Verändert die Pandemie, wie wir lieben? Ende 2020 glaubte man, von COVID-19 würde im Jahr 2021 keine große Gefahr mehr ausgehen. Für diese Anthologie, die sich um die Liebe in Zeiten der Pandemie dreht, haben sechs junge Autoren (SEO Gyesoo, KocoaDream, Cheong-Elle, Haina, Jeya, Y. yoon-young) fantastische Geschichten beigesteuert, die alle bis Anfang 2021 fertiggestellt wurden. Die Liebe ist das Hauptmotiv, doch stellen die Autorinnen und Autoren ebenso kritische Betrachtung unserer Gegenwart an. Durch die Augen der jungen Generation – „Trapped in Love“ ist ein erfrischender Blick auf die Welt! In SEO Gyesoos Geschichte „Sechsmal habe ich um dich getrauert“ leidet Seon-Yeong an einem „Zeitschluckauf“: Immer wieder muss sie bestimmte Zeitperioden durchleben. Doch ist diese Gabe ein Segen oder ein Fluch? Seon-Yeong will nur ihre Liebste zu retten, die sich mit COVID-19 infiziert hat … KocoaDream erzählt in „Kann man im Bunker Erlösung finden“ von Ha-Na, deren Mutter das esoterische Internetforum „Weisheit des Körpers“ leitet, über das sie teure Arzneien verkauft. Selbst gegen Corona sollen sie helfen! Um der Welt zu beweisen, welche enormen Selbstheilungskräfte der „weise“ Körper hat, zieht sie sich mit den Mitgliedern ihres „inneren Kreises“ in einen Bunker tief im Wald zurück. Und Ha-Na muss natürlich mit … In der Geschichte „Die Gefahren einer kontaktlosen Romanze“ von Cheong-Elle verliebt sich die Parfümeurin Yeong-Jin unsterblich in „Le Nez“, der wie sie ein Sensor ist – im Gegensatz zum Großteil der Menschheit haben sie beide nicht durch Corona ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Das einzige Problem: Yeong-Jin hat Le Nez noch nie persönlich getroffen …
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Ende 2020 glaubte man, von COVID-19 würde im Jahr 2021 keine große Gefahr mehr ausgehen. Für diese Anthologie, die sich um die Liebe in Zeiten der Pandemie dreht, haben sechs junge Autoren fantastische Geschichten beigesteuert. Unter dem Cover konnte ich mir nicht so recht etwas vorstellen. Doch das änderte sich rasch. Beginnt man in dem Buch zu lesen, so kommt man sehr schnell dahinter, dass sich alles um die Pandemie und die Liebe handeln muss. Alle der sechs Geschichten sind für sich einzigarten. Man liest, wie sich die Liebe und das Leben verändert haben. Aber in der Fröhlichkeit in den Geschichten zieht sich auch eine Düsterheit dahin. Beim Lesen hätte ich mir ein bisschen mehr Hoffnung gewünscht, da die Pandemie doch mit vielen schmerzlichen Ereignissen behaftet ist. Es entstand im grossen Ganzen eine gute Mischung der verschiedenen Ansichten. Empfehlenswertes Buch.
SophieSyndrom
3/5
15.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Liebe in ihren unterschiedlichsten Formen
Eins möchte ich vorweg einmal betonen: Ich finde dieses Cover wahnsinnig schön! Es passt so wunderbar zu dem Thema der Kurzgeschichten-Anthologie und die Farbgebung und allgemeine Gestaltung sind einfach ein Traum. Aufgrund dessen und des Klappentextes war ich umso gespannter auf den Inhalt. Dieser konnte mich allerdings nicht durchweg begeistern. Es ist schwierig eine Bewertung abzugeben, die den Geschichten insgesamt gerecht wird, weswegen ich auch ein bisschen auf die einzelnen Werke eingehen möchte. Insgesamt kann ich aber schon mal sagen, dass die Geschichten sehr viel futuristischer waren, als ich zunächst angenommen hatte. Viele der Geschichten waren nicht am Anfang der Coronazeit zu verorten, sondern sehr viel später. So entstand aber auch meist ein interessantes Gedankenspiel, was werden kann und was hätte sein können.
