Jerusalem, 1947: Der jungen amerikanischen Journalistin Ellie Warne werden antike Schriftrollen zum Kauf angeboten, die angeblich jahrtausendealt sind. Aber wie soll sie die Echtheit der Dokumente feststellen? Schließlich ist sie nicht als Archäologin vor Ort, sondern als Fotografin. Als solche will sie die Welt für das Schicksal der jüdischen Bevölkerung in Jerusalem sensibel machen. Als sie mit ihrer Kamera etwas fotografiert, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist, kann sie nicht ahnen, in welcher Gefahr sie schwebt. Und mit ihr die Schriftrollen.
Band 1 der Zion Chroniken, einer großangelegten Serie, die vor dem Hintergrund der Staatsgründung Israels im Mai 1948 spielt. Packend schildert die Bestsellerautorin Bodie Thoene das Schicksal mutiger Menschen, die alles dafür riskieren, dass die Juden nach dem Holocaust ein neues Zuhause finden.
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Wir befinden uns in Jerusalem im April 1948. Das Land Israel steht kurz vor seiner Staatsgründung und viele Länder haben daran ganz unterschiedliche Interessen. Sie wollen Palästina nach dem Abzug der Briten unter sich aufteilen, wobei alle diese länderspezifischen Protagonisten rein egoistische Ziele für sich haben, etwas, das sich bis heute durchzieht. Niemand will bis heute den Juden ihr Land zugestehen, deren Wurzel in früher biblischer Zeit gegründet ist.
Die damaligen Staatsführer David Ben-Gurion und Golda Meir bemühen sich unter äußerstem Einsatz und fast bis zum Ende ihrer Kräfte um eine diplomatische Lösung. Bei der arabischen Liga möchte jeder für sich das fetteste Stück vom Kuchen Israels abhaben, die fanatischen Palästinenser sind für sie eher ein lästiger Blinddarm, den man eine Weile mitschleift um ihn dann zu entfernen. Deren Leiter Haj Amin versucht geschickt zu lavieren um nicht in Ungnade zu fallen. Die Präsidenten Amerikas und Russlands haben ihren ganz eigenen Konflikt und für sie ist Israel nichts weiter als ein Spielball eigener Machtinteressen und die Rolle Großbritanniens wirkt blass und beschämend. Für die UNO ist der Standort Jerusalem auch aus ganz eigenen Gründen wichtig, es interessiert sie nicht, dass auf beiden Seiten Menschen weiter sinnlos sterben. Der große Krieg hat nichts positives an den Herzen der Menschen verändert, was jeder heute wieder sehr eindrücklich beobachten kann.
Doch kommen wir zu unseren vertrauten Protagonisten der Geschichte. David und Ellie sind noch immer auf geheimer Mission in Europa unterwegs und haben ihre Aufgabe erfüllt, jedoch ziehen sie auf ihrer Flucht eine breite Spur, die außer zwielichtigen Reportern auch noch andere Menschen auf den Plan bringt und der Mossad überlegt, wie er den Schaden so gering wie möglich halten kann. Nicht gerade ungefährlich für David und Ellie. Wer ist Freund und wer Feind, werden sie dieses sich anbahnende Inferno überleben?
Rachel und Moshe haben in der eingeschlossenen Altstadt ganz andere Probleme. Sie halten fest an Jeshua, der Einzige, der Israel und der Welt wirklich Frieden bringen kann und stehen vor fast unüberwindlichen Hindernissen. Beide finden eine junge Araberin, die Opfer von jüdischen Extremisten waren, diese Spezies gibt es auf beiden Seiten, und sie stellen fest, dass die größten Hürden in den eigenen Herzen sind. Die Entwicklung Rachels finde ich am eindrücklichsten, denn sie überwindet den alten Hass mit Jesu Liebe und Vergebung und ist ein ganz wunderbares Zeugnis, wie Feindesliebe wirklich lebendig wird und die Herzen berührt. Moshe, der nach wie vor in der Haganah aktiv ist, muss sich einigen inneren Schatten stellen. Derweil nimmt die Geschichte ihren Lauf....
