Scheinbare und tatsächliche Widersprüche in Erich Mühsams "Die Freivermählten". Zur Moralkritik vor dem ersten Weltkrieg am Beispiel eines fast verges
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Sprache:Deutsch
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Produktdetails
Format
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Nein
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Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
04.01.2023
Verlag
GRINSeitenzahl
64 (Printausgabe)
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783346786234
Erich Mühsam muss als vergessener Dichter bezeichnet werden. Seine Werke sind nach einer kleinen Renaissance in der DDR der 60er Jahre und während der Studentenbewegung in der BRD der 70er Jahre fast vollständig vom Markt und von den Bühnen verschwunden. Als kommunistischer Anarchist, als prinzipieller Gegner jeglicher Staatlichkeit ist er offensichtlich politisch für den bürgerlichen Kulturbetrieb nicht sonderlich verwertbar. Er, der sich stets dafür ausgesprochen hat, Dichter und andere Künstler sollten sich gesellschaftlich engagieren, wobei die künstlerische Form hinter den Inhalt zurückzutreten habe, hatte als Schriftsteller - anders als beispielsweise Bertolt Brecht - nie einen Erfolg, der ihm dauerhafte Popularität beschieden hätte.
Zwar wird Mühsams "Revoluzzer", das Spottlied auf die deutsche Sozialdemokratie, immer noch gesungen, sein dramatisches Werk jedoch wird seit dem Ende der Weimarer Republik fast gänzlich ignoriert. Das gilt vor allem für seine ersten Theaterstücke "Die Hochstapler", "Glaube, Liebe, Hoffnung" und "Die Freivermählten", die sämtlich bis heute nicht aufgeführt wurden. Dabei ist gerade letzteres durchaus auch heute noch von Interesse, weil seine Kritik an bürgerlichen Moralvorstellungen nur partiell ihrer Aktualität beraubt wurde.
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