Der alte Tagebau ist nur scheinbar ein einsamer und verlassener Ort. Unbemerkt von der Außenwelt hat sich in der aufgegebenen Braunkohlegrube ein Mann niedergelassen, freiwillig und im Einklang mit sich und der Natur. Doch eines Tages erhält er aus jener Welt Besuch, der er eigentlich für immer entfliehen wollte. Lesestoff für zwischendurch.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Ella
aus Hof
5/5
01.09.2023
eBook (ePUB)
Was ist Heimat? Was bedeutet…
Was ist Heimat? Was bedeutet Heimat? Gernot erzählt in ganz ruhigen und leisen Tönen von einem Mann, der in einem ungenutzten Tagebau zurückgezogen lebt. „Der Mann in der Grube“ ist eine Erzählung von Pelle Gernot. Diese rund 20 Seiten lange Erzählung verzaubert durch ihre sprachliche Melodie, ihre Fülle und die Ruhe der Handlung. Ein alleinlebender Mann steht im Mittelpunkt, der sich ganz aus der Gesellschaft zurückgezogen hat. Er hat in einem offengelassenen Tagebau „Zuflucht“ gefunden. Die Geschichte erzählt – in Erinnerungsfetzen - von der geschehenen Ausbeutung seiner Heimat, als er selber noch Kind war - bis dieser Tagebau für die Urheber der Zerstörung nutzlos geworden war. Was geschieht mit Menschen, die ihre Heimat und sich selbst verlieren? Diese Fragen versucht der Autor in der kurzen, tiefgründigen, aber bildgewaltigen Erzählung ein wenig zu beleuchten, dabei gibt das Ende keine Antwort auf diese Fragen. Die Geschichte regt zum Weiter- und Nachdenken an. Auch macht es nachdenklich, wenn man von den tiefen Wunden liest, die der Abbau von Rohstoffen in die Erde schlägt und Mensch und Natur vertreibt. Wer nach dem Hauptteil das Buch nicht beendet – zuschlägt, sondern weiterliest, der erfährt, was die Gründe waren, die den Autor bewogen haben, diese Geschichte zu schreiben. Absolute Leseempfehlung für diese berührende Geschichte
Bewertung
aus Glauchau
5/5
22.07.2023
eBook (ePUB)
Was ist Heimat?
„...Die Grube glich einer geruhsamen Insel, inmitten einer Umgebung, in der das Leben wild dahin pulsierte...“
Die Grube war ein verlassener Tagebau, den sich die Natur schon ein Stück zurückgeholt hatte. Hierher hatte sich der Mann zurückgezogen. Hier lebte er seit etlichen Jahren.
Die Kurzgeschichte besticht durch ihren ausgereiften Schriftstil. Auf wenigen Seiten wird ein ganzes Leben aufgeblättert. Als Leser erfahre ich, warum der Mann in der Grube wohnt. Es war seine Art, den Verlust der Heimat zu kompensieren.
„...Die stille Stunde war angebrochen, in der die Natur den Atem anhielt und der vergehende Tag die karge Landschaft in eine dämmriges Licht hüllte...“
Und in dieser Stunde ist heute etwas anders als in all den Tagen vorher. Der Mann hört menschliche Laute. Er findet ein weinendes Kind, das sich verlaufen hat. Er kümmert sich und verspricht dem Mädchen, es in den Morgenstunde zur Mutter zurück zu bringen. Was ihm das Mädchen allerdings erzählt, erschüttert ihn. Erneut muss er mit dem Verlust der Heimat rechnen. Wie wird er damit umgehen?
Als Zugabe zur Geschichte gibt es ein Gedicht, dass den Grundgedanken nochmals auf den Punkt bringt.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen.
Bewertung
5/5
18.07.2023
eBook (ePUB)
Schönes Buch mit viel Gefühl
So hier nun noch mein Fazit zu diesem Buch.
Mir hat es persönlich sehr gut gefallen. Es ist wirklich nicht lange aber trotzdem hat man das Gefühl die Geschichte ist stimmt und es wurde alles erzählt was wichtig ist.
Ein Junge der offenbar sehr sensibel auf Veränderungen reagiert verliert seine Heimat zugunsten des Kohleabbaus. Sicherlich ist sowas keine Einzelgeschichte und viele Male passiert früher.
Hier aber führt dieser Junge als er größer wird doch ein Leben in der Stadt das ihn aber immer mehr und mehr zu überfordern scheint. Der Junge kehrt irgendwann als Mann in seine "Heimat" zurück. Dies ist nun eine Grube, aber er ist wieder da wo alles angefangen hat. Dort lebt er schon sehr lange und kann sich auch gut versorgen. Er weiß wo die Wasserquelle ist und scheint sich auch so auszukennen was man essen kann. Er führt ein Leben weit weg von Hektik die er gar nicht haben mag.
Dann jedoch kommt durch Zufall ein Mädchen ins Spiel das sich wohl in die Grube verlaufen hat und in Kontakt mit dem Mann kommt. Nach anfänglichem Zögern oder auch ein wenig Angst läßt er sich doch etwas auf sie ein um ihr wenigstens über die Nacht zu helfen. Denn er sieht das Mädchen braucht Hilfe und irgendwie scheint er doch ein wenig Kontakte zu vermissen nach der Einsamkeit die er frei gewählt ja eben doch führt. Auch stellt er fest das er es wohl doch ein wenig genossen hat hier wieder sprechen zu können und eben einen Menschen zu sehen. Vielleicht ist auch die Unschuld eines Kindes etwas, was ihn weniger in Angst versetzt. Vielleicht würden ihn auch Kontakte gar nicht stören wenn sie in der Stadt nicht so massenhaft wären das sie ihn überfordern.
Auf jeden Fall eine Geschichte die sehr gut darstellt wie sich Menschen fühlen die ihre Heimat verlieren, bzw. verlassen müssen weil die Industrie im Vormarsch ist.
Bewertung
4/5
02.09.2023
eBook (ePUB)
Wo und was ist Heimat
Als Pelle sein Dorf für den Braunkohleabbau verlassen muss wird er Heimatlos. Die Umsiedlung kann ihm nicht das zurückgeben was er verloren hat. Als der Abbau eingestellt wird kehrt er zurück und lebt in der Grube im Einklang mit der Natur. Doch dann findet er ein Kind und muss sich der Herausforderung Stellen, diese Kind zu seiner Mutter zurückzubringen und mit der Welt dahinter konfrontiert zu werden. Eine Geschichte, die viele Fragen aufgibt
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