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Der Geruch von verbranntem Eukalyptus Über Herkunft, Sprache und Zugehörigkeit

Aus der Reihe biografien bewegt
4

21,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.09.2024

Verlag

Orlanda Verlag GmbH

Seitenzahl

152

Maße (L/B/H)

21,4/12,6/1,8 cm

Gewicht

263 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Fusta d’eucaliptus cremada. Un relat sobre els orígens i les identitats

Übersetzt von

Michael Ebmeyer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-949545-63-4

Beschreibung

Rezension

»Der Geruch von verbranntem Eukalyptus lässt sich nicht so einfach in eine literarische Kategorie einordnen. Es ist gleichzeitig eine Liebesgeschichte und ein Schlachtruf, ein Klagegedicht und eine Hymne. Es ist eine fesselnde Pflichtlektüre, die vor Zärtlichkeit strotzt und kompromisslos in ihren Einschätzungen und Erkenntnissen bleibt.« Maaza Mengiste

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

18.09.2024

Verlag

Orlanda Verlag GmbH

Seitenzahl

152

Maße (L/B/H)

21,4/12,6/1,8 cm

Gewicht

263 g

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Fusta d’eucaliptus cremada. Un relat sobre els orígens i les identitats

Übersetzt von

Michael Ebmeyer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-949545-63-4

Herstelleradresse

Orlanda Buchverlag GmbH
Karl-Liebknecht-Str. 36
04107 Leipzig
DE

Email: mail@orlanda.de

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  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    10.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Äthiopien pur und eine intensive Auseinandersetzung über die eigenen Wurzeln und Identität

    Die Autorin erzählt uns in dieser autobiografischen Geschichte viel über ihr Geburtsland Äthiopien. Sie war sieben Jahre alt, als ihre Mutter sie und ihren dreijährigen Bruder mit allerletzten Kräften in die Mutter-Theresa-Station schleppte. Ihre Mutter verstarb ein paar Tage später, ausgezehrt von Aids. Ihr kleiner Bruder, dem das Virus mit der Zeugung in die Wiege gelegt wurde, folgte ihr keine drei Wochen später. Ennatu hatte Glück, denn sehr bald fanden sich Adoptiveltern aus Barcelona. Und ein neues Leben jenseits der bislang gewohnten bitteren Armut und fern von Kinderarbeit konnte beginnen. Ihre Eltern waren so umsichtig und ließen die Autorin nie ihre Wurzeln vergessen. Ganz im Gegenteil, sie förderten es sehr und reisten drei Jahre später mit ihr nach Äthiopien, zurück in den Norden des Landes, in dem sie aufwuchs. Es war ein hartes Leben, im Grenzgebiet von Sudan und Eritrea. Der gelebte Wahnsinn namens Krieg und bewaffnete Scharmützel standen an der Tagesordnung, die Leidtragenden waren immer die Ärmsten der Bevölkerung. Die autobiografische Erzählung ist eigentlich nur ein Aufhänger, eine Rahmenhandlung, die sehr intensive Einblicke in das karge Leben auf dem Land vermitteln. Das Buch ist ein Manifest für die Identitätsfindung, das Besinnen der Wurzeln von denen man kommt und zugleich ein politischer Führer durch das Land. Was ist Identität? Wie stellt sie sich dar? Oder wie kann sie sich darstellen, wenn man als junge Erwachsene aus zwei Welten kommt? Auch wenn es keine frühkindlichen Erinnerungen gibt, ab einem gewissen Alter vergisst man nichts mehr. So konnte Ennatu noch sehr viel von ihrer kleinen Familie und dem Leben in jenen Landstrichen berichten, sich darauf besinnen, ja sogar die Kontakte zu suchen um sich bewusst zu machen, wo sie ihre Wurzeln hat. Und wo man auf der anderen Seite (durch viel Glück) ein Zuhause bekommen hat. Wieviel Adoptivkinder haben schon die Möglichkeit, ihre Vergangenheit lebendig zu gestalten, und auch ihre Muttersprache als Teil ihrer wahren Identität zu behalten und zu pflegen. S. 14: „Und wie schwierig es war, eine Karte zu finden, auf der die Ortsnamen Dansha und Humera vorkamen! Sie schienen nicht zu existieren, doch ich beharrte darauf, dass ich in diesen Städten gelebt hätte. Nie war mir so klar gewesen, wer ich war und woher ich kam.“ [Anm: Dies geschah 2003, im Zuge der Adoption der Siebenjährigen.] Der Titel – „Der Geruch von verbranntem Eukalyptus“ ist eine der frühesten Erinnerungen aus der Kindheit. Denn diese Hölzer aus den riesigen Plantagen wurden auch zum Feuermachen verwendet. Was die Autorin, geb. 1996, in ihrem kurzen Leben nicht nur erlebt, sondern auch schon geschaffen hat – bitte selber lesen. Es ist unglaublich informativ, natürlich auch stark politisch gefärbt, und dennoch mit den Lebensberichten unterhaltsam verfasst, sodass es einen richtigen Sog beim Lesen entwickelte. Das Leseerlebnis wäre natürlich nichts ohne eine sehr gute Übersetzung von Michael Ebmeyer Das Buch habe ich sehr gerne gelesen. Es macht nachdenklich und eröffnet weite Blicke über den eigenen Tellerrand in einen Staat, den wir nur von den meist negativen Schlagzeilen her kennen. Ganz große Leseempfehlung !

