Deutscher Orientalismus in Karl Mays "Durchs wilde Kurdistan"
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
16.03.2023
Verlag
GRINSeitenzahl
13 (Printausgabe)
Dateigröße
549 KB
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
EAN
9783346835253
Im Jahr 1884 stellt das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhelm I. und Reichskanzler Otto von Bismarck zum ersten Mal Gebiete im heutigen Namibia (,Deutsch-Südwestafrika') unter seine Herrschaft. In den nächsten drei Jahrzehnten baut Deutschland seinen Einfluss in Afrika und im Pazifik aus, es will auch seinen ,Platz an der Sonne'. In ebendieser Zeit verfasst Karl May (25.02.1842 - 30.03.1912) seine Winnetou-Trilogie und seinen Orientzyklus (1892), die ihn in Deutschland und vielen anderen Ländern sehr populär werden lassen. Seine Bücher werden millionenfach gelesen, übersetzt und verklärt - May wird mit seinen Erzählungen zum Jahrhundertschriftsteller. Für viele Generationen jugendlicher Leser*innen prägte sein Orientzyklus, dessen Teil auch Durchs wilde Kurdistan ist, über den deutschen Abenteurer Kara Ben Nemsi und seinen Begleiter Hadschi Halef Omar das zentraleuropäische Bild des ,Orients' - in Mays Romanen bedeutet dieser eine andere, ferne Welt um Scheiche, Muslim*innen und Religionskonflikte. Obwohl die Art und Weise, in der sich May ,den Orient' vorstellt, kaum auf neutral verfassten Tatsachen beruht - der Sachse reist erst 1899, über sieben Jahre nach Erscheinen des Orientzyklus tatsächlich nach Vorderasien -, bilden seine Werke für Generationen deutscher Rezipient*innen ein Mosaik aus kulturhistorischen Informationen, das "zur ersten und einzigen Quelle der Information über die Türkei, die arabischen Länder und den Islam wurde", schreibt Peter Brenner in seiner Literaturgeschichte von 2004 über Karl May. Svenja Bach bewertet am Ende ihrer Abhandlung den Einfluss, den Mays Islam- und Orientbild bis heute auf Lesende hat, als eindeutig positiv. Der Literaturwissenschaftler Heinz Stolte erkennt in Karl Mays Romanen sogar die Weiterentwicklung des aufklärerischen Toleranzgedanken, manifestiert in Lessings Nathan der Weise.
Noch keine Bewertungen vorhanden
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kundinnen und Kunden durch Ihre Meinung.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice