Das Rechtssubjekt und sein Bildungsroman Ein Beitrag zur Kulturgeschichte des Privatrechts im 19. Jahrhundert
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- Deutsch ausgewählt
49,90 €
inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Taschenbuch
Erscheinungsdatum
01.04.2024
Verlag
VelbrückSeitenzahl
340
Maße (L/B/H)
22,2/14/2,7 cm
Gewicht
562 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-95832-362-9
Warnhinweis
Dieses Produkt benötigt gemäß Artikel 9 Absatz 7 der GPSR-Verordnung keine Warnhinweise.
Karl-Heinz Ladeur zeigt kenntnisreich auf, wie das Privatrecht des 19. Jahrhunderts zunächst eine exzessive Symbolisierung von Einheit in Gestalt der unbeweglichen »Begriffsjurisprudenz« hervorbringt. Am Ende des Jahrhunderts wird diese von der beweglich gewordenen, an der Macht orientierten »Zweckjurisprudenz« abgelöst. Beide Lesarten bleiben jedoch einseitig auf den Staat fokussiert. Dagegen erlaubt das vom Autor ausgearbeitete Verständnis von »Recht als Kultur«, die Gesellschaft als »knowable« (Lawrence Rosen) und als praktischen Handlungskontext zu erleben. In diesem Kontext ist umgekehrt auch der Beitrag der Kultur zur Entfaltung des Rechtssubjekts zu sehen, der in der französischen Revolution explizit durch die politische Erziehung in der »École Normale« erbracht werden sollte. In Deutschland wurde dies eher implizit durch den Bildungsroman realisiert, der das Medium der Selbstentwicklung auch des Rechtssubjekts geworden ist.
Das Buch zeigt darüber hinaus, dass den auf (staatliche) Einheit eingestellten Rechtskonzepten des 19. Jahrhunderts schon damals ein nach wie vor interessantes, an Hegels Begriff orientiertes Möglichkeitsdenken hätte entgegengesetzt werden können: ein Denken der Durcharbeitung der Kollisionen multipler gesellschaftlicher Regeln, welches das Recht methodisch für das Operieren mit Differenzen vor Einheit in einer normativen Kollisionsordnung pluraler Regeln geöffnet hätte.
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