Reise in ein fernes Land
Eine unvergessliche Reise durch den Nahen Osten mit der Queen of Crime — »Heiter und mit unbestechlichem Blick erzählt.« Brigitte
Eine unvergessliche Reise durch den Nahen Osten mit der Queen of Crime
Mit Witz, Charme und einem unbestechlichen Blick für Ort und Menschen erzählt die Grande Dame des Kriminalromans von einem nahezu unbekannten Kapitel ihres Lebens: den abenteuerlichen Reisen zu Ausgrabungsstätten in Syrien und im Irak, die sie an der Seite ihres Ehemannes Max Mallowan, einem Archäologen, unternahm. Ihre lebendigen Eindrücke und stimmungsvollen Schilderungen nehmen die Leser mit auf eine Reise in den Orient der 1930er Jahre und zu den Schauplätzen ihrer großen Kriminalromane.
"Unheimlich heiter und klug!" The Guardian
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In "Reise in ein fernes Land" berichtet Agatha Christie über ihre Expeditionsreise nach Syrien und in den Irak mit ihrem Ehemann Max Mallowan. In ihrem Vorwort schreibt sie: "Zum Schluss noch eine Warnung, um keine Enttäuschung aufkommen zu lassen. Dies hier ist kein tiefschürfendes Buch. Es vermittelt keine aufregenden Einsichten in die Archäologie, es fehlen auch wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, die Lösung der ökonomischen und gesellschaftlichen Probleme sowie ein historischer Abriss.
Genau besehen ist es ein Leichtgewicht, dieses Büchlein, es erzählt vom alltäglichen Leben und Treiben."
Und genau so sollte man diesen Reisebericht auch lesen. Christie erzählt hier von den Reisevorbereitungen, von Shoppingtouren, vom Koffer packen, der Zufahrt, den Arbeitern und deren Mentalität, den täglichen Herausforderungen und Problemen auf der Ausgrabungsstätte und vieles mehr.
Agatha schrieb diesen Bericht auf ihrer Reise in den 1930ern. Damals war die Mentalität eine ganz andere. Doch finde ich, dass sie ein gutes Auge für die Menschen hatte und offen war für neue Begegnungen.
Dieser Bericht ist eine Möglichkeit Agatha Christie noch besser kennenzulernen und mit ihr zu reisen.
Ihr Erzählstil ist so lebendig, dass ich das Gefühl hatte direkt mit ihr im Nahen Osten zu sein. Außerdem ist er getränkt mit viel englischem Humor, Witz und einer guten Prise Selbstironie. Claudia Mertz-Rychner ist hier eine hervorragende Übersetzung gelungen.
Besonders gut gefallen haben mir die Originalfotos der Expeditionen, am Ende einiger Kapitel. Sie vermittelten mir noch lebendiger, die damaligen Verhältnisse.
Für mich war es die perfekte Lektüre
VolkerM
5/5
31.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
„Reise in ein fernes Land“…
„Reise in ein fernes Land“ ist ein für Agatha Christie sehr ungewöhnliches Werk. Es ist ein Erlebnisbericht, kein Roman und es handelt von den archäologischen Expeditionen, die sie mit ihrem Mann Max Mallowan zwischen 1935 und 1939 nach Nordsyrien unternahm. An der Grenze zum Irak war Mallowan mit Ausgrabungen der altmesopotamischen Stadtkulturen, z. B. am Tell Brak beschäftigt, an denen Agatha aktiv beteiligt war. Auch nach dem Krieg begleitete sie ihren Mann immer wieder auf Expeditionen, während denen sie viele ihrer Romane schrieb (die nicht zufällig oft im mesopotamischen Kulturraum spielen). Der Fokus des Buches liegt auf den persönlichen Erlebnissen mit den Menschen und Kulturen vor Ort, die gewonnenen archäologischen Erkenntnisse werden dagegen nicht behandelt. Wie in den Romanen interessiert sich die Autorin besonders für das Zwischenmenschliche, das gerade bei einem Clash of Cultures unerwartete Wendungen nimmt. Christie ist von der arabischen Kultur fasziniert und begegnet ihr mit viel Verständnis, auch bei Gelegenheiten, die unseren Wertmaßstäben in keiner Weise entsprechen. Als roter Faden zieht sich die extreme Gewaltbereitschaft der angestellten Arbeiter durch das gesamte Buch, Messerangriffe sind an der Tagesordnung, es gibt zahlreiche Mordversuche und auch Morde. Betrug, Neid und Missgunst sind eine ständige Herausforderung für Max als Expeditionsleiter, der die Streitigkeiten stets mit einer offenen Brieftasche besänftigt, selbst wenn er weiß, dass er gerade betrogen wird. Bei Vergehen werden die Arbeiter zwar entlassen, am nächsten Tag aber wieder eingestellt, wodurch auch kein Unrechtsbewusstsein entsteht. Agatha Christie beschreibt das alles mit einer Nonchalance, die wohl nur dadurch zu erklären ist, dass die Opfer immer nur aus den Reihen der Arbeiter stammen, die europäischen Expeditionsteilnehmer werden damals noch als Patriarchen und Richter akzeptiert. Das Buch hat mir erschreckend die Augen geöffnet, weil es meiner Meinung nach bis ins Detail erklärt, was gerade in unserem eigenen Land passiert. Viele der eingewanderten Araber haben ihren archaischen und blutrünstigen Wertecodex offenbar unverändert mitgebracht und leben ihn hier weiter aus, nur haben sie mittlerweile ihren Respekt vor den Europäern verloren. Max Mallowan sagt einmal „Der Tod wiegt hier leicht“, was es ziemlich auf den Punkt bringt. Der Gewalttätigkeit als Ausdruck von Überlegenheit haben wir nichts entgegenzusetzen, außer die Täter mit Wohltaten ruhigzustellen, genau das, was sich auch bei Mallowan als einziges Mittel bewährt hatte. Mit einem Unterschied: Mallowan fuhr am Ende der Grabungssaison wieder nach Hause und nahm die Probleme nicht mit. Agatha Christie hatte einen gewissen Einblick in die arabische Gesellschaft, die sie zwar faszinierte und vor der sie sich auch kaum jemals fürchtete, aber sie war damals geschützt durch einen klug agierenden Mann und viel Geld. Außerdem sieht sie fast ausschließlich die öffentliche Männerwelt, die Welt der Frauen bleibt ihr, bis auf wenige Kontakte weitgehend verschlossen. Ich muss ihr die unkritische Haltung in gewisser Weise sogar vorwerfen, denn sie idealisiert diese Gesellschaft, indem sie die (wirklich) permanent präsente Gewalt akzeptiert. Letztlich hat auch sie dem nichts entgegenzusetzen gehabt. Wer das Deutschland von heute verstehen will, der sollte dieses authentische Buch unbedingt lesen.
