Viele Studien erforschen das Wohlbefinden des Menschen durch den tiergestützten Einsatz, aber nur wenige befassen sich mit dem Wohlbefinden des Hundes, der bei seiner Aufgabe oft immensen Belastungen ausgesetzt ist. In diesem Buch werden aktuelle Studien vorgestellt, deren Ergebnisse praxisrelevant für alle in der hundgestützten Intervention Arbeitenden sind, aber auch im "ganz normalen" Leben wichtige Informationen für unser Zusammenleben mit unseren Begleitern vermitteln. Übersichtlich zusammengefasst nach Themenbereichen wie Auswahl und Aufzucht des Therapiebegleithundes, Bindung des Mensch-Hund-Teams, Erziehungsstil, Persönlichkeit des Hundes, Lernen, Stressbelastung oder Qualität der Fortbildungen, wird hier der aktuelle internationale Forschungsstand zum Thema erstmals zusammenfassend ausgewertet und die jeweilige Bedeutung für die Praxis erklärt.
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aus Goch
5/5
04.11.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Endlich wird darüber geredet, wie es den Hunden geht, die diesen "Job" machen
Ein Buch, das genau meinen „Nerv“ trifft, denn immer wieder kommen Menschen mit Ihrem Hund in die Hundeschule mit den Worten „Das wird mal ein Therapiehund.“ Dass es eben nicht so leicht ist, beschreibt Dr. Foltin in Ihrem Buch.
In diesem Buch geht es um das Wohlbefinden von Hunden, die in der tiergestützten Arbeit eingesetzt werden, doch zuvor wird darüber diskutiert ob jeder Hund geeignet ist, welche Rolle die Rasse spielt, wie die Welpen aufgezogen werden sollen und wie wichtig die Wahl der Elterntiere sein kann. Auch der Abgabetermin, der mindestens 12 Wochen betragen sollten, wird erklärt.
„Wenn Sie einen Welpen möchten, achten Sie bitte auf diese Faktoren, da insbesondere in der tiergestützten Arbeit eine hohe Resilienz vonnöten ist. Diese Faktoren können Sie beeinflussen und kontrollieren!“ (Seite 59)
Der Leser erfährt einiges über das Lernverhalten von Hunden, welche Rolle der Bindungspartner Mensch im Team spielt, wie ist die Wahrnehmung von Hunden und ein großes, und natürlich sehr wichtiges Thema sind die stressbedingten Faktoren die auf Hunde, speziell auf diesem Gebiet einwirken können.
„Hunde sind keine „Werkzeuge“, die ausschließlich zum Nutzen des Menschen eingesetzt werden; sie sind Mitarbeiter, die auf Stressfaktoren in vielerlei Hinsicht genauso reagieren wie wir selbst.“ (Seite 335)
Wer Spaß an wissenschaftlichen Studien hat und sich sein Wissen gern fachlich basiert aneignet, der ist hier richtig. Die Autorin schafft es, alles so zu verdeutlichen, dass auch der Laie Versuchsaufbauten und Versuchsergebnisse versteht. Dieses Buch ist jedoch bei weitem nicht nur für LeserInnen interessant, die sich in der tiergestützten Arbeit sehen, sondern auch für ganz normale Hundehalter hält es ein breites und sehr interessantes Wissen bereit.
Das Buch ist in übersichtliche Kapitel unterteilt und mit vielen Grafiken und Bildern unterlegt. Die weit über 300 Seiten im Hardcover wirken wertig und haben eine angenehme Haptik.
Mein Fazit: Es gab Zeit für dieses Buch, denn immer mehr Menschen ohne Kenntnisse und immer mehr „ungeeignete“ Hunde werden in Hundeschulen vorgestellt, mit dem Wunsch in der tiergestützten Arbeit tätig zu sein. Dass es eben nicht so einfach ist wird hier, zumeist wissenschaftlich fundiert, sehr eindrucksvoll dargestellt. Wie Menschen auf tiergestützte Arbeit reagieren und wie sich die Arbeit mit Tieren positiv auswirken kann ist sehr gut erforscht. Wie es jedoch den Tieren dabei geht, der immerhin oftmals immensen Belastungen ausgesetzt ist, wird in diesem Buch aufgrund des internationalen und aktuellen Forschungsstand gut und verständlich erklärt.
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