Die Menschheit stirbt aus.
Punkt.
Die Erde samt ihren Bewohnern wird seit Jahrtausenden von Außerirdischen beobachtet. Weil der Mensch zu einer Bedrohung für den gesamten Planeten und das Universum geworden ist, wird ein Virus ausgesetzt, das die Menschheit binnen weniger Jahrzehnte ausrottet.
Aber wäre das wirklich so schlimm?
Wie lebst du dein Leben, wenn du weißt, dass nach dir niemand mehr kommt?
Hatten wir je die Chance, es anders zu machen?
Ein Gedankenexperiment, das nachdenklich stimmt.
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Die Menschheit aus einer anderen Sicht betrachtet und das an was wir glauben
Sandra aus Rottweil am 29.01.2024
Bewertungsnummer: 2119561
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Eins vorweg, ich mag generell keine Bücher über Außerirdische.
Aber, ich bin wirklich sehr froh, dass ich dieses Buch in die Hände bekommen habe. Was auch immer mich da geleitet hat. Der Roman ist unglaublich interessant und hat mich total gefesselt bis zur letzten Seite! Auch Tränen sind bei mir geflossen, weil mich die Geschichte sehr berührt hat.
Es geht nicht unbedingt um Außerirdische, es geht eher um die Sichtweise, die eine andere Spezies auf uns und unser Handeln haben könnte.
Was passiert denn wenn eine höhergestellte oder weiterentwickelte Lebensform der Meinung ist, unseren Fortbestand begrenzen zu müssen? Wie leben wir weiter, wenn wir wissen, dass unsere letzten Jahre gezählt sind? Welche Auswirkung hat das auf unseren Alltag? Wie verhalten sich die Menschen wenn sie erfahren, dass sie sich nicht Fortpflanzen können und hat ihr Leben dann noch einen Sinn? Was passiert eigentlich mit der Seele und was für eine Seele hat diese andere Spezies?
Der Leser begleitet unterschiedliche Personen und erfährt deren Gedanken und Gefühle. Der Schreibstil ist leicht und flüssig.
Meine Lieblingsperson in dieser Geschichte ist Kira. Sie ist Wissenschaftlerin und glaubt bis zum Ende daran, das Schicksal aller Menschen, positiv wenden zu können. Kira ist schlau, ehrgeizig und hat eine gute Seele. Malous und Jonas Geschichte finde ich auch sehr interessant und ich konnte sehr gut mitfühlen. Talbert dagegen, war mir recht unsympathisch. Er ist eher der Konsumtyp, frei von jeglichen Grenzen. Talbert lebt nach dem Motto, was interessieren mich die anderen und der Fortbestand der Menschen, ich fahre mein dickes Auto bis zum Schluss.
Dieses Buch ist kein Buch über den Weltuntergang und macht auch nicht diese seltsame Stimmung. Es ist eher eine Geschichte über ein leises Abschiednehmen, ein dahingleiten bis zum letzten Tag des letzten Menschen. Ohne Furcht und ohne blutige Szenen.
Auch der seelische Aspekt kommt nicht zu kurz in diesem Buch. Mir gefällt der Gedanke was mit uns passiert, wenn wir keinen menschlichen Körper mehr haben. Wo bleibt unsere Seele? Das Buch macht keine Angst finde ich. Es macht eher Hoffnung. In uns Menschen steckt doch auch so viel Gutes und wir sind mehr als unsere Hülle. Wenn wir ewig leben würden, würden wir die Momente so schätzen wie jetzt?
Ich empfehle diesen Roman allen Lesern und Leserinnen, die gern Lektüre mit Tiefgang lesen. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch auch im Unterricht gelesen wird, weil es viel Gesprächspotenzial bietet. Vom Alter der Leser würde ich sagen, ist dieses Buch ab 13 oder 14 Jahren geeignet. Ich sehe es an meinen Kindern. In diesem Alter fangen sie an, nach dem Sinn zu fragen und dann wird auch diese Art von Büchern in der Schule gelesen.
Ich finde, dass dieses Buch ein wirklich besonderes Buch ist. Es zeigt uns eine anderen Sicht auf uns und vielleicht lässt sich etwas ändern. Unser Glaube ist so viel Wert. Absolut lesenswert!
Wie viel Mensch verträgt die Erde?
