Literarische Darstellbarkeit der Shoah am Beispiel Primo Levis "Ist das ein Mensch?" "Vielleicht kann man das Geschehene nicht begreifen, ja darf es nicht begreifen, weil begreifen fast schon rechtfertigen bedeutet"
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
ePUB
Kopierschutz
Nein
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Nein
Text-to-Speech
Ja
Erscheinungsdatum
26.08.2022
Verlag
GRINSeitenzahl
23 (Printausgabe)
Dateigröße
397 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346703996
An Greifbarkeit gewinnt die Beschäftigung mit der Shoah über Literarisierung - Zeitzeug*innenberiche liefern eine Form des Umgangs mit Unsagbarkeit und Sinnverschiebung. Durch die Behandlung eines kontingenzauflösenden Ereignisses ist es kaum verwunderlich, dass sie sich durch eine gewisse Hybridität auszeichnen, dass Faktum und Fiktion verschwimmen. Hierzu soll Aristoteles Analyse des Verhältnisses von Dichtung und Geschichtsschreibung, besonders hinsichtlich seiner Binnendifferenzierungen konsultiert werden, um anschließend die neuere Shoah-Forschung und mit ihr James E. Young zur adäquaten Ausdeutung von histoire und discours zu befragen.
Eine Ästhetisierung ergibt sich naturgemäß aus der literarischen Verarbeitung des Erlebten - um Unbegreifliches begreifen zu können, muss auf bestehende Wissensformen zurückgegriffen werden. Über Hannah Arendts Beobachtungen zur Rezeption der Zeitzeug*innenberichte - dem Medium der Erschließung dieses Zivilisationsbruchs - soll sich den Möglichkeiten der angemessenen Verarbeitung angenähert werden. Um den sinnlosen Genozid an mindestens sechs Millionen Jüd*innen nicht mit Sinn aufzuladen, mussten adäquate Formen der Darstellbarkeit gefunden werden. Besonders Levis Zeitdokument ist vom würdevollen, angemessenen Andenken an die stimmlosen Toten gekennzeichnet. Giorgio Agamben greift in seiner Analyse zur Zeug*innenschaft von Auschwitz Levis Begriff der "Lücke" des Zeugnisses auf - das Verständnis der Lücke wird zentral für die Erschließung von Mensch sein.
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