Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" als soziologisches Experiment Der Verfremdungseffekt als künstlerisches Instrument der Gesellschaftskritik
-
- Taschenbuch
- eBook ausgewählt
-
Form:Einzelkauf Download
-
Sprache:Deutsch
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.Beschreibung
Produktdetails
Format
Kopierschutz
Nein
Family Sharing
Nein
Text-to-Speech
Nein
Erscheinungsdatum
11.09.2023
Verlag
GRINSeitenzahl
32 (Printausgabe)
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
EAN
9783346937100
Tatsächlich sah bereits der junge Brecht, wie ein Gesprächszitat aus dem Jahr 1929 bezeugt, das wissenschaftliche Feld der Soziologie, der "Lehre von den Beziehungen der Menschen zu den Menschen" (Brecht 1992), als adäquates Mittel zur Beseitigung der auf Ästhetik ausgerichteten Theaterpraktiken seiner Zeit, welche er "zu liquidieren" (ebd.) suchte. Die aus diesen Anstrengungen heraus entstandene Stilrichtung des epischen Theaters hatte zu diesem Zeitpunkt bereits in der Uraufführung der Dreigroschenoper am Berliner Theater am Schiffbauerdamm im Jahr zuvor große Popularität erlangt und sollte in nachfolgenden Bühnenwerken Brechts weitere Ausarbeitung und Vervollkommnung finden. Hauptangriffsziel dieses frühen Exempels der neuen Theaterform ist das bürgerliche Drama und dessen Instrumentalisierung mimetischer Handlung und sentimentaler Weltanschauungen zur simultanen Unterhaltung und Reinwaschung des bourgeoisen Publikums. Thematisch auf- und angegriffen wird hier "eine ästhetische Praxis, die sich von der Produktions- wie von der Rezeptionsseite her von Erlebnisvollzügen nährt. Gegen sie proklamiert [Brecht] den für die Wissenschaftspraxis konstitutiven Bruch mit der Augenvertrautheit unmittelbaren Erlebens" (Jürgens 2023). Diese Abspaltung vom bürgerlichen Kunstbegriff vollzieht sich innerhalb des Stücks anhand des Einsatzes neuartiger Verfremdungseffekte, welche bereits das erste Werk der Brecht'schen "Erfolgsmarke" als soziologisches Experiment kennzeichnen.
Kundinnen und Kunden meinen
Verfassen Sie die erste Bewertung zu diesem Artikel
Helfen Sie anderen Kund*innen durch Ihre Meinung
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.
zum Kundenservice