Zwei Menschen, die sich in ihrer heimischen Inselgemeinschaft nicht zu Hause fühlen: Der Fischer Lars lässt Frau und Sohn auf Tristan da Cunha zurück, weil er sich in England neu verliebt hat. Und auch Martha, die Insellehrerin, träumt von einem Schiff, das sie mitnimmt. Sie musste erfahren, dass sie nicht allen Insulanern vertrauen und überdies mit ihrem Mann kein Kind bekommen kann. Und dann, eines Tages, bricht auf Tristan der Vulkan aus. Alle Bewohner müssen fliehen. Nur Jon, Lars’ Sohn und Marthas Schüler, wird plötzlich vermisst, und Lars und Martha erkennen, dass ihre Schicksale untrennbar mit der Insel verbunden sind.
In poetischer, bildmächtiger Sprache erzählt Marianna Kurtto eine universell menschliche Geschichte voll spannungsreicher Wendungen – mit Figuren, die uns nahe sind in ihren Irrungen und Wirrungen und in ihrer Sehnsucht nach der wirklichen Heimat.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Was für ein wunderschönes Buch über die etwas eigensinnigen Bewohner der abgelegenen Insel Tristan da Cunha. Ich war gleich in die Sprache verliebt und konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Unbedingt lesen!!!
Bewertung
aus Hamburg
5/5
21.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unter der Oberfläche
Die kleine Vulkaninsel Tristan da Cunha ist eine der entlegensten bewohnten Insel der Welt. Die wenigen Einwohner leben von der Fischerei und Guano, einer begehrten Handelsware, die sie auf den nahgelegenen Vogelinseln sammeln. Nicht allzu häufig ankern Schiffe an der schroffen südatlantischen Küste, ungünstige Winde erschweren manchmal ein Anlegen. Fremde Schiffe sind eine überlebensnotwendige Abwechslung, bringen Lebensmittel und andere nützliche Dinge zum Tausch.
Die finnische Autorin Marianna Kurtto hat diese karge Insel als Ort ihres Romans „Tristania“ gewählt. Die Ereignisse kreisen um wenige Personen und lassen sich zeitlich von den späten 1950er Jahren bis Mitte der 1960er Jahre einordnen. Eine wichtige Rolle spielt Lars, der einzige Bewohner, den es weit hinaus in die Welt zieht. Er ist oft monatelang unterwegs, bringt seinem Sohn Jon Bücher und Süßigkeiten von seinen Reisen mit. Irgendwann ist er länger als üblich verschwunden, hat sich mit einer neuen Frau in England eingerichtet. Das Leben seiner Frau Lise und seines Sohnes sind geprägt durch die Abwesenheit des Ehemanns und Vaters. In unmittelbarer Nachbarschaft von Lise und John leben Martha (Jons Lehrerin) und ihr Mann Bert, deren Ehe kinderlos geblieben ist, sowie Lises Freundin Elide mit ihrem Ehemann Paul und ihren zahlreichen Kindern.
Kurtto schreibt in einer bildreichen, lyrisch-poetischen Sprache. Sie erschafft eine melancholische Atmosphäre, lässt uns Stück für Stück an den Handlungen, Gedanken und der Gefühlswelt der Protagonist:innen teilhaben. Schon bald ist klar, dass es unter der Oberfläche brodelt, tiefe Verletzungen und traumatische Ereignisse stattgefunden haben müssen. Kurtto platziert Andeutungen sehr geschickt, führt uns in die Irre, lässt manches nur erahnen. Bilder wollen entschlüsselt werden, die Sichtweisen auf einzelne Personen verändern sich während des Lesens, nichts ist so, wie es zunächst scheint. 1961 kommt es zur Katastrophe: Der Vulkan bricht aus, nicht alle können evakuiert werden, einige Menschen werden vermisst. Lars, der von dem Unglück in der Zeitung erfährt, macht sich auf den Weg, in der Hoffnung, seine Angehörigen zu treffen ….
Kurtto erzählt eine tragische Geschichte von Sehnsucht, Versäumnissen, Fehlern, Schuld und Heimat. Die Sprache ist zutiefst poetisch, fast schon lyrisch und vermittelt eine sehr besondere, schwermütige Atmosphäre, in der ich mich regelrecht verfangen habe. Abseits des Mainstream ist „Tristania“ eine anspruchsvolle, literarische Perle, die mir sowohl inhaltlich als auch sprachlich in Erinnerung bleiben wird. Ich hoffe sehr, dass weitere Werke der Autorin ins Deutsche übersetzt werden. Die hier vorliegende Übersetzung von Stefan Moster ist übrigens eine Meisterleistung.
