Produktbild: Abgrund

Abgrund Roman

7

22,00 €

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Rezension

»Ein herzzerreißender Familienroman vor einer atemberaubenden kolumbianischen Kulisse, in der die Abgründe allgegenwärtig sind.« ("Buch-Magazin")
»Pilar Quintana hat einen einfühlsamem und klugen Roman über das Ende einerunbeschwerten Kindheit geschrieben, über die Angst vorm großen Verlust und die lauernde Gefahr von Abgründen.« ("SR Kultur")
»›Abgrund‹ ist nicht nur ein einfühlsamer Roman über das abrupte Erwachsenwerden, sondern auch ein Buch über gesellschaftliche Zwänge[...].« ("Deutschlandfunk Kultur")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.08.2022

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

245

Maße (L/B/H)

22/13,4/2,5 cm

Gewicht

364 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Los Abismos

Übersetzt von

Mayela Gerhardt

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03968-4

Rezension

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

16.08.2022

Verlag

Aufbau

Seitenzahl

245

Maße (L/B/H)

22/13,4/2,5 cm

Gewicht

364 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Los Abismos

Übersetzt von

Mayela Gerhardt

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-351-03968-4

Herstelleradresse

Aufbau Verlage GmbH
Prinzenstraße 85
10969 Berlin
DE

Email: info@aufbau-verlag.de

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  • IrinaR_2605

    aus Bayern

    5/5

    16.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Kind stellt sich den Abgründen der Erwachsenen

    Claudia, ein heranwachsendes Mädchen, lebt mit ihren Eltern in Cali in Kolumbien. Mit offenen Augen und Verstand beobachtet sie das Leben der Erwachsenen um sich, erkennt ihre Schwächen, Geheimnisse und Fehler, die sie begehen. Nach Außen jedoch bleibt Claudia aber das unvoreingenommene, neugierige und (manchmal) das verspielte Kind, das sie in ihrem Alter zu sein hat. Tief in ihrem Inneren kämpft Claudia aber mit Unsicherheiten, die ihr Äußeres betreffen, mit der Angst ihre Mutter zu verlieren, da diese unter Liebeskummer, Alkohol und Depressionen leidet, und mit der lauernden Furcht davor, dass ihr Papa dem Monster verfallen könnte, das in seinem Körper schlummert und auf eine Gelegenheit wartet, auszubrechen. Tiefe, dunkle Abgründe des Daseins und des Handelns ihrer Umgebung bescheren Claudia nicht nur Nachts Albträume. Dabei ist sie doch noch ein kleines Kind, das sich mit den Problemen Erwachsener und der stets wachenden Angst sie zu verlieren, eigentlich nicht beschäftigen sollte, nicht wahr? Könnte man meinen. Abgrund ist ein ein rasant erzählter und kurzweiliger Roman von Pilar Quintana , der zeigt, wie schwer das Handeln oder Nichthandeln, das Nichtzuhören, das Abwinken und das schlichte Ignorieren von Erwachsenen Kinder belasten kann. Eine Leseempfehlung, die ich mit 4,5 Sternen bewerte.

