Herrscher haben mit dem Volk nichts mehr gemein, abgeschottet leben sie in Saus und Braus, verfügen sogar über eigene Spuren auf den Straßen. Symbolisch arbeitet Sorokin geschickt mit bekannten Mustern, verbindet rückständige, geradezu mittelalterlich anmutende Sprache - „Faustkeil“ für Handy - mit der Huldigung des religiösen Führers. Man kann nicht anders als die rückwärtsgewandte Argumentation Putins, die Gewalt seiner Armee in der Ukraine und die totalitäre Abschottung wiederzuerkennen. Keine Dystopie, keine Satire in 2022, sondern schlichtweg Realität. Das nicht Hinterfragen, das bedingungslose Folgen des Führers haben genau zu jener Welt geführt, die Sorokin bereits vor über zehn Jahren literarisch skizzierte. Liest man sich Rezension zur Zeit des Erscheinungstermins, beschleicht einem ein ungutes Gefühl: zu vorhersehbar, unglaubwürdig barbarisch - die Liste der negativen Kommentare ist so lange wie die der Fehleinschätzungen Russlands und Putins der vergangenen 20 Jahre. Vielleicht hätte man doch besser zuhören und genauer lesen sollen, um Tausende Opfer zu vermeiden. Sorokin wird vermutlich wider Willen zur Kassandra, die Böses voraussagt und der niemand glaubt, niemand glauben will. Auch Literatur kann nur Augen öffnen, wenn die Leser dazu bereit sind.

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