Rezension
Jürgen Rennert ist ein Hitzkopf ohne langen Löffel. Mit einem breiten Sortiment an Tontöpfen. Lieber als sich auf die Füße tritt er anderen auf den Schlips. Gleich mit seinen ersten, hintersinnigen Gedichten für frühreife Kinder und alterslose Erwachsene sprang er aus dem Rahmen des Erwarteten. Gegen den Strich dichtete er auch später. Dafür ließ er sich gern abbürsten: poetischer Nachfahr so ungleicher Ahnen wie Heine und Benn, ihnen nicht nachstehend in der Lust an politischer Provokation und ästhetischem Schock. – Richard Pietra in der Lyrikedition 2000
Vor den Gefahren der Routine hat sich Feodora Hohenlohe erfolgreich bewahrt. Wenn es etwas wiederkehrend Gemeinsames gibt auf diesen Bildern, dann ist es die virtuose Übersetzung von Stofflichkeit in Malerei. Dem Schaf will man in die Wolle greifen, Früchte, Blumen glaubt man riechen zu können, die alten Koffer hört man knarzen. Es sind die klassischen Wunder, um deren Willen man Malerei immer hochgeschätzt hat. Sie sind kein Stil, sondern eher ein Ethos. – Christoph Stölzl
Gedichtabdruck von Jürgen Rennerts "Tauwetter" aus der "Hohenloher Sonette" und Kommentar: Der Berliner Verlag PalmArtPress hat sich alle erdenkliche Mühe gegeben und ein wunderbar in der Hand liegendes Buch ediert. 80 Seiten von kräftigem Papier in hoher Qualität (...) laden zum Blättern ein. Das Auge springt hin und her. Links jeweils ein Sonett, rechts ein Bild. Zusammen stehen sie in Korrespondenz, von der älteren Bedeutung des Wortes herkommend, stehen sie in Entsprechung oder Übereinstimmung, bilden sie eine Liaison. Eine Malerin und ein Dichter, deren Herkunft kaum verschiedener sein könnte, konstituieren in dem Buch eine beeindruckende künstlerische Symbiose. –Das Blättchen, 27. Jahrgang, Nummer 4, 12. Februar 2024