A.Basan
aus Garbsen
4/5
09.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Für Fans
Um es gleich vorneweg zu sagen: in diesem Buch gibt es keinen Mord, nicht einmal einen klitzekleinen. Aber dies ist uns im Klappentext ja auch nicht versprochen worden. Es handelt sich vielmehr um einen Reise- und Expeditionsbericht.
Der Text ist zu empfehlen für alle Agatha Christie-Fans, die auch mal eine andere Seite der berühmten Autorin kennenlernen möchten.
Mit viel Selbstironie erzählt Agatha Christie von einer Ausgrabungskampagne in Syrien, auf der sie ihren zweiten Mann Max Mallowan begleitete. Der Bericht zeugt von ihrer tiefen Liebe zu Land und Leuten. Ihr Ton ist nie überheblich oder arrogant. Weinerlichkeit oder Anspruchsdenken gehen ihr völlig ab. Auch wenn etwas schiefläuft, erzählt sie mit viel Wärme und Verständnis für fremde Kulturen. Man schmunzelt unweigerlich, wenn sie bespielsweise berichtet, mit welchen Schwierigkeiten es verbunden ist, ein Paket vom hiesigen Postmeister abzuholen.
Das Buch ist nicht nur eine Reise in ein fernes Land, sondern auch in eine längst vergessene Zeit.
Bewertung
aus Moosburg
4/5
04.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit anderen Augen
Mit Witz, Charme und einem unbestechlichen Blick für Ort und Menschen erzählt die Grande Dame des Kriminalromans von einem nahezu unbekannten Kapitel ihres Lebens: den abenteuerlichen Reisen zu Ausgrabungsstätten in Syrien und im Irak, die sie an der Seite ihres Ehemannes Max Mallowan, einem Archäologen, unternahm. Ihre lebendigen Eindrücke und stimmungsvollen Schilderungen nehmen die Leser mit auf eine Reise in den Orient der 1930er Jahre und zu den Schauplätzen ihrer großen Kriminalromane. (Klappentext)
Nach wenigen Seiten nahm mich Agatha Christie mit in die 1930 Jahre und entführte mich zu den Ausgrabungsstätten in Syrien und dem Irak. Der Schreibstil ist so lebendig und bildgewaltig, dass ich das Gefühl hatte, ich wäre direkt mit vor Ort. Die Spannung ist auch von Anfang an gegeben und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe schon viele Romane von Agatha Christie gelesen, aber erst durch dieses Buch ist mir vieles verständlicher und auch anschaulicher geworden.
Bewertung
3/5
12.08.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unverfälschter Einblick in das Denken von Agatha Christie
Mit ihrer spitzen Zunge, viel Humor und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe berichtet in diesem Buch Agatha Christie höchstselbst von ihren Erlebnissen in Syrien und dem Irak. Ihr Ehemann, ein Archäologe, besuchte in den 1930er-Jahren dort einige Ausgrabungsstätten und wollte Agatha an seiner Seite nicht missen. Auch sie selbst wollte sich dieses Abenteuer keinesfalls entgehen lassen. Gemeinsam erleben sie und ihre Wegbegleiter turbulente Zeiten. Eine Reise zur damaligen Zeit war dann doch um einiges strapaziöser, als wir es heute gewohnt sind. Die Beschreibungen von Land und Leuten sind natürlich ganz vom Blickwinkel der damaligen Zeit geprägt. Das wirkt für uns heute an manchen Stellen etwas verwunderlich, aber genau das macht ja dann auch den Reiz aus. Man erhält einen seltenen Einblick in die Zeit, aber vor allem in das Denken und die Persönlichkeit der Queen of Crime. Von dieser Seite auf jeden Fall eine Bereicherung für jeden Christie-Fan. An die Kriminalromane reicht es vom Leseerlebnis aus meiner Sicht dann aber doch nicht heran. Fairerweise muss man natürlich berücksichtigen, dass man einen persönlichen Reisebericht und einen ausgeklügelten Kriminalroman kaum vergleichen kann. Das Buch eignet sich wahrscheinlich am besten als Ergänzung zu den verschiedenen Christie-Biografien auf dem Markt, denn hier kommt sie selbst zu Wort. Nicht in Form einer literarischen Figur, sondern als die charismatische Person, die sie war.
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