Tobias Krieg am 22.12.2023
Bewertungsnummer: 2093048
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
In ihrem Roman "Vavedi" entwirft die Autorin M.C. Poets ein Szenario, in dem die Menschheit aufgrund ihres katastrophalen, zerstörerischen Handelns als Spezies ausgelöscht wird. Die Handlung beginnt in der heutigen Zeit mit einer Botschaft, die den Menschen den Beschluss eines kosmischen Rates mitteilt: seit Jahrtausenden werden die Entwicklungen auf der Erde von fortgeschrittenen, außerirdischen Intelligenzen beobachtet. Nach deren Bericht ist es zum Schutz des Lebens auf der Erde und auf anderen Planeten unumgänglich, dem Wirken des Menschen ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Viele nehmen die Nachricht zunächst nicht ernst und halten die Bedrohung und die Aliens - die sich nie in Person, sondern immer nur über Technik offenbaren - für einen schlechten Scherz, doch nach dem Auftauchen eines neuartigen Virus, welches nur Menschen infiziert und sie unfruchtbar macht, sinken die Geburtenzahlen von Jahr zu Jahr. Dies führt mit zunehmender Zeit zu immer gravierenderen Auswirkungen in allen Bereichen des modernen Lebens.
Die Geschichte folgt einigen verwandten Charakteren zu verschiedenen Zeiten. Da ist zunächst "Malou", die sich während der Zeit der ersten Nachricht gerade in der Oberstufe befindet und sich aktiv im Umweltschutz engagiert. Sie beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen des menschlichen Wirtschaftens und führt immer wieder hitzige Debatten mit ihrem Vater "Talbert". Dieser ist Ingenieur bei BMW, Auto-Fan und vertritt eine wirtschaftsliberale Weltanschauung. Eine persönliche Verantwortung für den Zustand der Welt sieht er nicht und auch bezweifelt er, dass eine einzelne Person einen Unterschied machen kann. Die Dritte im Bunde ist Malous Tante "Kira". Sie ist eine fähige Mikrobiologin, die als Erste die Wirkung des Virus auf die menschliche Reproduktionsfähigkeit entdeckt und lange Zeit an der Entwicklung eines Gegenmittels arbeitet. Zusätzlich zu den dreien erfährt der Leser noch Informationen und Hintergründe von zwei Aliens (die sich selbst als "Ranger" bezeichnen) namens "Vavedi" und "Xarix". Sie betreiben eine Website, auf der die Menschen Fragen stellen und Kommentare hinterlassen können. Ausschnitte aus diesen Texten, die vor allem die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen zeigen, sind in den Ranger-Kapiteln zu lesen.
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es ist sehr kurzweilig zu lesen und hat mich auf intelligente Weise unterhalten. Die Charaktere scheinen mir vor allem in Bezug auf ihre Funktion bzw. Weltanschauung ausgelegt zu sein, wirken aber dennoch stimmig und authentisch. Die Schilderungen des Niedergangs werden zwar nicht detailliert ausgeführt, sie sind aus meiner Sicht aber ausreichend und durchaus plausibel. Emotional angesprochen hat mich die "menschliche Komponente" in Form von Malous Schicksal. Auch hier empfand ich die Darstellung als gut ausgewogen. Ein weiteres Highlight sind die moralischen Fragestellungen, die in den Diskussionen von Malou und ihrem Vater und auch an anderen Stellen thematisiert werden. In diesem Zusammenhang - und auch mit den Schilderungen der Reaktionen der Menschen und Entscheidungsträger - beweist die Autorin ein sehr feines Gespür für die Herausforderungen unserer Zeit und die Gräben in den aktuellen Diskussionen. An den metaphysischen Erklärungen und Hintergründen könnte man sicherlich noch feilen, sie haben für mich hier aber keine entscheidende Rolle gespielt.
Zum Abschluss noch ein Ausschnitt, der Malous Gefühlslage in jungen Jahren zusammenfasst (S.112): "Ich erinnere mich noch gut an meine Verzweiflung; an das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn die Erwachsenen uns nicht zu verstehen oder ernstzunehmen schienen; an meine Wut, wenn mein Vater mit nicht mehr als einem Achselzucken auf meine Vorhaltungen reagierte. Sahen sie denn nicht, was sie anrichteten? Was sie diesem Planeten, was sie anderen Menschen antaten? Es gab Momente, da hätte ich, wenn mir jemand eine Waffe in die Hand gedrückt hätte, blindlings um mich schießen können; mehr als einmal hätte ich meinen Vater am liebsten gepackt und geschüttelt: Sieh hin! Mach endlich die Augen auf!"
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