Nathan Kantereit ist ein verträumter, naiver, nicht mehr ganz junger Mann, der zum ersten Mal unsterblich verliebt ist: In ein Gemälde. Als aber dieses Gemälde verschwindet, muß sich der weltfremde Mensch auf ein Abenteuer einlassen: Die erste große Reise seines Lebens. Er reist diesem Gemälde nach in eine Welt, die ihm vollkommen fremd ist.
Co Winterstein erzählt in ihrer Novelle von einem erwachsenen Menschen, der mit kindlichem Gemüt all das erst entdecken muß, was Erwachsensein bedeutet. Die erste große Liebe, spät erlebt, stößt sein Leben vollkommen um.
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Eine großartige Novelle über den Wendepunkt eines Lebens - "Nathan Kantereit" ist etwas Besonderes für mich.
KarinJ am 21.10.2024
Bewertungsnummer: 2321717
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Mir hat die Novelle hervorragend gefallen.
Das lag einerseits an der Sprache, die sehr klar ist. Die Autorin Co Winterstein versteht es, mit wenigen Worten Personen, Sachverhalte, Handlungen, Gedanken und Gefühle anschaulich zu machen und zu verdeutlichen. Die Vorstellungskraft wird hervorragend angeleitet.
Andererseits mochte ich die sehr respektvolle Darstellung des Nathan Kantereit, die ohne Klischees auskommt. Es wird bald klar, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Jedoch wird ebenso deutlich, dass er sein Leben im Griff hat und es darüberhinaus mit Qualität erfüllt. Trotzdem wird man dahin geführt, diesem sympathischen Menschen etwas mehr Freude zu wünschen.
Die Geschichte ist kurz (88 Seiten inklusive Autoren- und Illustratorenbiographien, Danksagung, Bilderverzeichnis und Bilder) und daher hatte ich keine Überraschungen erwartet. Dennoch fand die Autorin Raum auch dafür. Besonders positiv überrascht hat mich der Ausgang der Geschichte. Erwartet hatte ich ein tragisches Ende, denn was kann dabei herauskommen, wenn man sich in ein Gemälde verliebt? Doch für mich klang das Ende ziemlich vielversprechend. Ich habe es und die darin liegende Botschaft gemocht: "Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören". Dieses Zitat von Hermann Hesse macht den Auftakt der Novelle und bildet gleichzeitig ihren Rahmen.
Ich mochte ebendso, dass die Darstellung so konzipiert ist, dass auf Dingen, die nicht jeder kennen kann, kein Verständnis für die Geschichte aufgebaut wurde. Nathan ist Museumswächter und interessiert sich selbst sehr für Kunst. Daher wurden viele Künstler und Kunstwerke genannt und Bezug auf sie genommen. Ich denke, dass jemand, dem diese bekannt sind, die Novelle noch lieber mögen würde wegen der Bilder, die er dabei im Kopf hat. Wenn man sie jedoch nicht kennt, versteht man dennoch, was Nathan begeistert und was ihm missfällt. Man lernt ihn kennen.
Mir hat zudem die Aufmachung des Buchs sehr gefallen, die im Verlag hibana vielleicht so üblich ist. Die ersten und letzten Seiten sind farbig bzw. enthalten Gemäldedrucke. Weitere Gemälde von Till Gerhard, von dem auch das Cover stammt, sind im Inneren abgedruckt. Ich stimme der Beschreibung seiner Werke zu, die in seiner Biografie enthalten ist. In seinen Bildern lösen sich tatsächlich die Grenzen zwischen Realität und Fiktion auf. Das geschieht ganz subtil durch Farben, die nicht ganz der Realität entsprechen, sondern einen Hauch psychedelisch sind. Oder Formen, die man im Detail so nicht erwarten würde; die den Blick anziehen und der Wahrnehmung eine Wendung geben. Ein weiteres nettes Detail war, dass bei den Buchstabengruppen st und qu die beiden Buchstaben mit einem Schnörkel verbunden waren.
Insgesamt war das Buch etwas Besonderes für mich.
Liebe kann Berge versetzen
Bewertung am 28.01.2024
Bewertungsnummer: 2118562
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Puh eine Novelle kenn ich noch zu gut aus meiner Zeit in der Schule. Kleine Bücher die man lesen und interpretieren durfte. Schon damals eine tolle Aufgabe! Aber Jahre lang habe ich nicht mehr an eine Novelle gedacht oder eine gelesen. Ich war sehr gespannt und auch ein wenig skeptisch.
Nathan lebt in Berlin und arbeitet in einem Museum als Aufsicht. Wir würden ihn heute wahrscheinlich als Nerd bezeichnen. Er lebt und liebt die Kunst und ist sonst gerne für sich. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Büchern und verbringt die Tage alleine in seiner Wohnung. Doch Nathan liebt seine Arbeit! Das liegt ganz besonders an Clara. Jedoch ist Clara kein Mensch sondern ein Bild! Ab Clara hat Nathan sein Herz verloren! Doch nun soll etwas schreckliches geschehe, Clara soll nach Italien ausgeliehen werden! Nathan weiß das er seiner Liebe folgen muss!
Ein kleines Buch das es in sich hat! Schon die Aufmachung ist wunderbar! Das Cover zeigt für mich den Inhalt der hochemotionalen Geschichte. In der Geschichte gibt es immer wieder Bilder die der Story nochmal einen ganz besonderen Tiefgang schenken! Sie sind wunderschön gemalt und haben eine besondere Farbgestaltung. Die Hauptaussage des Buches wird nochmals mit den Bildern unterstrichen. Die Geschichte von Nathan hat mich sehr bewegt. Zu erst konnte ich nicht nachvollziehen wie man sich in ein Bild verlieben kann. Aber jede Mensch ist anders und in der heutigen Zeit wird es immer schwieriger einen Partner fürs Leben zu finden der einen akzeptier wie man nun mal ist. In Clara konnte Nathan alle seine Sehnsüchte, Träume und Emotionen kennen und ein Stück weit auch ausleben lernen. Er wird als Eigenbrödler beschrieben der jedoch tiefe Gefühle hegt. Im Buch wird deutlich das wahre Liebe Berge versetzen kann und sie einem helfen kann alles zu erreichen! Der Ausbruch aus dem eigenen Leben und die Erweiterung seines selbst ist hier im Buch ganz wundersam beschrieben. Es ist toll Nathan auf dem Weg zu sich selbst zu begleiten und ich hoffe sehr das dieser kleine Schatz viele Menschen motivieren kann seine Liebe auszuleben! Das wahre Leben zu leben und los zj ziehen um Abenteuer zu erleben!
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