Ein Held unserer Zeit
Artikelbild von Ein Held unserer Zeit
Michail Lermontow

1. Ein Held unserer Zeit

Ein Held unserer Zeit

Hörbuch-Download (MP3)

Variante: Hörbuch-Download (2022)

Ein Held unserer Zeit

Ebenfalls verfügbar als:

Taschenbuch

Taschenbuch

ab 5,60 €
eBook

eBook

ab 0,99 €
Hörbuch

Hörbuch

ab 9,95 €

Beschreibung

Details

Sprecher

Wolfgang Hinze

Spieldauer

5 Stunden und 45 Minuten

Fassung

ungekürzt

Abo-Fähigkeit

Ja

Medium

MP3

Family Sharing

Ja

Beschreibung

Details

Family Sharing

Ja

Mit Family Sharing können Sie Hörbücher innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Hörbuch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Hören durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um Hörbücher zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei einem tolino-Buchhändler haben.

Sprecher

Wolfgang Hinze

Spieldauer

5 Stunden und 45 Minuten

Fassung

ungekürzt

Abo-Fähigkeit

Ja

Medium

MP3

Erscheinungsdatum

14.09.2022

Verlag

SWR Mediaservices GmbH

Hörtyp

Lesung

Sprache

Deutsch

EAN

9783956159022

Das meinen unsere Kund*innen

3.0

1 Bewertungen

Informationen zu Bewertungen

Zur Abgabe einer Bewertung ist eine Anmeldung im Kund*innenkonto notwendig. Die Authentizität der Bewertungen wird von uns nicht überprüft. Wir behalten uns vor, Bewertungstexte, die unseren Richtlinien widersprechen, entsprechend zu kürzen oder zu löschen.

5 Sterne

(0)

4 Sterne

(0)

3 Sterne

(1)

2 Sterne

(0)

1 Sterne

(0)

Ein Held alter Zeit

Zitronenblau am 10.11.2012

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Lermontows „Ein Held unserer Zeit“ (1840) gehört für mich zu den „geflügelten Titeln“ – die irgendwie jeder schon einmal gehört hat. In seinem Roman thematisiert Lermontow den Fatalismus: die schicksalhafte Bestimmtheit des Menschen. Der Fatalismus war seinerzeit ein beliebtes literarisches Thema... Held ist der Soldat Grigorij Alexandrowitsch Petschorin – ein von Langeweile getriebener, der in verschiedenen Episoden jenes fatalistische Dasein beschwört. Der Roman untergliedert sich hierbei in zwei Teile. Im ersten Teil trifft der Erzähler des Romans auf den Stabskapitän Maxim Maximytsch. Dieser berichtet dem Narrateur von seiner Begegnung mit Petschorin. In dieser Geschichte geht es um einen Räuber, der ein edles Ross besitzt, das er einem Dritten verweigert, der jedoch dessen Schwester Bela dagegenhält (sozusagen als Tauschwert). Der Räuber lehnt dies ab, sodass Petschorin dem Dritten das Pferd verspricht, sofern er dafür die Schwester erhält. Der Plan gelingt und später – auf einer Festung verweilend und nach der etwas längeren Eroberungszeit der Holden – wird diese dann vom beraubten Räuber tödlich verletzt. Da der Soldat ihr überdrüssig geworden ist, bleibt er kühl und gehalten. Im zweiten Teil begegnen der Erzähler und der Stabskapitän Petschorin, der jedoch eilig und in seiner typisch unnahbaren, distanzierten Fassung davoneilt. Er hinterlässt hierbei aber Tagebucheinträge, die der Erzähler hiermit veröffentlicht (der Richtigkeit halber meint er im Vorwort, dass die Publikation erst nach dem Tode Petschorins erfolgt ist). Die Tagebücher beinhalten drei Episoden. Zuerst die romantisch-undinenhafte Begegnung des Soldaten mit einem jungen Mädchen, bei der Petschorin fast stirbt und ausgeraubt wird. Die zweite Episode ist das Herzstück des Romans: Petschorin ist in einer feineren Gesellschaft um eine Fürstin und deren begehrte Tochter. Er spielt in einem – ich sage mal dandy-artigen – Verhalten mit ihrer Liebe (erinnernd an Kierkegaards „Tagebuch eines Verführers“) und provoziert dabei einen Rivalen, sodass es zum „Shotdown“ kommt, da Petschorin sich diesem in einem Schießduell stellen muss. Da die Tagebücher vermutlich vor der „Bela-Zeit“ geschrieben wurden, muss an dieser Stelle nicht geschrieben werden, wie das Duell ausgeht. Der Tochter der Fürstin sagt er nur, dass er sie gar nicht liebe und sie auch nicht heiraten wolle. In der letzten Episode streitet Petschorin mit einem Mann um die fatalistische Frage. Es kommt zu einer Wette, in der der Mann russisches Roulette spielt und siegt, später dann aber doch durch einen Betrunken erschlagen wird – das nennt man dann wohl Ironie des Schicksals. Dadurch, dass der Roman eine recht inkohärente Struktur hat, ist seine Interpretation nicht ganz einfach. Die ennui (Langeweile) erscheint mir fast noch wichtiger als die Determination, obschon diese hier eine Philosophie offenbart, an die sich die ennui konsequent knüpft: wenn mein Schicksal sowieso vorbestimmt ist, dann sind alle meine Handlungen sinnlos eingedenk des nicht existierenden freien Willens. Ohne Sinn bzw. Bedeutungen der Handlung, fehlt somit auch das Gefühl der Verantwortung für meine Handlungen: die Freude bei Gelingen, die Sorge/Trauer bei Misslingen: ich werde ihnen gegenüber gleichgültig. Petschorin scheint eine Art Prototyp des Camus’schen Meursault zu sein („Der Fremde“). Die Dekadenz (Dandytum) ist mir zu unausgeprägt, wäre auch zu anachronistisch.

