Wie lieben wir? Und wie verändert sich die Liebe im Laufe unseres Lebens? Iris, eine Museumskonservatorin in den mittleren Vierzigern, lernt auf einem Empfang den Historiker Raif kennen. Es scheint Liebe auf den ersten Blick - und mit ihrer Begegnung stellt sich die Frage nach einem glücklichen Leben für beide noch einmal ganz neu.
Wann sind wir bereit, ein neues Kapitel aufzuschlagen, und wie viel Intensität, Risiko und Schmerz lassen wir zu, wenn es um unsere Gefühle und Beziehungen geht?
Mit erzählerischer Raffinesse entwickelt Lavinia Greenlaw ein komplexes Szenario von Liebe. Ein lebenskluger und ein durch und durch gegenwärtiger Roman.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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»Wir machen einen Fehler oder biegen falsch ab, und wenn wir klug sind, bauen wir darauf, bis ein Weg entsteht. Als würde man eine Landkarte aus Abgründen und Sackgassen bauen.«
Mit »Wo die Liebe schläft« hat Greenlaw einen psychologisch klugen, nachdenklichen und poetischen Roman über die Liebe geschrieben, dessen Figuren in der Mitte ihres vollen Lebens stehen. Erzählt wird aus einem vorbewussten Raum, der alle Möglichkeiten der Figuren definiert. Sie können sich in diesem Raum bewegen, seinen Fährten folgen, oder sie abwehren, sich ablenken lassen, sich in ihre bewussten Gedanken, Sehnsüchte und Pläne flüchten.
Iris, eine Museumskonservatorin und der Historiker Raif spüren in einer flüchtigen Begegnung, wie ihre Körper und ihr Vorbewusstes ja zueinander sagen. Die Choreographie dieses zarten Romans lässt Iris und Raif abbiegen, sich begegnen, aber nicht direkt zugreifen. Raif ist zu beschäftigt mit seiner Befangenheit und Trauer. Seine Mutter braucht Hilfe und er versucht die Frau, die ihn ausgesucht hat, zurück zu lieben. Auch Iris kämpft mit alten Dämonen, mit Migräne, mit Panikanfällen und einer geendeten Liebe zu ihrem MS-Kranken Mann, Vater ihrer zwei Kinder, der sie betrog, den sie ausschloss, sie weiß nicht, was als erstes kam.
Ich flog durch die Seiten dieses leisen poetisch-eindringlichen Romans und dachte, es geht also doch, von Liebe in der Lebensmitte zu erzählen, ohne die Sorge um oder Fixierung auf ein "Verwelken" von Frauen oder die ganze Klaviatur der damit assoziierten Stereotype abzuspuhlen.
Sound und Stimmung ließen mich an Kundera denken, ähnlich soghaft, süßlich melancholisch las es sich. Der Blick auf die Figuren war vergleichbar direkt und schonungslos, doch Greenlaws Figuren sind mit einer nachsichtigen Liebe geformt, sie ließ immer einen Möglichkeitsraum offen, in dem sie friedlicher werden, Hoffnung haben, Glück und Erfüllung spüren können. Auch wenn die Frage offen bleiben muss, was das ist, innige Liebe und ob es möglich ist, sie festzuhalten.
»Wir machen einen Fehler oder…
Kata_____Lović aus Bremen am 20.01.2023
Bewertungsnummer: 2828384
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
»Wir machen einen Fehler oder biegen falsch ab, und wenn wir klug sind, bauen wir darauf, bis ein Weg entsteht. Als würde man eine Landkarte aus Abgründen und Sackgassen bauen.« Mit »Wo die Liebe schläft« hat Greenlaw einen psychologisch klugen, nachdenklichen und poetischen Roman über die Liebe geschrieben, dessen Figuren in der Mitte ihres vollen Lebens stehen. Erzählt wird aus einem vorbewussten Raum, der alle Möglichkeiten der Figuren definiert. Sie können sich in diesem Raum bewegen, seinen Fährten folgen, oder sie abwehren, sich ablenken lassen, sich in ihre bewussten Gedanken, Sehnsüchte und Pläne flüchten. Iris, eine Museumskonservatorin und der Historiker Raif spüren in einer flüchtigen Begegnung, wie ihre Körper und ihr Vorbewusstes ja zueinander sagen. Die Choreographie dieses zarten Romans lässt Iris und Raif abbiegen, sich begegnen, aber nicht direkt zugreifen. Raif ist zu beschäftigt mit seiner Befangenheit und Trauer. Seine Mutter braucht Hilfe und er versucht die Frau, die ihn ausgesucht hat, zurück zu lieben. Auch Iris kämpft mit alten Dämonen, mit Migräne, mit Panikanfällen und einer geendeten Liebe zu ihrem MS-Kranken Mann, Vater ihrer zwei Kinder, der sie betrog, den sie ausschloss, sie weiß nicht, was als erstes kam. Ich flog durch die Seiten dieses leisen poetisch-eindringlichen Romans und dachte, es geht also doch, von Liebe in der Lebensmitte zu erzählen, ohne die Sorge um oder Fixierung auf ein "Verwelken" von Frauen oder die ganze Klaviatur der damit assoziierten Stereotype abzuspuhlen. Sound und Stimmung ließen mich an Kundera denken, ähnlich soghaft, süßlich melancholisch las es sich. Der Blick auf die Figuren war vergleichbar direkt und schonungslos, doch Greenlaws Figuren sind mit einer nachsichtigen Liebe geformt, sie ließ immer einen Möglichkeitsraum offen, in dem sie friedlicher werden, Hoffnung haben, Glück und Erfüllung spüren können. Auch wenn die Frage offen bleiben muss, was das ist, innige Liebe und ob es möglich ist, sie festzuhalten.
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