Ein junger Ork hat sich in Auroras Schule eingeschlichen, aber seltsamerweise beunruhigt das absolut niemanden! Dabei ist doch allgemein bekannt, dass Orks kleine Kinder besonders gern auf dem Speiseplan sehen und auch ansonsten unberechenbar sind! Um den jungen Ork davon abzuhalten, gefährliche Dummheiten zu begehen, muss Aurora ihn sehr genau im Auge behalten.
Der unermüdliche Lewis Trondheim legt mit AURORA UND DER ORK eine neue Serie vor, in der er fantastische Elemente in den Schulalltag trägt und sich gleichermaßen an ein Lesepublikum von Kindern als auch an Erwachsene richtet. In AURORA UND DER ORK geschehen gruselige Dinge, aber nur in der Vorstellung des Leser:innen – und immer außerhalb dessen, was in den Bildern gezeigt wird. Ein schrecklicher Lesespaß!
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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„Aurora und der Ork“ von Lewis Trondheim ist der Auftakt einer neuen Comicreihe aus dem Hause Reprodukt im Taschenbuchformat. Aus dem Französischen übersetzt hat Ulrich Pröfrock, das Lettering ist von Dirk Rehm.
In Band 1 „Ein neuer an der Schule“ wundert sich außer Aurora niemand darüber, dass der Neue ein Ork ist. Es ist ja nicht so, dass diese nicht gefährlich wären. Aber das stört niemanden. Die Lehrerin ist ganz entzückt und bittet die Mitschüler, besonders nett und tolerant zu sein, auch wenn der Ork aus einer gewalttätigen und bildungsfernen Familie stammt. Natürlich sitzt er neben Aurora, die der Sache auf den Grund gehen will und den Ork im Auge behält, damit nichts Schlimmes passiert. So führt Aurora den Ork in die Gepflogenheiten der Menschenwelt ein. Macht ihm klar, dass man auf Hunden nicht rumkaut und auch die Dame in der Kantine nicht angeknabbert werden darf. Sie zeigt ihm, wie man auf die Toilette geht und gibt Tipps für die anstehende Einladung zum Kindergeburtstag. Beobachtet argwöhnisch, wie der Schulbösewicht sich mit dem Ork anfreundet und versucht dem Ork das Schreiben beizubringen.
Wenn der Ork durch eine Tür geht, landet er wegen des Elfenzaubers, der ihn in Auroras Welt gebracht hat, wieder in seiner Welt bei den Elfen, die seine Feinde sind. Geht er durch die nächste Tür, ist er wieder bei Aurora. Da kann es schon mal vorkommen, dass er blutverschmiert und mit Pfeilen im Rücken auftaucht.
Der Auftakt der neuen Comicreihe „Aurora und der Ork“ hat mir sehr gefallen. Da hier zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinanderprallen, wimmelt es nur so vor Situationskomik. Der Ork steht ja für alles, was wir im Zusammenleben mit Menschen ablehnen. Gewalt ist keine Lösung. Daraus ergibt sich viel Witz, wenn der Ork versucht zu verstehen, warum wir zum Beispiel alles aufschreiben. Es rattert eine Weile bis er versteht: man schreibt, um später seine Feinde damit zu foltern. Dann ergibt es Sinn für ihn. In vielen wechselnden Alltags(schul)szenen kann man die ersten Schritte des Orks in der Menschenwelt verfolgen und sich kringelig lachen. Lewis Trondheim nimmt hier alles aufs Korn. Der Humor ist zum Teil ganz trocken, denn Aurora muss ja auch irgendwie damit umgehen, dass es niemandem komisch vorkommt, dass ein Ork unter ihnen lebt, nicht mal ihre Eltern wundern sich.
Die Illustrationen kommen ohne Panelrahmen aus und sind klar strukturiert durch den weißen Hintergrund. Die Schrift in den Sprechblasen ist gerade noch angenehm groß zum Lesen. Die Farbwahl ist eher gedeckt und zurückhaltend. Im Vordergrund stehen die szenischen Dialoge, die sich lose aneinanderreihen. Herrlich, wie der Ork Fußball spielen will oder seine Stärken im Geschichtsunterricht zur Schau stellen kann. Der Comic macht einfach viel Spaß, ohne dabei angestrengt Tiefgang haben zu wollen. Kinder und Erwachsene haben hier ihren Spaß. Ich freue mich schon sehr auf Band 2, denn am Ende gehen Aurora und der Ork durch eine Tür und landen plötzlich beide in der Welt der Elfen und Orks…
LeLiPä
3/5
26.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein Titel, der irritiert...
Es gibt einen neuen Mitschüler in Auroras Schulklasse: ein optisch furchteinflößender Ork, der ständig eine Keule mit sich herumträgt. Es wird gemeinhin behauptet, Orks seien abscheuliche Wesen und außerordentlich gefährlich.
Umso erstaunter ist Aurora, deren Job es ist, den Ork in der Klasse willkommen zu heißen, dass sich niemand vor ihm fürchtet oder Schutzmaßnahmen ergreift.
„Finden Sie das nicht gefährlich, so ein Ork an der Schule, Frau Lehrerin? Er könnte doch Kinder fressen...“, erkundigt sie sich bei ihrer Lehrerin, die nur müde lächelnd abwinkt und eher die Vorteile des Neuzuwachses aufführt.
Auch ihre Eltern sind über den sonderbaren Mitschüler begeistert und freuen sich, dass Aurora die Auserwählte ist, die sich in der Schule um ihn kümmern darf.
Aurora ist durch und durch verwirrt, erklärt dem Ork aber dennoch die Besonderheiten des menschlichen Lebens und führt ihn in den Alltag ein.
Der Ork ist tatsächlich ziemlich aggressiv, aber die Lehrerin nimmt sich seiner Brutalität an und formt daraus einen Selbstverteidigungskurs für alle Schülerinnen und Schüler. Was ist nur los in der Schule? Der Ork passt doch so gar nicht in Auroras Welt...
Am Ende zahlen sich Offenheit und Ehrlichkeit aus. Neues zulassen, offen sein, zuhören und voneinander lernen lauten die Gesetze der Gegenwart.
Der Autor irritiert nicht nur Aurora, sondern entlässt die Leserinnen und Leser zum Ende der Geschichte ebenfalls in einen luftleeren Raum. Denn der Ork ist und bleibt gefährlich.
Es bleibt jedem überlassen, wie er oder sie die Geschichte für sich interpretiert oder welche Lehre daraus gezogen wird. Auch ein Ansatz.... Redet miteinander und tauscht Euch aus, könnte der Appell lauten.
Der zweite Band zu dieser neuen, interessanten Comic-Reihe erscheint im späten Frühjahr dieses Jahres.
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