  • MarcoL

    aus Füssen

    5/5

    10.05.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Äthiopien pur und eine…

    Äthiopien pur und eine intensive Auseinandersetzung über die eigenen Wurzeln und Identität Die Autorin erzählt uns in dieser autobiografischen Geschichte viel über ihr Geburtsland Äthiopien. Sie war sieben Jahre alt, als ihre Mutter sie und ihren dreijährigen Bruder mit allerletzten Kräften in die Mutter-Theresa-Station schleppte. Ihre Mutter verstarb ein paar Tage später, ausgezehrt von Aids. Ihr kleiner Bruder, dem das Virus mit der Zeugung in die Wiege gelegt wurde, folgte ihr keine drei Wochen später. Ennatu hatte Glück, denn sehr bald fanden sich Adoptiveltern aus Barcelona. Und ein neues Leben jenseits der bislang gewohnten bitteren Armut und fern von Kinderarbeit konnte beginnen. Ihre Eltern waren so umsichtig und ließen die Autorin nie ihre Wurzeln vergessen. Ganz im Gegenteil, sie förderten es sehr und reisten drei Jahre später mit ihr nach Äthiopien, zurück in den Norden des Landes, in dem sie aufwuchs. Es war ein hartes Leben, im Grenzgebiet von Sudan und Eritrea. Der gelebte Wahnsinn namens Krieg und bewaffnete Scharmützel standen an der Tagesordnung, die Leidtragenden waren immer die Ärmsten der Bevölkerung. Die autobiografische Erzählung ist eigentlich nur ein Aufhänger, eine Rahmenhandlung, die sehr intensive Einblicke in das karge Leben auf dem Land vermitteln. Das Buch ist ein Manifest für die Identitätsfindung, das Besinnen der Wurzeln von denen man kommt und zugleich ein politischer Führer durch das Land. Was ist Identität? Wie stellt sie sich dar? Oder wie kann sie sich darstellen, wenn man als junge Erwachsene aus zwei Welten kommt? Auch wenn es keine frühkindlichen Erinnerungen gibt, ab einem gewissen Alter vergisst man nichts mehr. So konnte Ennatu noch sehr viel von ihrer kleinen Familie und dem Leben in jenen Landstrichen berichten, sich darauf besinnen, ja sogar die Kontakte zu suchen um sich bewusst zu machen, wo sie ihre Wurzeln hat. Und wo man auf der anderen Seite (durch viel Glück) ein Zuhause bekommen hat. Wieviel Adoptivkinder haben schon die Möglichkeit, ihre Vergangenheit lebendig zu gestalten, und auch ihre Muttersprache als Teil ihrer wahren Identität zu behalten und zu pflegen. S. 14: „Und wie schwierig es war, eine Karte zu finden, auf der die Ortsnamen Dansha und Humera vorkamen! Sie schienen nicht zu existieren, doch ich beharrte darauf, dass ich in diesen Städten gelebt hätte. Nie war mir so klar gewesen, wer ich war und woher ich kam.“ [Anm: Dies geschah 2003, im Zuge der Adoption der Siebenjährigen.] Der Titel – „Der Geruch von verbranntem Eukalyptus“ ist eine der frühesten Erinnerungen aus der Kindheit. Denn diese Hölzer aus den riesigen Plantagen wurden auch zum Feuermachen verwendet. Was die Autorin, geb. 1996, in ihrem kurzen Leben nicht nur erlebt, sondern auch schon geschaffen hat – bitte selber lesen. Es ist unglaublich informativ, natürlich auch stark politisch gefärbt, und dennoch mit den Lebensberichten unterhaltsam verfasst, sodass es einen richtigen Sog beim Lesen entwickelte. Das Leseerlebnis wäre natürlich nichts ohne eine sehr gute Übersetzung von Michael Ebmeyer Das Buch habe ich sehr gerne gelesen. Es macht nachdenklich und eröffnet weite Blicke über den eigenen Tellerrand in einen Staat, den wir nur von den meist negativen Schlagzeilen her kennen. Ganz große Leseempfehlung !