Bodie Thoene ist mal wieder ganz hervorragend gelungen, historisch weltpolitisches Geschehen spannend und gut recherchiert darzustellen und dabei die Entwicklung der Protagonisten emphatisch, sensibel und authentisch zu schildern. Ich war wieder völlig in der Lektüre verschwunden, die 1948 kurz vor der Staatsgründung Israels endet, einen Ausblick auf 1967 im Epilog gibt und wenn der Leser auf das aktuelle Geschehen in Israel und Palästina schaut, kann er nicht anders als dafür zu beten, dass die Menschen auf beiden Seiten Jeschua erkennen und annehmen. Ein gelungener Abschluss einer nach wie vor aktuellen Reihe, die ich jedem empfehle zu lesen.
Bewertung
5/5
17.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Möge Er Sein Volk beschützen
Am 14. Mai feiert der Staat Israel seinen fünfundsiebzigsten Geburtstag. Leon Uris schon, der jüdische Autor aus den USA, hat dem Gelobten Land schon ein immortales Denkmal in Form des Buches "Exodus" errichtet, mit dem jüdischen Schauspieler Paul Newman als Ari Ben Kanaan in der Hauptrolle, als das Werk verfilmt worden war.
Das Buch hier ist der Auftakt einer Pentalogie, die sich ebenfalls der Gründung des Staates Israel widmet. Hier ist die Handlung zunächst im Jahre 1947 angesiedelt.
Zunächst jedoch gibt es einen Zeitsprung ins Jahr 68 nach Christus. Die Römer machen Jerusalem dem Erdboden gleich. Schon der Beginn der jüdischen Diaspora. Simon Bar Giora schreibt die Rollen, die später als diejenigen von Qumran berühmt werden sollen.
1947. Ellie ist eine Fotografin für LIFE. Der Krieg in Europa und der Welt an sich ist zu Ende. Die Shoa eine unleugbare Tatsache. Viele Juden sind displaced persons. Wollen endlich eine sichere Zuflucht, nicht mehr um ihr Leben bangen müssen.
Die Araber wollen die Juden ins Meer jagen und vernichten, weil mächtige Propaganda verfängt. "Israel" kämpft darum geboren zu werden.
Es wird gemordet, auch von der arabischen Seite aus. Die Haganah, eine Widerstandsgruppe der Juden, schlägt aber zurück. Eskalation droht. Bomben werden gelegt. Gnadenlosigkeit regiert. Hat Elohim kein Einsehen mit seinem auserwählten Volk?
Mosche, in den sich Ellie verliebt, arbeitet für die Haganah, David, ihr ehemaliger Freund auch, ebenso Onkel Howard und Golda Meir.
Die Briten gehen ziemlich brutal gegen die Juden vor. (Siehe das Schiff Exodus). Schiffe aufbringen und Flüchtlinge auf Zypern internieren, gehört zum Alltag, damit nicht mehr Juden ins Land kommen als geplant.
So müssen diese meist ohnehin bereits traumatisierten Menschen sehr listenreich vorgehen, um die Briten auszutricksen.
Der Mufti von Jerusalem hasst auch alles, was jüdisch ist und schart ehemalige Nazis um sich. Die sind ebenso für viele Attentate, Morde und Verletzte verantwortlich.
Das Buch ist emotional packend, auch wegen der Verwicklungen, in die die überzeugenden Protagonisten geraten. Sie besitzen Tiefe.
Das Werk ist exzellent recheriert und historisch genau, so weit das möglich ist.
Ich finde nicht, dass das Buch übertrieben grausam ist und man es deswegen nur in kleinen Etappen lesen kann. So war und ist nun einmal die Realität. Leider kein Zuckerschlecken.
Wer den heutigen Nahost-Konflikt verstehen will, kommt gar nicht umhin, sich mit der Historie, auch lange vor 1947/1948 zu beschäftigen. Sonst wird dieser dem/der Betreffenden ewig unverständlich bleiben.
Wer Israel einseitig verurteilt und diesen seltsamen Boykott fordert, betreibt Schwarz-weiß-Malerei. Nur wer dezidiert beide Seiten berücksichtigt, kann ein klareres Bild erhalten. Denn es gibt auch Palästinenser, die die Spirale der Gewalt verurteilen, ebenso Israelis.
