Produktbild: Der ewige Westen

Der ewige Westen Wie ein Land nach sich selbst suchte und die alte Bundesrepublik fand

2

20,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

05.07.2024

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

21/12,8/2 cm

Gewicht

303 g

Farbe

Zitronengelb

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-360-02760-3

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

05.07.2024

Verlag

Das Neue Berlin

Seitenzahl

240

Maße (L/B/H)

21/12,8/2 cm

Gewicht

303 g

Farbe

Zitronengelb

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-360-02760-3

Herstelleradresse

Das Neue Berlin
Märkisches Ufer 28
10179 Berlin
DE

Email: kontakt@eulenspiegelverlag.de

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  • Manuela404

    5/5

    05.08.2024

    Buch (Taschenbuch)

    Eine provokante Aufforderung zur Ost-West-Reflexion

    In seinem neuesten Werk präsentiert der Historiker und Philosoph Jürgen Große ein mutiges und anspruchsvolles Buch, das den intellektuell ängstlichen Westen zu einer überfälligen Selbstreflexion ermutigt. Mit scharfsinnigem Blick und einer gehörigen Portion Arroganz fordert Große die Leser dazu auf, die festgefahrenen Interpretationen des Ost-West-Verhältnisses zu überdenken. Das Buch setzt sich kritisch mit der gängigen Praxis auseinander, den Osten als passives Objekt der Analyse zu betrachten. Stattdessen kehrt Große den Spieß um und richtet den Fokus auf den Westen selbst. Er stellt die provokative Frage: »Was ist das für ein Gebilde, das sein Selbstverständnis aus einem imaginären Deutschland der anderen bezieht?« Diese Untersuchung ist besonders bedeutsam, da sie nach 33 Jahren deutscher Einheit erfolgt. Große lädt den Westen zur Selbstreflexion ein und stellt dessen Bedürfnis, sich vom Osten abzugrenzen, als fragwürdige Notwendigkeit dar. Mit seiner Analyse bietet er eine intellektuelle Reise, die Geschichte und Gegenwart neu verknüpft und eine frische Perspektive auf die deutsch-deutsche Identität eröffnet. Große gelingt es, die Leser durch seine eloquente und präzise Sprache zu fesseln. Er führt sie durch eine tiefgründige Erkundung der historischen und aktuellen Dynamiken, die das Selbstverständnis des Westens prägen. Sein Werk ist nicht nur eine historische Abhandlung, sondern auch eine philosophische Reflexion, die den Leser dazu anregt, eigene Überzeugungen zu hinterfragen und neue Denkweisen zu entwickeln. Insgesamt ist dieses Buch ein herausforderndes und bereicherndes Leseerlebnis. Es ermutigt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und den oft unhinterfragten Annahmen über das Ost-West-Verhältnis. Jürgen Große hat ein Werk geschaffen, das sowohl inhaltlich tiefgründig als auch stilistisch brillant ist – eine unverzichtbare Lektüre für jeden, der an den Feinheiten der deutsch-deutschen Geschichte und Identität interessiert ist.

  • j.h.

    aus Berlin

    5/5

    28.07.2024

    Buch (Taschenbuch)

    DER EWIGE WESTEN – Ehrliche und ernüchternde Bilanz nach 34 Jahren

    „Seit 1990 hatte der deutsche Westen zwischen den Extremen von moralischer Supermacht und materieller Seligkeitsinsel oszilliert; eine Wirtschafts- und Verfassungsnation, kein Nationalstaat. Besonders die älteren Ostdeutschen, durch Krieg und Nachkriegserleben jahrzehntelang Nettozahler des verlorenen Weltkriegs, folglich weniger kriegslustig als der deutsche Wertewesten, dienten zu dessen Identitätsvergewisserung auf negativem Wege. … Mit Beginn der russischen Invasion 2022 wurden sie durch Westdeutschlands Heimatmedien zudem als nationalegoistische oder DDR-nostalgische Russlandfreunde, gar als „Putinversteher“ markiert. … Bereits 1989/90 hatten publizistische umtriebige Wertewestler gern die Freiheitsliebe der Osteuropäer mit dem Wohlstandsverlangen der Ostdeutschen kontrastiert. Unter allen Ostblocknationen schien allein den Ex-DDRlern die Russlandbindung eine Herzenssache zu sein. Gegen diesen vermeintlich sowjet-russisch dauerinfizierten deutschen Osten – autoritär, nationalprovinziell, gewaltlüstern – wurde seit 2022 ein imaginärer Weltläufigkeitsblock nordamerikanisch-westdeutsch-osteuropäischer Provenienz mobilgemacht. Große Teile der einst tiefgrünen Kultur- und Medienbourgeoisie erwiesen sich als Springer-kompatibel. Die Front des Ossishasses reicht heute von der transatlantisch konvertierten Westlinken über versprengte „Antideutsche“ bis zu den CDU-Granden in Politik, Rüstung, Außenwirtschaft, die Konservatismus seit jeher als Konservierung westdeutscher US-Loyalität buchstabierten.“ (S. 206 ff.) Jürgen Große (*1963) zieht diese ehrliche und ernüchternde Bilanz im 34. Jahr der Deutschen Einheit, die eben nichts weiter als ein Beitritt mit der Forderung nach Anpassung und Selbstverleugnung war. Insbesondere die europäischen Ereignisse seit 2022 führten zur Eskalation eines Unwohlseins, das schon sehr viel länger vorhanden war. Auch im Jahr 2020 musste man sich schon sehr weit von der Alltagsrealität entfernt haben, um vom „besten Deutschland, das es jemals gegeben hat“ zu fabulieren. Die Ergebnisse der Europa-Wahlen und die Prognosen der bevorstehenden drei Landtagswahlen zeigen deutlich, dass das Deutschland des Jahres 2024 von der viel beschworenen inneren Einheit weiter entfernt ist als 10 Jahre zuvor. Und das kann eben nicht mit einer Undankbarkeit der Ostdeutschen erklärt werden. In 11 Kapiteln analysiert der Autor die Politik der letzten Jahre ebenso wie rückblickend die vom Kalten Krieg geprägten Weichenstellungen der beiden deutschen Staaten seit 1949. Nicht alles dabei ist leicht verständlich. Insgesamt bietet das Buch nachdenkenswerten Diskussionsstoff. Zu befürchten ist allerdings, dass die voraussehbaren Ergebnisse der Landtagswahlen im September 2024 erneut für eine mediale Abrechnung mit dem deutschen Osten führen werden, wofür die üblichen Autoren und Talkshow-Gäste sicher schon perfekt vorbereitet sind.

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