  • Bewertung

    5/5

    28.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Menschliche Abgründe

    Treffender hätte der Titel nicht sein können, denn in dem neuen Buch von Pilar Quintana tun sich zahlreiche menschliche Abgründe auf. »Die Treppe ist das Erste, woran ich mich erinnere. Ich vor dem kindersicheren Gitter und dahinter die lange, zerklüftete Treppe, eine unüberwindbare Felswand, die zur wunderbaren grünen Welt im Erdgeschoss führte.« S27 Claudia, 8 Jahre, lebt mit ihren Eltern in den 80er Jahren in Kolumbien. Doch ihre Mutter hat nur wenig für sie übrig, am wenigsten Liebe und Zuneigung. Ganz im Gegensatz zu ihrem Dschungel aus Zimmerpflanzen, den sie hegt und pflegt. Der um viele Jahre ältere Vater steht allem rat- und tatenlos gegenüber und vergräbt sich in seiner Arbeit. Während ihre Eltern ständig mit sich selbst beschäftigt sind, versucht Claudia die Erwachsenen aus ihrer Sicht zu verstehen. Als ihre Mutter eine Affäre beginnt, bröckelt das fragile Familiengefüge, sie verfällt dem Alkohol und der Vater schweigt. Claudia sehnt sich nur noch nach einem anderen Leben, einer anderen Mutter. Aus Claudia kindlicher Sicht erleben wir den Alltag der Familie. Um den Haushalt kümmern sich ständig wechselnde Angestellte, zu denen Claudia keinesfalls eine Beziehung aufbauen darf. Die Mutter, die meist auf ihrem Bett liegt und sich nur noch für ihre Hochglanzmagazine interessiert, ihre Tochter kaum beachtet, sie sogar als störend empfindet. Sie soll den Mund halten, sie ist zu laut, sie soll nicht im Zimmer umherlaufen. Die Verhaltensweise ist nicht neu in der Familie, selbst die Großmutter sagte über ihre Tochter schon: »... wenn ich es hätte verhindern können, hätte ich die hier auch nicht bekommen.« S.14 Anhand der Geschichten der Großeltern und Eltern zeigt die Autorin deutlich, was Zurückweisung und Liebesentzug mit Menschen macht. Vater und Mutter selbst geprägt durch fehlende emotionale Nähe sind schier nicht in der Lage, Claudia liebevolle und verständnisvolle Eltern zu sein. In den wenigen Momenten, die die Mutter mit ihrer Tochter verbringt, erzählt sie ihr den Klatsch aus ihren Zeitschriften, wie zum Beispiel dem Unfalltod von Grace Kelly, der zum Synonym für die suizidalen Tendenzen in der Familie wird. Der einzige Hoffnungsschimmer für Claudia ist ihre liebevolle Tante Amelia, die selbst vom Leben betrogen wurde. Wie viel Ablehnung kann ein Kind ertragen? Das habe ich mich ständig beim Lesen gefragt. Quintanas Charaktere sind in ihren Rollen festgefahren, resigniert, gefühlskalt und egoistisch. Untermalt wird die Geschichte durch die Schilderung von düsteren Wäldern, tiefen, unheimlichen Schluchten und alten Schauergeschichten. Mit einfachen kraftvollen Worten schafft es die Autorin, den Leser mitzureißen. Der Roman hat in mir erst einige Tage hinterher seine volle Wirkung entfaltet. Natürlich bleibt die Sicht einseitig, da wir nur Claudias Schilderungen erfahren. Aber durch die feinfühligen wie verstörenden Bilder bekommt der Roman die nötige Tiefe. Eine klare Empfehlung von mir.

  • mari_liest

    5/5

    03.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Still & eindringlich

    „Im Haus war es still. Ich fühlte mich wie in einem Goldfischglas und wäre nicht überrascht gewesen, wenn sich ein riesiges Auge genähert hätte, um uns zu betrachten.“ (S. 154) Die 8-jährige Claudia lebt mit ihren Eltern in einer Wohnung, die einem Urwald nahekommt. Von unten bis oben voll mit Pflanzen vielerlei Arten. Von der Treppe oben könnte Claudia quasi fast in diesen traumhaften Urwald springen. Ihre Mutter, ebenfalls Claudia, hat für ihren persönlichen Urwald mehr Zeit und Liebe übrig, als sie es für ihre Tochter hat. Als sich die Mutter auf eine Liaison mit dem Ehemann der Schwägerin einlässt und erwischt wird, nimmt das Unheil seinen Lauf und die kleine Claudia kann nur zusehen, wie sich alles dem Abgrund nähert und die Familie droht auseinander zu brechen. Knapp und aufs Wesentliche konzentriert, klug formuliert und sehr sanft ist die Sprache in Pilar Quintana’s Buch. Die Wirkung, die diese Sprache erzeugt, hat eine besondere Tiefe; eine, die mir schon bei „Hündin“ sehr gut gefallen hat. Die Geschichte wird aus Sicht der kleinen Claudia erzählt, die doch nur eine heile Familie möchte. Zeitgleich muss sie sich aber mit der Hilflosigkeit des Vaters auseinandersetzen und der phlegmatischen, depressiven Stimmungen ihrer Mutter. Denn die große Claudia blättert nach dem „Erwischtwerden mit dem Schwager“ nur noch in Klatschzeitschriften und säuft. Der Vater hüllt sich in Schweigen und in Arbeit. Die einzige Gemeinsamkeit von Mutter und Tochter sind Klatschgeschichten, egal welcher Art. „Wenn meine Mama im Bett oder auf dem Sofa lag, störte sie alles. Zum Beispiel wenn ich redete. ... Wenn ich den Mund hielt, störte es sie, wenn ich mich bewegte oder durchs Zimmer lief. ... Wenn ich still sitzen blieb, mich bemühte, dass sie mich nicht bemerkte, störte sie meine Anwesenheit.“ Die einzige Art, wie die Mutter mögliches Interesse an ihrer Tochter aufkeimen lässt – zumindest lässt sich das vermuten. Der Vater, sichtlich überfordert mit dem Betrug seiner Frau, findet auch kein Gehör für seine Tochter. Die kleine Claudia in ihrer kindlichen Denkweise ist dennoch oft sehr direkt und hat eine klare, nicht vernebelte Sicht auf die Dinge. Sie ist vielen hilflosen Situationen der Erwachsenen ausgesetzt und kann niemals Herrin der Lage werden, zB als ihre Mutter vor einem tiefen Abgrund steht und vermutlich hinunterspringen wollte. „Hinter ihr lag der Abgrund, zwei Schritte entfernt. Auch wenn man ihn im Nebel nicht sah, war er da, so tief wie der, in den Grace Kelly gestürzt war. Ich spürte seinen Sog, den Faden, mit dem er von unten an ihr zog.“ (S. 194) Quintana hat einen einfühlsamen Roman geschrieben, inspiriert durch ihre eigene Kindheit in den 80er Jahren. Am Ende dieses tollen Romans ist jedoch klar: das Leben ist kein Ponyhof und die unbekümmerte Kindheit von Claudia hatte ein jähes Ende.

