Zwar hat sich der weltberühmte Malerfürst KD Pratz längst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, doch für den Nachruhm macht er eine Ausnahme. Auf seiner malerischen Burg am Rhein empfängt er die Mitglieder eines Museums-Fördervereins, die sich mit dem Gedanken tragen, den geplanten Museumsanbau ausschließlich dem Pratz'schen Werk zu widmen. Doch der Besuch läuft anders als geplant. Als das verehrte Idol den kunstsinnigen Besuchern bei einem Umtrunk ungefragt die Unvollkommenheit der Welt und ihre eigene noch dazu um die Ohren haut und auch noch den Kunstbetrieb niedermacht, droht so mancher der anwesenden Kunstfreunde die Contenance zu verlieren. Es kommt zum Eklat ...
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Das Coverbild mit der in groben Strichen gemalten Burg hoch über dem Rhein täuscht eigentlich, zeigt sie doch eine Idylle, die es so nicht gibt und die so auch nicht im Buch beschrieben wird.
Allerdings führt uns das Buch an den Rhein, denn dorthin geht eine Kunstfahrt des Fördervereins des Museums "Wendevogel" aus Frankfurt. Der Verein möchte einen Anbau an das Museum erstellen lassen und braucht dafür die Bilder des erfolgreichen, aber sehr zurückgezogen lebenden Malers KD Pratz. Man trifft den Maler, doch der Mann verhält sich sehr seltsam und es kommt zu Streitereien im Förderverein darüber, ob der Maler der richtige Mann ist, um ihm ein Museum zu widmen. Doch dann kommt alles ganz anders!
Das Buch ist wirklich amüsant geschrieben. Man kennt sie alle, die darin vorkommen, die Kunstbeflissenen, die arroganten Museumsdirektoren, die eifrigen Betrachter, die Künstler, die sich eine Nische suchen müssen, um zu überleben. Dabei erinnert Pracht an eine Mischung aus Beuys und Richter, seine Burg Ernsteck an das Rolandseck - nicht ganz ohne Absicht, vermute ich. Am Ende fragt man sich, ob KD Pratz ein Marketinggenie oder ein Trottel ist, das wird nicht ganz aufgeklärt...
Der Schreibstil ist locker und ironisch, der Autor kennt die Mechanismen der Kunstwelt gut und bringt sie überzeugend rüber.
Insgesamt ist das Buch ein köstlicher Spaß!
Bewertung
5/5
10.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unterhaltung im besten Sinne
Zurückgezogener, kautziger Künstler trifft auf hochmotivierten Museums-Förderverein - mehr muss man über diesen netten Roman kaum wissen: Die Ausgangslage bietet genug Potenzial für komische und leicht verrückte Story-Entwicklungen. Auch wenn nicht alle genutzt werden, bietet das Buch doch ausreichend Unterhaltung für ein bis zwei Nachmittage auf dem Sofa.
Wie im Vorgängerbuch "Arztroman" versteht Magnusson es, die Story unaufgeregt und mit einem freundlich-zurückhaltenden Protagonisten zu Papier zu bringen. Das Buch liest sich leicht, zügig - und das ist vielleicht auch der einzige echte Kritikpunkt: Es plätschert eben so dahin. Bis zu einem zwar nicht gerade furiosen, aber freundlichen Ende, nach dem man das Buch mit einem leisen Lächeln zur Seite legt.
Bewertung
aus Eltmann
5/5
07.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kunst-Spiegel der Gesellschaft
Ein berühmter zeitgenössischer Malerfürst lädt einen Kunstverein auf seine Burg ein und hält dieser elitär erscheinenden Gruppe den Spiegel vor das Gesicht.
Scharfsinnig und zynisch analysiert Kristof Magnusson unsere Gesellschaft anhand dieses wundervollen Buches. Er gibt einen guten Einblick in den Kunstbetrieb und der vielen Menschen, die diesen hofieren und sich gleichzeitig damit selbst erhöhen möchten.
Letztendlich sind wir schließlich alles Menschen mit eigenem Verstand. Egal ob Künstler oder Kunstliebhaber.
Die Sprache des Buches ist absolut authentisch. Es bringt einen sehr oft zum schmunzeln.
Das Buch ist genauso ein Kunstwerk und regt zum Nachdenken an. Absolute Leseempfehlung.
