Limus hasst sein Leben. Niemand liebt ihn, alles ist schrecklich langweilig - denkt er. Das ändert sich, als ein mysteriöser Fremder ihm die Seelenuhr zuspielt, mit der er seine Seele in andere Körper transferieren kann. Limus ist berauscht von seiner neuen Macht und den Angeboten, die der finstere Rat der Dreizehn ihm macht.
Unbemerkt wird er immer bösartiger und hört immer weniger auf seinen Freund Florian, der ihm helfen will. Als Limus ihre Mitschülerin Valerie stalkt und seine Umgebung schikaniert, bleibt Florian keine Wahl: Er stellt sich Limus entgegen.
Aber wird er mit Valeries Hilfe Limus aufhalten und die Stadt Omphalos retten können? Denn eins ist sicher: In Omphalos kämpfen viele geheimnisvolle Mächte gegeneinander, bei denen unklar ist, ob sie Freund oder Feind sind...
Der spannende Auftakt zu einer Complex-Fantasy-Reihe über Macht, Menschlichkeit, das Gute und die Vielfalt der Perspektiven in einer rätselhaften Welt.
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Ich habe mich auf dieses Buch gefreut, denn die Grundidee bzw. die Ambitionen des Autors klangen sehr vielversprechend. Eine Seelenuhr, die es einem ermöglicht die Seele mit anderen Lebewesen zu tauschen ist ein spannender Ausgangspunkt für eine Kinderbuchreihe. Der Autor Philippe Marson verfolgt in seinem Werk ehrgeizige Ziele, darunter Fantasy, Selbstliebe, Akzeptanz und Tierschutz. Allerdings war ich, nachdem ich die ersten 100 Seiten gelesen hatte, etwas ernüchtert. Für mich gibt es drei große Punkte:
Die Sprache: Generell wirkt das Buch sprachlich noch nicht völlig ausgereift. Ein gutes Buch kann einfach runtergelesen werden (außer es ist absichtlich schwierig bzw. künstlerisch angelegt). Hier geriert ich häufig ins Stocken. Ein Lektorat kann hier wirklich ganz hervorragend helfen, um an den Fähigkeiten des Autors zu arbeiten.
Angemessenheit: Das erste Beispiel begegnete mir schon im ersten Kapitel des Buches, denn es beginnt mit Wörtern wie "Missgeburt", die meiner Meinung nach in einem Kinder- und Jugendbuch nichts verloren haben. Natürlich kann man dafür argumentieren, dass Kinder und Jugendliche mit diesen Wörtern sowieso konfrontiert werden. Jedoch muss dies nicht bedeutend, dass sie auch in Kinder- und Jugendbüchern reproduziert werden. Und die Grundaussage, nämlich dass der Vater seine Tochter ablehnt, hätte auch anders formuliert werden können. Plötzlich findet sich der Hauptcharakter im Körper einer Robbe wieder, und es werden grausame Szenen beschrieben, in denen Robbenjäger die Schädel von Robben spalten. Diese Szenen haben mich abgestoßen. Marson erklärt in seiner Biografie, dass er in der Schule eine Doku mit solchen Bildern gesehen hat und dies ihn sehr berührt hat. Das will ich nicht in Frage stellen. Jedoch möchte ich in Frage stellen, ob das wirklich der richtige Ansatz ist in diesem Alter ein Bewusstsein für Tierschutz zu schaffen.
Charakterpräsentation und Weltenbau: Die Idee von Complex-Fantasy ist toll. Viele Figuren, viele Perspektiven und eine riesige Welt, in welche man eintauchen kann. Jedoch bedeutet dies auch ein wirklich wirklich gutes Fingerspitzengefühl für Aufbau und die Führung der Lesenden durch die Handlung. Ich habe mich leider beim Lesen verloren gefühlt, was zu einem Teil an den mangelnden Information über den Protagonisten und den Handlungsort lag. Wir wissen praktisch nichts über ihn, außer dass er in Omphalos in einem Haus in einem Zoo lebt und aufs Gymnasium geht. Aber wo genau liegt Omphalos? In Deutschland, in einer anderen Welt, in einem anderen Universum? Diese Frage blieb unbeantwortet und führte zu Verwirrung. In einem absurden Moment taucht ein Chamäleon auf, das die Farben der Deutschlandflagge und dann der Flagge von Österreich trägt. Erst hier kam ich auf die Idee, dass wir uns nicht in einem anderen Universum sondern in einer Urban-Fantasy befinden. Das verwirrte mich aber nur noch mehr, denn nun machte der Rat der 13 keinen Sinn mehr für mich. Der Protagonist findet Informationen über diesen Rat in einer Stadtbibliothek im Keller, nachdem er (für die Lesenden) merkwürdigen Wegbeschreibungen gefolgt ist und ein rätselhaftes Wesen getroffen hat. Diese Szene endet abrupt, als der Protagonist ein Buch aufschlägt und plötzlich wieder in seinem Zimmer ist, wo sein Vater nach seinen Hausaufgaben fragt. Die Übergänge und Zusammenhänge in der Geschichte sind chaotisch und schwer nachzuvollziehen. Ich habe häufig vor uns zurück geblättert, in der Hoffnung einfach etwas überlesen zu haben. Aber leider wurden meine Fragen nur mehr und mehr.
Alles in allem war "Die Chroniken von Omphalos" von Philippe Marson für mich eine verwirrende Lektüre. Die vielen Ambitionen des Autors konnten nicht über die Unklarheiten und die verstörenden Elemente in der Geschichte hinwegtragen. Ich will bei meiner Stern-Vergabe aber berücksichtigen, dass es sich um ein Erstlingswerk handelt. Außerdem muss ich anmerken, dass ich nur die ersten 100 Seiten gelesen habe. Wer weiterliest und meine Meinung nicht teilt, sollte dringend eine Bewertung schreiben und kann vielleicht ein paar meiner Fragen lüften. Das Cover ist jedoch wirklich sehr gelungen!
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