Und wer sich heute noch über die Gewalt wundert und diese Wurzeln nicht nachvollziehen kann oder will, hat sich offenbar mit der Zeitgeschichte noch nicht näher befasst. Das heißt nicht, dass ich Gewalt gutheiße, aber hat Israel kein Recht auf Selbstverteidigung, wenn es angegriffen oder gar vernichtet werden soll? (Man denke nur an den Iran).
Jedenfalls leistet die Autorin einen sehr gewichtigen und eminenten Beitrag zur Literatur über Israel bzw. Zion. Wer noch etwas lernen will und die Thematik faszinierend findet, ist hier genau richtig.
Danke!
Bewertung
aus Glauchau
4/5
18.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Pulverfaß Jerusalem anno 1948
„...Sogar Ellies ungeübtes Auge konnte erkennen, dass dies eine Schriftrolle war. Sie war erstaunlich schwer, von brauner Farbe und die Ränder schienen bröckelig zu sein; sie sah wirklich sehr alt aus...“
Doch Ellie ist sich nicht sicher, was die Schriftrolle wert ist. Ihr Onkel. Professor Howard, der ihr die Stelle in Jerusalem versorgt hat, ist zur Zeit nicht da. Sie vereinbart mit den Beduinen, dass sie wiederkommen sollen. Die nächsten Tage in Jerusalem aber werden turbulent.
Der Autor hat einen fesselnden, jedoch stellenweise auch heftigen historischen Roman geschrieben. Der Geschichte spielt im mai 1948 in Jerusalem. Gerade wurde von der Weltgemeinschaft beschlossen, dass es dort einen jüdischen und einen palästinensischen Staat geben wird.
Der Schriftstil unterstützt die rasante Handlug, lässt aber Raum für tiefgreifende Gespräche.
Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Da ist Ellie, Amerikanerin und Journalistin. Die junge Frau sucht noch noch ihrem Platz im Leben.
Mosche ist Archäologe, schmuggelt aber gleichzeitig Juden nach Israel. Er ist von der Notwendigkeit der Staatsgründung überzeugt.
Jakovs Großvater, ein alter Rabbi, sieht das anders.
„...Wir versuchen, friedlich miteinander auszukommen. Wir warten auf den Messias, Jakov. Bevor er Israel nicht wieder aufrichtet, können wir kein Volk sein, kann es nur noch mehr Tote geben. Diese Teilung ist ein schlimmer Handel für alle...“
Während der große Teil der Araber sich vom Großmufti manipulieren lässt, gibt in der jüdischen Bevölkerung verschiedene Strömungen. Mit Miriam, die sich um Ellie und Professor Howard kümmert, lerne ich eine arabische Christin kennen. Die ältere Frau ist fest in ihrem Glauben verankert. Nach der Staatsgründung aber würde sie sprichwörtlich zwischen allen Stühlen sitzen.
„...Ellie fragte sich, was Jesus wohl sagen würde, wenn er Jerusalem jetzt sehen könnte, gespalten in Huderte Gruppierungen, von denen jede eine tödliche Zeitbombe der Selbstgerechtigkeit darstellte...“
Deutlich wird, dass auch die viele der britischen Besatzungssoldaten auf der Seite der Araber und nicht der Juden stehen. Gleichzeitig strecken beide Konfliktparteien ihre Fühler aus, um das übrig gebliebenen Kriegsgerät des Zweiten Weltkriegs in ihre Finger zu bekommen. Der Mufti plant Terrorakte und nutzt dazu seine Kontakte zu geflohenen Nazis und britischen Deserteuren.
Es gibt heftige Szenen im Buch und eine Menge an Toten. Es handelt sich um keine leichte Lektüre.
Demgegenüber gibt es aber auch tiefgreifende Gespräche. So hinterfragt Mosche seinen Glauben, als er auf den von Ellie fotografierten Schriftrollen Texte aus dem Buch Jesaja erkennt. Für mich gehört sein Gespräch mit Professor Howard zu den sprachlichen und inhaltlichen Höhepunkten des Buches.
„...Was, frage ich dich, hat Jesus während des Passahfestes in Jerusalem gefeiert? Die Evangelien sind voll von Festen, die vom Herrn zum Gesetz erhoben worden sind. Und selbst jetzt haben die Christen keinen blassen Schimmer davon, welche Bedeutung die damaligen Lebensverhältnisse in seinem Leben und seiner Lehre hatten...“
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist fesselnd geschrieben und voller historischer Informationen. Zur Vertiefung des Wissens über die unterschiedlichen Gruppierungen in Jerusalem hätte ich mir allerdings ein Nachwort gewünscht.