Ein Held alter Zeit

Zitronenblau am 10.11.2012
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Lermontows „Ein Held unserer Zeit“ (1840) gehört für mich zu den „geflügelten Titeln“ – die irgendwie jeder schon einmal gehört hat. In seinem Roman thematisiert Lermontow den Fatalismus: die schicksalhafte Bestimmtheit des Menschen. Der Fatalismus war seinerzeit ein beliebtes literarisches Thema... Held ist der Soldat Grigorij Alexandrowitsch Petschorin – ein von Langeweile getriebener, der in verschiedenen Episoden jenes fatalistische Dasein beschwört. Der Roman untergliedert sich hierbei in zwei Teile. Im ersten Teil trifft der Erzähler des Romans auf den Stabskapitän Maxim Maximytsch. Dieser berichtet dem Narrateur von seiner Begegnung mit Petschorin. In dieser Geschichte geht es um einen Räuber, der ein edles Ross besitzt, das er einem Dritten verweigert, der jedoch dessen Schwester Bela dagegenhält (sozusagen als Tauschwert). Der Räuber lehnt dies ab, sodass Petschorin dem Dritten das Pferd verspricht, sofern er dafür die Schwester erhält. Der Plan gelingt und später – auf einer Festung verweilend und nach der etwas längeren Eroberungszeit der Holden – wird diese dann vom beraubten Räuber tödlich verletzt. Da der Soldat ihr überdrüssig geworden ist, bleibt er kühl und gehalten. Im zweiten Teil begegnen der Erzähler und der Stabskapitän Petschorin, der jedoch eilig und in seiner typisch unnahbaren, distanzierten Fassung davoneilt. Er hinterlässt hierbei aber Tagebucheinträge, die der Erzähler hiermit veröffentlicht (der Richtigkeit halber meint er im Vorwort, dass die Publikation erst nach dem Tode Petschorins erfolgt ist). Die Tagebücher beinhalten drei Episoden. Zuerst die romantisch-undinenhafte Begegnung des Soldaten mit einem jungen Mädchen, bei der Petschorin fast stirbt und ausgeraubt wird. Die zweite Episode ist das Herzstück des Romans: Petschorin ist in einer feineren Gesellschaft um eine Fürstin und deren begehrte Tochter. Er spielt in einem – ich sage mal dandy-artigen – Verhalten mit ihrer Liebe (erinnernd an Kierkegaards „Tagebuch eines Verführers“) und provoziert dabei einen Rivalen, sodass es zum „Shotdown“ kommt, da Petschorin sich diesem in einem Schießduell stellen muss. Da die Tagebücher vermutlich vor der „Bela-Zeit“ geschrieben wurden, muss an dieser Stelle nicht geschrieben werden, wie das Duell ausgeht. Der Tochter der Fürstin sagt er nur, dass er sie gar nicht liebe und sie auch nicht heiraten wolle. In der letzten Episode streitet Petschorin mit einem Mann um die fatalistische Frage. Es kommt zu einer Wette, in der der Mann russisches Roulette spielt und siegt, später dann aber doch durch einen Betrunken erschlagen wird – das nennt man dann wohl Ironie des Schicksals. Dadurch, dass der Roman eine recht inkohärente Struktur hat, ist seine Interpretation nicht ganz einfach. Die ennui (Langeweile) erscheint mir fast noch wichtiger als die Determination, obschon diese hier eine Philosophie offenbart, an die sich die ennui konsequent knüpft: wenn mein Schicksal sowieso vorbestimmt ist, dann sind alle meine Handlungen sinnlos eingedenk des nicht existierenden freien Willens. Ohne Sinn bzw. Bedeutungen der Handlung, fehlt somit auch das Gefühl der Verantwortung für meine Handlungen: die Freude bei Gelingen, die Sorge/Trauer bei Misslingen: ich werde ihnen gegenüber gleichgültig. Petschorin scheint eine Art Prototyp des Camus’schen Meursault zu sein („Der Fremde“). Die Dekadenz (Dandytum) ist mir zu unausgeprägt, wäre auch zu anachronistisch.

Unsere Kund*innen meinen

Ein Held unserer Zeit

von Michail J. Lermontov

3.0

0 Bewertungen filtern

Weitere Artikel finden Sie in

  • Ein Held unserer Zeit