Geld
Über Macht, Vermögen und Ungerechtigkeit | Millionenerbin und Mitgründerin der Initiative "taxmenow" blickt kritisch auf Reichtum und Macht und plädiert für Transparenz und Gerechtigkeit im Umgang mit Vermögen.
»Eine knallharte Auseinandersetzung mit Geld.« ORF
Marlene Engelhorn tut etwas, was einigen den Schweiß auf die Stirn treibt: Als Erbin eines beträchtlichen Vermögens redet sie über Geld – und besteht darauf, dass wir alle es tun. Wie viel ist genug? Was ist das gute Leben für alle? Wie wollen wir teilen? Wenn wir nachhaltige Antworten wollen, müssen wir uns damit beschäftigen, was Geld eigentlich ist. Ein erstrebenswertes Ziel oder der direkte Weg ins Verderben? Marlene Engelhorn seziert mit spitzer Feder unser Verhältnis zu Geld − und entwirft eine Vision, die zeigt, dass gerechte Umverteilung nur demokratisch wirken kann.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ein Essay über Geld? Im ersten Moment ist dies etwas befremdend, aber wenn man/frau anfängt zu lesen, sind wir plötzlich in einer Welt, die für die meisten von uns doch weiter weg ist: bei den Reichen.
Es gebürt dem Verlag Kremayr & Scheriau Respekt, eine Reihe zu veröffentlichen, die ( leider ) von Vielen übersehen werden wird.
Und doch ist dies schmale Bändchen mit Gewinn zu lesen. Es ist flüssig geschrieben, manchmal mit einen ironischen Unterton.
Also, ab in die Buchhandlung und schaut es euch mal an. Es lohnt sich.
Der Band Geld ist aus einer Serie von z.Zt. 6-8 Bänden.
Die Bücher Langeweile und Spiel aud der gleichen Reihe haben das selbe Niveau wie Geld und lassen sich gut lesen. Und das thema Langeweile ( für viele in der Coronazeit ein Alptraum) wird ebenso flüssig erzählt wie das obige Buch. Und Spiel, das dritte Buch der Reihe, welches ich gelesen habe, ist auch überaus spannend geschrieben. Wann wird gespielt, wer spielt, das Spiel des Lebens, alles wird angesprochen.
Da kommt keine Langeweile auf!
Hat mich zwiegespalten zurück gelassen
Gertie G. aus Wien am 23.10.2022
Bewertungsnummer: 1810828
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Autorin und Studentin Marlene Engelhorn (Jahrgang 1992) hat im Jahr 2021 mit der Ankündigung, 90% ihres zu erwartenden Vermögens in einem zweistelligen Millionenbetrag zu spenden, aufhorchen lassen.
Wer ist sie nun, die zukünftige Erbin, die eine Erbschaftssteuer für Reiche fordert?
Marlene Engelhorn ist die Enkelin der 94-jährigen Traudl Engelhorn-Vechiatto, deren verstorbener Mann ein Urenkel des BASF-Gründers Friedrich Engelhorn und Mitgesellschafter der Boehringer-Mannheim-Gruppe war. Der Erlös nach dem Verkauf des Konzerns brachte einen zweistelligen Milliardenbetrag ein.
In diesem Buch, das in der Reihe Übermorgen im Verlag Kremayr & Scheriau erschienen ist, legt sie ihre Gedanken zum Thema Geld und Vermögen dar.
Das Buch hat mich zwiegespalten zurück gelassen. Vor allem auch deswegen, weil sie das Fell des Bären verteilt, bevor er erlegt ist. Sprich, Großmutter Engelhor-Vechiatto lebt noch. Auf der anderen Seite kann ich mir schon vorstellen, dass die Vorstellung, ein solches Vermögen zu bekommen, Angst macht.
Manche der Gedanken von Marlene Engelhorn sind nachvollziehbar, manche lassen mich den Kopf schütteln.
Nachvollziehbar ist für mich:
Geld bedeutet Macht, viel Geld bedeutet viel Macht
Geld per se ist nicht schlecht, der falsche Umgang damit schon
Über Geld spricht man nicht, über fehlendes Geld vielleicht schon
(Wieder)Einführung der Erbschaftssteuer ab einer bestimmten Höhe des Erbes (da geht es jetzt nicht um die Eigentumswohnung und/oder die 100.000 Euro auf diversen Sparbüchern sondern um richtig große Summen).
Nicht nachvollziehen kann ich jedoch, dass sie sich nicht mit der Herkunftsgeschichte ihres zukünftigen Vermögens beschäftigen will. Man erinnere sich, ein Großteil der Gewinne der BASF (vormals IG-Farben) wurde im Zweiten Weltkrieg mit Hilfe von Zwangsarbeitern erwirtschaftet.
So heißt es z. B. auf S. 122:
„Ich kenne keine Details und die Schuldfrage interessiert mich nicht, dafür sind Gerichte zuständig. Die Herkunft meines Geldes ist aber ebenso wichtig wie dessen zukünftige Verwendung.“
Da empfinde ich die Idee, das Vermögen (oder den überwiegenden Teil davon) zu spenden, fast ein wenig scheinheilig. Hier ließe sich wohl Wiedergutmachung betreiben.
Falsches Geschichtswissen orte ich auf Seite 111, wenn sie allen Ernstes behauptet
„Dass Geld als solches erst an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit aufkam, scheint mir passend. Die Versorgung wurde neu geregelt. Geld als neues Gut war der Schlüssel dazu.“ Da muss man sich schon fragen, ob die Autorin noch nie von griechischen Drachmen oder römischen Denaren gehört hat.
Auf mich macht die Autorin einen zutiefst verunsicherten Eindruck. Der eine oder andere Gedanke wirkt naiv, andere hingegen revolutionär. Unmittelbar auf die eingangs erwähnte Ankündigung, 90% des zu erwartenden Vermögens zu spenden, gab es in den sozialen Netzwerken eine Reihe von Anregungen und Ideen, was mit dem Geld geschehen könnte. Von der Aufforderung es auf die Konten diverser Poster zu verteilen bis hin zur Frage, warum nur 90% und nicht das gesamte Vermögen. Denn bis jetzt hat die Studentin Marlene Engelhorn ja auch nicht Notstandshilfe gelebt sondern von ihrer Herkunft profitiert.
Fazit:
Ein Buch, das mich zwiegespalten zurückgelassen hat, weshalb es nur 3 Sterne erhält.
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