"Sechs mal habe ich um dich getrauert" von SEO Gyesoo: Bei dieser Geschichte war ich anfangs leicht verwirrt und erst einmal etwas abgeschreckt, da ich die Zusammenhänge nicht recht verstand. Letztendlich lag es aber einfach nur daran, dass ich nicht mit einem phantastischen Element in der Story gerechnet habe. Rückblickend macht der Anfang jetzt einen ganz anderen Eindruck und am Ende war die Geschichte dann doch ganz schön herzzerreißend. Es war traurig, aber dennoch fand ich die Entscheidung der Autorin, die Geschichte nicht mit einer Heilung enden zu lassen, sehr gut und passend. Zusammengefasst hat mir die Geschichte also echt gut gefallen, vor allem auch, da sie mich so überraschen konnte.
"Kann man im Bunker Erlösung finden?" von KocoaDream: Ich habe die Geschichte mit Interesse verfolgt, allerdings konnte ich manche Gedanken der Protagonisten nicht richtig nachvollziehen und an manchen Stellen zog sich die Handlung etwas. Für meinen Geschmack hätten andere Stellen etwas detaillierter sein können, besonders was das Bunkerleben betrifft, um dem Ganzen noch etwas mehr Tiefe zu geben. So plätscherte die Handlung für mich etwas vor sich hin.
"Die Gefahren einer kontaktlosen Romanze" von Cheong-Elle: Diese Geschichte konnte mich am Anfang richtig für sich einnehmen, hat mich leider aber am Ende etwas verloren. Zunächst fand ich es besonders spannend, wie in der Erzählung eine Welt nach Corona porträtiert wird. Auch die Vorstellung, in eine Welt ohne Geruchssinn die Düfte von Parfüms weiterleben zu lassen, hatte es mir angetan. Mir hat das Grundgerüst der Geschichte also zugesagt, allerdings konnte ich dem Handlungsverlauf nicht ganz folgen. Ich hätte tatsächlich noch eine Erklärung gebraucht, um das Ende richtig zu verstehen. Für mich hat es so keinen Sinn ergeben und mich verwirrt zurückgelassen.
"Elektromagnetische Wellen und Blumen" von Haina: Diese Kurzgeschichte mochte ich sehr gern. Der Zwiespalt zwischen dem Leben in der Online- und der Offline-Welt fand ich hier sehr gelungen. Durch Corona hat sich vieles ins Digitale verschoben und die Extreme zeigt sich in der Geschichte. Das kann natürlich viele Vorteile mit sich bringen, aber trotzdem bleibt die Sehnsucht, das eigene Leben außerhalb auch mit solchen Erfahrungen zu füllen. Die Geschichte der zwei Mittelschüler, die sich eigentlich nur online durch ein RPG-Spiel kennen, dann aber auch den Sprung ins "echte Leben" schaffen, fand ich richtig süß. Das Ende war für mich schön aufgebaut - speziell dieser hoffnungsvolle Ausblick auf die Zukunft durch den Plan, eine Weltreise machen zu wollen.
"Das Zeitalter der endlosen Liebe" von Jeya: Auch diese Geschichte war sehr futuristisch angelegt - es wurde eine Welt geschildert, in der die meiste Arbeit nun hauptsächlich von Robotern erledigt wird. Doch plötzlich fallen immer mehr Maschinen aus, als würde sich auch bei ihnen eine Pandemie ausbreiten. Die Handlung hatte sich für mich etwas gezogen, hatte aber auch interessante Denkanstöße zu bieten. Zunächst einmal die Namensgebung, die bei den Menschen nur aus bloßen Buchstaben bestand, während den Maschinen "richtige" Namen gegeben wurden. Allgemein diese ganze Vermenschlichung der Maschinen (dass auch um die Maschinen getrauert wurde) hat irgendwie nochmal diese Distanz zwischen den Menschen verdeutlicht. Auch fand ich es interessant, dass durch den Ausfall der Maschinen, die sozusagen ebenso einer Pandemie zum Opfer fielen, die Menschen dazu genötigt waren noch einmal umzudenken und zu alten Lebensgewohnheiten zurückzukehren. Vielleicht kehrt damit dann auch wieder das "Menschliche" in die eigentlichen Menschen zurück.
"In unseren Träumen werden wir uns begegnen" von Y. yoon-young: Leider konnte mich die letzte Geschichte am wenigsten packen. Ich kann auch nicht wirklich benennen, woran es genau lag. Glaube ein großer Einfluss hatte auf mich die Erzählperspektive, die mir nicht so zugesagt hat.
