Tage des Lesens Drei Essays
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
21.06.2023
Verlag
SuhrkampSeitenzahl
132
Maße (L/B/H)
21,3/13,3/1,2 cm
Gewicht
184 g
Farbe
Weiß / Magenta
Auflage
1
Originaltitel
Journées de LectureÜbersetzt von
Helmut Scheffel
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-518-47353-5
»Es gibt vielleicht keine Tage unserer Kindheit, die wir so voll erlebt haben wie jene, die wir glaubten verstreichen zu lassen, ohne sie zu erleben, jene nämlich, die wir mit einem Lieblingsbuch verbracht haben.« Unter dem Titel »Sur la lecture« erstmals 1905 in
La Renaissance Latine
erschienen und als Vorwort für eine Ruskin Übersetzung von Marcel Proust entstanden, beginnt so der erste der drei hier versammelten Essays über die Faszination des Lesens. Und schon jenen ersten Satz meint man in der Abwägung verschwendeter und erfüllter Lebenszeit als Keimzelle für die große
Suche nach der verlorenen Zeit
zu erkennen. Proust erinnert sich an Tage des Lesens im Kindheitsparadies Illiers, in denen die Lektürezeit meist mit häuslichen Notwendigkeiten konkurrieren muss, und weitet seinen Aufsatz zu einem Nachdenken über die Frage, ob und wie aus dem Umgang mit Literatur Literatur entsteht, ob und wie der Kritiker zum Dichter werden kann.
Die zwei darauffolgenden Essays, beide in der
Nouvelle Revue Française
erschienen, besprechen die Werke zweier großer französischer Dichter. »Über den ›Stil‹ Flauberts« (1920) ist zunächst eine scharfsinnige Analyse der stilistischen Eigenheiten und der »grammatischen Schönheit« Flauberts und entspinnt sich zu einer spitzen Kritik an der Literaturkritik selbst. »Über Baudelaire« (1921) bietet einen ebenso pointierten wie umfassenden Überblick über die französische Lyrik. Der Essay beleuchtet die Thematik der Homosexualität in Baudelaires
Blumen des Bösen
– gewiss auch im Hinblick auf die bevorstehende Publikation von Prousts
Sodom und Gomorrha
.
Alle drei Essays dieses Bandes offenbaren prägende Lektüreerfahrungen von Marcel Proust, und wie er das Geheimnis des Lesens, »dieses fruchtbaren Wunders einer Kommunikation im Herzen der Einsamkeit«, zu entschlüsseln sucht.
Dieses Buch ist Teil der Reihe
Französische Bibliothek
.
Sie ist in Zusammenarbeit zwischen der Académie de Berlin und dem Suhrkamp Verlag entstanden. Gemeinsam wollen sie auf bedeutende, aber fast vergessene Werke der modernen französischen Literatur aufmerksam machen – die
Französische Bibliothek
soll dazu als Kompass dienen und als Anregung, sich immer wieder aufs Neue für französische Literatur in deutscher Sprache zu begeistern.
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