  • luisa

    aus NRW

    4/5

    23.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Dschungel der Erwachsenenwelt

    Das kleine Mädchen Claudia lebt mit ihrer Mutter gleichen Namens und ihrem Vater, der um viele Jahre älter als seine Frau ist, in einer Wohnung voller Pflanzen. So wie ihr Zuhause einem Dschungel gleicht, so undurchdringlich und voller Gefahren erscheint ihr auch das Leben der Erwachsenen. Dies wird besonders in dem Moment deutlich, in dem Claudias Mutter und der jüngere Lebenspartner ihrer Tante sich füreinander zu interessieren beginnen und das dem Kind bekannte, so verlässliche Konstrukt aus Vater-Mutter-Tochter mehr und mehr zu einem Tanz entlang des Abgrunds wird. Der Roman zeichnet sich dadurch aus, dass er Claudias Perspektive und ihre begrenzten Erkenntnishorizonte mit ihrer unzuverlässigen Erzählstimme geradezu perfekt ausleuchtet. Vieles wird nicht gesagt, ausgelassen, nicht weiter erörtert – einfach deshalb, weil es Claudias Fassungsvermögen völlig übersteigt. Das ist sehr eindrucksvoll und gibt dem Leser nicht nur sehr viel Raum zu eigenen Interpretationen, es erzeugt auch ein bedrohliche Grundstimmung: denn die Situationen, die Claudia nicht versteht, die am Rande ihrer Wahrnehmung liegen, erschaffen in ihr eine latente Angst und Sorge, besonders hinsichtlich ihrer Mutter, die immer wieder mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, die sie „Heuschnupfen“ nennt. Dadurch dass Claudia mit der familiären Situation, aber auch mit einem grundlegenden Verständnis der Lage ihrer Eltern überfordert ist, bleiben die erwachsenen Figuren recht mysteriös. Trotz aller Hintergrundinformationen zu Herkunft und Werdegang, die recht detailliert dargeboten werden, kommt Claudia ihren Eltern nie wirklich nahe – und so geht es dann auch dem Leser. „Abgrund“ ist ein faszinierender Roman, der den Dschungel des Lebens dem Abgrund der Krankheit und des Todes gegenüberstellt und auf feinfühlige Weise einen Einblick in eine Kinderseele gewährt, die sich Sprachlosigkeit und einer depressiven Mutter gegenübersieht und mit der Problematik sehr allein gelassen wird. Eine authentische Erzählstimme in einer eindrücklichen Geschichte, die allerdings nicht vollends zu berühren vermag.

  • yellowdog

    4/5

    16.08.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Pilar Quintana ist eine…

    Pilar Quintana ist eine kolumbianische Autorin, die vorletztes Jahr durch ihren preisgekrönten Roman Hündin aufgefallen war. Im neuen Buch ist ein 8jähriges Mädchen die Erzählerin. Es ist aber keine ungetrübte Kinderperspektive, die Claudia beobachtet voller Sorge die schlechter werdende Beziehung ihrer Eltern. Es sind die frühen Achtziger Jahre und so gibt es nicht nur eine Atmosphäre durch die blühende Fauna sondern auch durch die Zeit. Der Titel Abgrund bezieht sich aus der Angst des Mädchens, dass sich ihre unglückliche Mutter selbst umbringen könnte. Beklemmend mit zu verfolgen, die das Mädchen immer mehr in emotionalen Druck gerät. Abgrund ist anders als der Erfolgsroman Hündin, aber auf seine Art ebenso intensiv.

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    Stephanie Hepp

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    4/5

    27.04.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Claudia Leben ist voller Abgründe,...

    Claudia Leben ist voller Abgründe, obwohl sie noch ein Kind ist, erfasst sie auch Unausgesprochenes und versucht in der schwierigen Situation zurecht zu kommen. Die düstere Atmosphäre, die vielen Geschichten sind fesselnd und man bekommt Raum um sich selbst Gedanken zu machen.

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