Lara
3/5
01.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Nicht immer einfach
Diese Kurzgeschichtensammlung zu bewerten ist nicht leicht, denn von den sechs Geschichten ist jede auf ihre Art und Weise anders. Wie schon der Titel besagt, verbindet sie alle das Thema der Corona-Pandemie und die Frage, wie sich das Leben und die Liebe dadurch verändert bzw. verändert hat. Es werden Zukunftsszenarien gezeichnet, in denen persönlicher Kontakt zum Beispiel über virtuelle Chatrooms möglich ist oder in denen sich die Protagonisten in VR-Videospielen bewegen. Das klingt, vor allem in Verbindung mit dem schönen rosa Cover, erstmal interessant, positiv und fröhlich - doch durch viele der Geschichten zieht sich eine düstere Stimmung, die das Leseerlebnis meiner Meinung nach deutlich gedämpft hat. Natürlich ist das Thema der Pandemie mit viel negativen Erinnerungen belastet, dennoch hätte ich mir in einigen der Kurzgeschichten etwas mehr Hoffnung statt einer deprimierenden Grundstimmung gewünscht. Da die Geschichten aber sowohl vom Setting als auch von der Erzählweise sehr unterschiedlich sind, bietet diese Sammlung insgesamt eine ganz gute Mischung, die mehrere Genres vereint.
Mir persönlich hat nur ein Teil der Geschichten gefallen, ein paar von ihnen haben mich ratlos zurückgelassen, beim Lesen verwirrt oder waren sehr in die Länge gezogen und monoton. Wer Lust auf verschiedene koreanische Kurzgeschichten hat, von denen manche traurig-düster, andere fröhlicher sind und in denen man viele verschiedene Charaktere und ihre Umgangsweise mit der Pandemie kennenlernt, der ist hier richtig. "Trapped in Love" ist nicht immer einfach, man muss sich auf die Geschichten und diese Art der Literatur einlassen und sollte nicht vor negativ-deprimierender Stimmung abgeschreckt werden - gleichzeitig ist es aber spannend, die Sichtweisen junger Südkoreaner*innen auf die Pandemie zu erfahren und ihre Geschichten auf sich wirken zu lassen.
Bewertung
2/5
31.01.2023
Buch (Taschenbuch)
2 von 6 gut
In diesem Buch gibt es 6 Kurzgeschichten. Inhaltlich haben sie alle etwas mit dem Thema Corona zu tun. Die meisten davon blicken mit Corona weit in die Zukunft und sehen sie leider nicht so rosig wie das Cover vermuten lässt. Weitere Fokuspunkte sind in den Geschichten vereinzelt: unter anderem gleichgeschlechtliche Liebe, Freundschaft, Youtuber, Influencer, Sci-Fi, etc.
Insgesamt waren mir viele dieser genannten Punkte ein großer Störfaktor. Ich kann persönlich nicht viel mit Youtubern und co. beginnen. Daher war mir das Buch insgesamt einfach zu woke. Weniger futuristisch und dystopisch und mehr down to earth hätte mir viel mehr gefallen.
Ach ja, und in den letzten zwei Geschichten tauchen kaum Charakternamen auf. Es werden nur Buchstaben genannt. A, B, X, Y... Das war genauso störend. Die ersten Geschichten haben mir noch halbwegs gefallen, aber mit jeder weiteren Geschichte wurde ich frustrierter mit dem Buch.
Jazz
2/5
31.01.2023
Buch (Taschenbuch)
In diesem Buch gibt es 6…
In diesem Buch gibt es 6 Kurzgeschichten. Inhaltlich haben sie alle etwas mit dem Thema Corona zu tun. Die meisten davon blicken mit Corona weit in die Zukunft und sehen sie leider nicht so rosig wie das Cover vermuten lässt. Weitere Fokuspunkte sind in den Geschichten vereinzelt: unter anderem gleichgeschlechtliche Liebe, Freundschaft, Youtuber, Influencer, Sci-Fi, etc. Insgesamt waren mir viele dieser genannten Punkte ein großer Störfaktor. Ich kann persönlich nicht viel mit Youtubern und co. beginnen. Daher war mir das Buch insgesamt einfach zu woke. Weniger futuristisch und dystopisch und mehr down to earth hätte mir viel mehr gefallen. Ach ja, und in den letzten zwei Geschichten tauchen kaum Charakternamen auf. Es werden nur Buchstaben genannt. A, B, X, Y... Das war genauso störend. Die ersten Geschichten haben mir noch halbwegs gefallen, aber mit jeder weiteren Geschichte wurde ich frustrierter mit dem Buch.
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