Informiert oder (doch nur) abgelenkt? Potenziale und Herausforderungen automatisierter Nachrichtenkontakte in mobilen sozialen Medien
39,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Paperback
Erscheinungsdatum
12.12.2023
Abbildungen
77
Verlag
Herbert von Halem VerlagSeitenzahl
412
Maße (L/B/H)
21,4/14,1/2,5 cm
Gewicht
510 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-86962-386-3
Am Beispiel von Social-Media-Newsfeeds als plattformübergreifendem Design-Element wird illustriert, dass die implementierte „Infinite Scrollen“-Funktionalität keine neutrale Technologie darstellt, sondern ein Werkzeug, um das unmittelbare Verhalten der Nutzer:innen im ökonomischen Interesse der Plattformanbieter zu gestalten. Mit dem „Cycle of Distraction“ wird ein theoretisches Modell formuliert, das erstmalig Befunde zur Persuasivität von Technologie, kommunikationswissenschaftliche Modelle (nicht-)intentionalen Nachrichtenlernens sowie Befunde der psychologischen Gewohnheitsforschung integriert. Im empirischen Teil werden Kernannahmen des Modells mittels ereignisbasiertem, signalkontingenten Experience Sampling, das durch die tatsächliche App-Nutzung ausgelöst wird, validiert.
Die Arbeit adressiert damit Forschungsbedarfe von fachlicher ebenso wie gesellschaftlicher Relevanz: Aus theoretischer Sicht werden situative Prozesse während der Interaktion mit sozialen Medien berücksichtigt, um unmittelbare Einflusspotenziale der Kommunikationsarchitektur auf das Verhalten zu skizzieren. Gleichzeitig werden Annahmen darüber formuliert und empirisch geprüft, wie sich ein situativ variables Verhalten im Zeitverlauf zu Verhaltenstendenzen kumulieren kann.
Auf diese Weise werden mittelbare gesellschaftliche Konsequenzen individuellen Handelns in den Blick genommen, die trotz situativer Funktionalität (Bedürfnisbefriedigung) mittel- bis langfristig dysfunktional sein können. Technologie wird so weder eine vollständige Determination unseres Verhaltens unterstellt noch naiv davon ausgegangen, dass eine durch gewinnorientierte Konzerne wie Facebook oder Google geprägte technologische Informationsinfrastruktur keinerlei Konsequenzen für relevante gesellschaftliche Aspekte wie die politische Informiertheit oder Kompetenzen im Umgang mit einer persuasiven Technologie impliziert.
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