Kristall86
aus an der Nordsee
5/5
04.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Klappentext: „Ein berühmter…
Klappentext: „Ein berühmter Maler, der zurückgezogen auf einer Burg am Rhein lebt, Kunstfreunde, die ihn verehren und ihm ein Museum bauen wollen: eine Begegnung, die die Höhen und Tiefen des Kulturbetriebs ausleuchtet, so heiter, komisch und wahr, wie es selten zu lesen ist. KD Pratz ist ein Künstler der alten Schule, der sich jeglicher Vereinnahmung durch den Kunstbetrieb verweigert hat. Seine Bilder werden hoch gehandelt, er ist weltberühmt, hat sich aber aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Mit der Welt, verlogen wie sie ist, will er nichts zu tun haben, der eigene Nachruhm aber liegt ihm am Herzen, und so sagt er zu, den Förderverein eines Museums zu empfangen, der den geplanten Neubau ausschließlich seinen Werken widmen will. Die Mitglieder des Museums-Fördervereins sind nicht alle einer Meinung über die Bedeutung von KD Pratz, fühlen sich aber hoch geehrt, als ihnen ein exklusives Treffen mit dem Maler und ein Besuch auf seiner fast schon legendären Burg am Rhein in Aussicht gestellt wird – und tatsächlich stattfindet. Wie die Kunstfreunde bei dieser Begegnung mit ihrem Idol nach und nach die Contenance verlieren, als der Meister ihnen die Unvollkommenheit der Welt und ihre eigene um die Ohren haut, dabei subtil die eigene Größe inszeniert, den Kunstbetrieb niedermacht und gleichzeitig behauptet – davon erzählt Kristof Magnusson mit großer Meisterschaft und leuchtet die Untiefen unseres Kulturbetriebs aus.“ Das Rheingau bietet nicht nur wundervolle Wein, nein, auch extreme Künstler mit einem riesigen Unterhaltungswert. Diese Geschichte ist alles, aber nicht normal oder einer Form entsprechend. Autor Kristof Magnusson hat hier wirklich großartiges vollbracht. Hier werden nicht nur Kunstbegeisterte unterhalten, sondern auch alle, die die Kunst der Sprache lieben und gerne die Spiegel „putzen“ die man gerne mal vorgehalten bekommt oder anderen gerne mal vorhält. Magnusson begeistert nicht nur mit seinem kautzigen Protagonisten „KD Pratz“ sondern auch mit seiner Wortmelodie und Schreib- und Erzählkunst. Man findet Satire, Sarkasmus, Ironie aber auch tiefgründige Wortspielereien die einen fesseln, wenn man denn dann mal in der Geschichte Platz genommen hat. Ja, es ist ein wenig mühsam, sich einzufinden, aber man wird belohnt und muss hier und da schon manchmal lauthals los prusten vor lachen oder sich manchmal auch fremd-schämen für das Verhalten der Mitmenschen. Magnusson muss ein unheimlich begnadeter Beobachter und Menschenkenner sein, wenn er solch eine Geschichte niedergeschrieben hat. Schön dabei, die Geschichte um KD Pratz und seine Erfolge und dessen Würdigung läuft nie aus dem Ruder, im Gegenteil! Im letzten Drittel des Buches geht es nochmal richtig „rund“ und der Leser wird begeistert an den Buchseiten hängen! 5 von 5 Sterne für diesen gelungenen Roman!
bedard
5/5
03.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Herrliche Satire auf den…
Herrliche Satire auf den Kunstbetrieb Herrlich überzeichnet, dabei aber auch sprachlich überzeugend erzählt Kristof Magnusson von einem exzentrischen Maler, der sein eigenes Museum bekommen soll. Dazu ist aber die Zustimmung aller Mitglieder des Fördervereins erforderlich. Der eitle Kurator des Museums will die jährliche Reise des Vereins dazu nutzen, auch die Zweifler zu überzeugen. Der Kunstbetrieb wird pointiert karikiert, Eitelkeiten und Machtkämpfe sind sicher etwas überspitzt dargestellt, aber doch so nah an der Realität, dass sie glaubwürdig sind. Kristof Magnusson hält dem Bildungsbürgertum mit diesem gesellschaftskritischen Roman den Spiegel vor. Man muss kein Kunstliebhaber sein, um dieses Buch zu mögen. Eine gewisse Nähe zum Kulturbetrieb sollte trotzdem vorhanden sein, um die wunderbar entwickelten Details wirklich schätzen zu können.
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5/5
03.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kristof Magnusson nimmt uns in...
Kristof Magnusson nimmt uns in seinem feinen Unterhaltungsroman mit in den schönen Rheingau.
Der Satire über Künstler und Kunstbeflissene setzt er mit einem kuriosen Dreh gegen Ende die Krone auf!
Ich habe mich königlich amüsiert!
Ebenfalls sehr zu empfehlen: sein "Arztroman"!
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5/5
08.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hochamüsante Satire auf die Welt...
Hochamüsante Satire auf die Welt der Künstler und der Kunstbeflissenen. Fein gezeichnete Figuren, köstliche Dialoge und eine wirkungsvolle Dramatik haben mich hervorragend unterhalten.
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4/5
04.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Augenzwinkernd und vergnüglich...
Augenzwinkernd und vergnüglich nimmt Magnusson den Kulturbetrieb ins Visier. Eine Satire, die uns Kunstbeflissenen und der "Generation head down" den Spiegel vorhält. Besonders stark: trotz aller Bissigkeit blitzt ein liebevoller Blick auf uns Menschen durch.
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3/5
08.10.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Kein typischer Künstlerroman
Man merkt direkt, dass Magnusson ein Autor von Format ist. Pointierte Sprache, seine direkte Art der Erzählung - alles gut gemacht. Aber ich konnte beim Lesen keinerlei Sympathie für die Charaktere empfinden. Vielmehr stehen diese im direkten Gegensatz zu den positiven Aspekten. Aber Grundsätzlich würde ich hier mir von Satire als wirklicher Prosa sprechen.
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