Kaffeeelse
5/5
11.08.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Erkenntnisse
Ein wunderbares Buch. "Tristania" ist ein interessant und vollkommen raffiniert aufgebautes Buch der finnischen Autorin Marianna Kurtto. Denn dieses Buch wartet mit einem Knaller am Ende auf. "Tristania" verblüfft und verführt. Dieser Roman lief anfänglich, ja bis zum letzten Viertel des Buches als 4-Sterne-Roman für mich. Marianna Kurtto schreibt in einer poetischen und eindrucksvollen Sprache, der man anmerkt, dass die Autorin auch Gedichte schreibt. Die Schreibe ist sehr schön und zum Genießen, jedoch auch voller Hinweise, die sich nur bei einem genaueren Hinsehen, eventuell mehrmaligem Nachlesen, erklären und die Schreibe ist auch nicht einfach, da die poetische Struktur auch etwas anstrengt, allerdings gefällt mir gerade dies sehr gut. Denn gerade das macht das Buch auch außergewöhnlich. Man muss sehr aufpassen, ist als Leser gefordert und auch dies gefällt mir sehr. Die Autorin führt einen etwas an der Nase herum, aber dies macht man auch selbst als Leser, weil die eigenen Vorurteile aus dem Leben im Buch genauso greifen und die Leserschaft zu frühzeitigen Beurteilungen verführen, sie regelrecht dazu verleitet werden zu beurteilen und auch zu verurteilen. Aber Schwarz und Weiß ist hier nichts, denn manches Schwarze wird gar zu Weiß und umgekehrt. Und dies passiert im wunderbaren letzten Viertel des Buches. Der bei mir den Schalter umlegt und dem Buch den verdienten 5 Stern einbringt. Und dies geschieht nicht, weil ich durch die Handlung, durch das Personal brenne, sondern weil ich durch die Struktur des Buches und durch die Botschaft, die in dem Buch liegt, brenne. Etwas viel in diesem Buch. Mitnichten. Denn gerade dies bewirkt ja ein Sinnieren bei der Leserschaft, ein Überdenken und damit vielleicht auch ein Gewinn für die weitere Zeit der Leser. Denn an dieses Buch wird man sich erinnern! Und das am Ende dann gar eine Prise eitel Sonnenschein mitspielt. Was solls. Sei es den Figuren gegönnt, sie haben es sich nach dem ganzen Procedere verdient! Gerade dieses Spiel mit der Leserschaft fand ich gelungen, man sollte sich eben nie zu sicher in seiner Beurteilung sein, im Buch und auch im Leben nicht. Überraschungen gibt es immer. Ein denkwürdiges Buch! Und im besten Fall ein Buch, welches die Leserschaft nachhaltig und zu ihrem Besten verändern kann. Denn genau das traue ich diesem Buch "Tristania" auch zu.
Zum Inhalt: Lars, der Vater von Jon und der Mann von Lise, ein unsteter Geist, der dem Reiz des Neuen anhängt, verlässt seine Heimat und Martha, die Lehrerin der Insel mit einer zerstörerischen Vergangenheit träumt ebenso davon von der Insel Tristan de Cunha verschwinden zu können. Ein Vulkanausbruch und die daraus resultierenden Ereignisse verändern nachhaltig das Leben der Insulaner und neue überraschende Erkenntnisse verändern ebenso die Menschen.
Unbedingt lesen!
begine
aus Lemwerder
5/5
26.07.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Menschen auf einer Insel
Tristania ist der erste Roman der finnischen Schriftstellerin Marianna Kurtto, der auf deutsch übersetzt wurde.44Der Schreibstil ist gut, aber etwas gewöhnungsbedürftig.
In dem Roman geht es um eine Insel und ihre Bewohner. Das ist ein eigenwilliges Volk. Dann geht ein Vulkan los, die Einwohner werden evakuiert. Nur ein Junge wird vermisst, zwei Männer bleiben auf der Insel und suchen den Jungen.
Es ist ein Roman voller Irrungen und Wirrungen.
Man bemerkt den nordischen Stil der Autorin. So ist gute Literatur, die ich gerne lese.Da möchte ich mehr davon.
literaturbine (ehemalige Buchhändlerin Osiander)
aus Speyer
4/5
09.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sprachlich zart und schön!
Ein melancholisches Buch, dessen Sprache den Leser einerseits in sanften Wellen, dann wieder kraftvoll und rau durch die Geschichte führt. In den poetischen Sätzen findet sich die Natur, das Meer, der Wind und die Einsamkeit der Insel wieder. Das ist für mich das Besondere an diesem Erstlingswerk der finnischen Autorin. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ist etwas für Leser, die die zarten Töne lieben.
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5/5
24.10.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderschönes Landschaftsbild...
Ein wunderschönes Landschaftsbild einer kargen Insel und die Beziehungen der wenigen Menschen, die auf ihr leben. Heimatgefühl, Sehnsucht und die Natur werden in schöner Sprache erzählt. Die Perspektivenwechsel bieten verschiedene Einblicke. Eine literarische Perle.
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