Bewertung
4/5
17.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Historischer Roman zur Staatsgründung Israels
Francke Buch hat die Zion Serie von Bodie Thoene neu aufgelegt.
Der 1. Band spielt vor dem Hintergrund der Staatsgründung Israels im Mai 1948.
Vorab muss ich sagen, daß es ein unfassbar brutales Buch ist. Man leidet mit den Juden, die verfolgt, gehetzt und gejagt werden.
Anfangs werden wir mit Ellie vertraut gemacht. Sie ist amerikanische Fotografin und möchte mir ihren Bildern die "Welt" auf die Dramatik in Jerusalem aufmerksam machen. Sie wohnt in Jerusalem bei ihrem Onkel Howard, der Archäologe ist und sich auch sehr für die alten Schriftrollen interessiert. Dort nimmt alles seinen Lauf, als Ellie Bilder macht, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.
Überfälle, Misstrauen, Schießereien, Verfolgungen und Intrigen. Man durchlebt eine emotionale Achterbahnfahrt. Dabei wird die Historie/das Geschichtliche um Israel sehr gut eingeflochten. Es wurde sehr gut recherchiert. Die vier Hauptprotagonisten sind gut ausgearbeitet und man liest gerne weiter, wie sie sich entwickeln.
Der Schreibstil ist insgesamt recht flüssig, teilweise fand ich die Bezeichnungen der einzelnen Gruppierungen etwas verworren. (Kleine Empfehlung meinerseits: Namen und Gruppen aufschreiben)
Wer sich für die Staatsgründung Israels und das Leben dort interessiert, ist bei diesem Buch genau richtig. Eine interessante Liebesgeschichte gibt es dazu.
Für mich war es ein erschütterndes Bild, was über Israel gemalt wurde. Besonders die Grausamkeit, mit der Menschen übereinander herfallen. Es gibt aber auch solche, die den Juden gut gesonnen sind und ihr Leben einsetzen, um ihnen zu helfen
bibliothek.auf.dem.land
aus Meinerzhagen
4/5
17.03.2023
Buch (Taschenbuch)
Francke Buch hat die Zion…
Francke Buch hat die Zion Serie von Bodie Thoene neu aufgelegt. Der 1. Band spielt vor dem Hintergrund der Staatsgründung Israels im Mai 1948. Vorab muss ich sagen, daß es ein unfassbar brutales Buch ist. Man leidet mit den Juden, die verfolgt, gehetzt und gejagt werden. Anfangs werden wir mit Ellie vertraut gemacht. Sie ist amerikanische Fotografin und möchte mir ihren Bildern die "Welt" auf die Dramatik in Jerusalem aufmerksam machen. Sie wohnt in Jerusalem bei ihrem Onkel Howard, der Archäologe ist und sich auch sehr für die alten Schriftrollen interessiert. Dort nimmt alles seinen Lauf, als Ellie Bilder macht, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Überfälle, Misstrauen, Schießereien, Verfolgungen und Intrigen. Man durchlebt eine emotionale Achterbahnfahrt. Dabei wird die Historie/das Geschichtliche um Israel sehr gut eingeflochten. Es wurde sehr gut recherchiert. Die vier Hauptprotagonisten sind gut ausgearbeitet und man liest gerne weiter, wie sie sich entwickeln. Der Schreibstil ist insgesamt recht flüssig, teilweise fand ich die Bezeichnungen der einzelnen Gruppierungen etwas verworren. (Kleine Empfehlung meinerseits: Namen und Gruppen aufschreiben) Wer sich für die Staatsgründung Israels und das Leben dort interessiert, ist bei diesem Buch genau richtig. Eine interessante Liebesgeschichte gibt es dazu. Für mich war es ein erschütterndes Bild, was über Israel gemalt wurde. Besonders die Grausamkeit, mit der Menschen übereinander herfallen. Es gibt aber auch solche, die den Juden gut gesonnen sind und ihr Leben einsetzen, um ihnen zu helfen.
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