Interkulturalität im Werk von Alfred Döblin (1878-1957) Literatur als Dekonstruktion totalitärer Diskurse und Entwurf einer interkulturellen Anthropologie
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- Deutsch ausgewählt
69,90 €
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Beschreibung
Produktdetails
Einband
Set mit diversen Artikeln
Altersempfehlung
ab 12 Jahr(e)
Erscheinungsdatum
27.03.2024
Verlag
IbidemSeitenzahl
742
Maße (L/B/H)
24,4/16,6/4 cm
Gewicht
1275 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-8382-1930-1
Die spätere Reise in Polen, die durch den Fischer-Verlag finanziert wurde, bietet einmalig die Möglichkeit, kulturelle Prozesse im polnischen Kulturraum unmittelbar zu beobachten, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sein Exil in der Schweiz, in Frankreich und in Amerika, (im westlichen Kulturraum) für die Wahrnehmung des Außereuropäischen fast kontraproduktiv war. Aus ethnographischen, intertextuellen und historischen Dokumenten wird seine Beobachtung vom Außereuropäischen gewonnen. Dabei fällt auf, dass Interkulturalität, Reisen und Beobachten Grundpfeiler seiner ästhetischen Erfahrungen über das Außereuropäische konstituieren, obwohl die Bedeutung des Intertextuellen dabei artikuliert werden soll. Gleichzeitig aber bieten sie ihm die Möglichkeit, das Eigenkulturelle (Das Europäische, das Deutsche und das Jüdische) kritisch zu reflektieren. Ebenfalls bedeuten die Erfahrungen des Fremdkulturellen (Indischen, Chinesischen und Südamerikanisch-Indianischen) eine kritische Wahrnehmung der angesprochenen Kulturmuster, zumindest in ihren positiven und negativen Zügen.
Anders als Hans Christoph Buch, Hubert Fichte, Uwe Timm oder sogar Bodo Kirchhof, die in ihrer Funktion als Schreibende eine Beobachterrolle übernehmen, welche mit der des Fachethnologen/Fachethnographen vergleichbar ist, wenn man natürlich von Reise in Polen, in dem dem Autor diese Funktion zukommt, absieht, legt Döblin den Fokus seiner ästhetischen Erfahrungen vornehmlich auf intertextuelle und historische Bezüge, aber auch auf die Beobachtung von Bildern. Intertextualität und Intermedialität bilden daher auch den Ausgangspunkt seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem Fremd- und Eigenkulturellen. Obwohl seine Einnahmen ihm weder eine Reise nach Indien, noch nach China erlaubten, konnte er jedoch, wie er selbst später zugeben sollte, Dinge im Original lesen, nämlich Reisebeschreibungen, wovon er ein großer Liebhaber war. Schreiben stellt sich Döblin als eine Reise, in der er neue Entdeckungen macht, vor. Darum lässt sich der Schreibprozess mit sonderbaren Fahrten vergleichen. Diese „Fahrten hinter geschlossenen Türen führten „ihn“ nach China, Indien, Grönland, in andere Epochen, auch aus der Zeit heraus“ Die Vorstellungen, die hinter Döblins geistigen und realen Fahrten stecken, decken die Dimensionen der mehrfachen Alterität von Raum, Kultur, Zeit und Utopie ab. Sie bilden das, was der indisch-englische Autor Salman Rushdie zu Recht „Heimatländer der Phantasie“ nennt.
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