  • xxholidayxx

    5/5

    21.10.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Wie riechen Erinnerungen? Ennatu Domingos bewegende Lebensreise zwischen den Welten

    In "Der Geruch von verbranntem Eukalyptus" schildert Ennatu Domingo ihre eindrucksvolle Lebensgeschichte, die von ihren Wurzeln in Äthiopien und ihrer Adoption durch eine katalanische Familie geprägt ist. Domingo, geboren 1996 in Äthiopien, hat sich mit ihrer fundierten Ausbildung in Politikwissenschaft und internationaler Konfliktforschung eine breite Perspektive erarbeitet, die sie in diesem autobiografischen Werk in Form von persönlichen Erlebnissen und Reflexionen präsentiert. Worum geht's genau? In ihrem Buch erzählt Domingo von ihrer Kindheit im ländlichen Äthiopien, wo sie mit der tiefen Ungleichheit und den Herausforderungen des Lebens konfrontiert wurde. Nach dem Verlust ihrer Mutter und ihres Bruders wird sie im Alter von sieben Jahren von einer katalanischen Familie adoptiert. Die Autorin thematisiert auf eindringliche Weise Fragen der Identität, der Mehrfachzugehörigkeit und der gesellschaftlichen Ungleichheit, die sie als Erwachsene weiterhin beschäftigen. Sie reflektiert auch über den Verlust ihrer Muttersprache und die Bedeutung von Sprache für das Verständnis ihrer eigenen Identität. Durch ihre Erzählungen wird der Leser eingeladen, über die eurozentrische Perspektive auf Afrika nachzudenken und die komplexen Schichten von Heimat, Verwurzelung, Rassismus und Feminismus zu erkunden. Meine Meinung Obwohl das Cover des Buches mich nicht sofort angesprochen hat, hat mich der Klappentext umso mehr neugierig gemacht. Das Buch, das die Geschichte der äthiopisch-spanischen Autorin Ennatu Domingo thematisiert, bietet eine intensive Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von relevanten Themen wie Heimat, Identität, Armut, Sprache, Krieg, Politik, Verwurzelung, Rassismus und Fremdheit. Schon beim Lesen fiel mir auf, wie einnehmend der Schreibstil ist; ich konnte das Buch kaum weglegen. Mit knapp 150 Seiten ist es zudem ein Werk, das sich gut in einem Rutsch lesen lässt, wobei es sich lohnt, immer wieder innezuhalten und über die kraftvollen Aussagen nachzudenken. Dank des Buches durfte ich einiges über die Geschichte Äthiopiens und die Situation der dort lebenden Bevölkerung, insbesondere von Frauen, lernen. Diese Einblicke waren für mich sehr bereichernd. Allerdings stieß ich in meiner E-Book-Version auf einige Wortzusammensetzungsfehler wie „Fahrzeugtrafen“ oder „dassernichteinmal“, die meinen Lesefluss etwas störten. Trotz dieser kleinen Mängel schätze ich die eindringliche Erzählweise der Autorin sehr. Besonders gefallen hat mir, dass sie immer wieder das Amharische in ihre Texte einfließen lässt. Dies verleiht der Erzählung eine zusätzliche Dimension und ermöglicht es, einen Zugang zu ihrer wiederentdeckten Muttersprache zu finden. Ein Glossar am Ende des Buches erklärt die Amharischen Wörter, was ich als sehr hilfreich empfand. Insgesamt hat mich das Buch tief bewegt und zum Nachdenken angeregt. Es bietet einen wertvollen Perspektivwechsel und ist für alle, die sich für Themen wie Identität und kulturelle Zugehörigkeit interessieren, absolut empfehlenswert. Fazit Mit einer Bewertung von 5 von 5 Sternen kann ich "Der Geruch von verbranntem Eukalyptus" nur wärmstens empfehlen. Ennatu Domingo hat es geschafft, ihre persönliche Geschichte mit gesellschaftlich relevanten Themen zu verweben und die Leser:innenschaft auf eine eindrucksvolle Reise durch Identität und Herkunft mitzunehmen. Dieses Buch hat mich inspiriert und dazu angeregt, die eigene Perspektive auf die Welt zu hinterfragen.

  • begine

    aus Lemwerder

    5/5

    18.09.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herkunft und Zugehörigkeit

    Die aus Äthiopien stammende und in Katalanin aufgewachsene Ennatu Domingo lässt uns in ihrer Geschichte, Der Duft von verbranntem Eukalyptus, an ihren Erinnerungen und Emotionen teilnehmen. Ihre Mutter war Nomadin und arbeitete als Landarbeiterin. Als Ennatu 7 Jahre alt ist, sterben ihre Mutter und ihr kleiner Bruder. Sie wird von einem katalanischen Ehepaar adoptiert und wuchs in Barcelona auf. Jetzt , als Erwachsene berichtet sie von ihren Empfindungen. Die Erzählung hat mich sehr gefesselt und hat es verdient, das alle es lesen.

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