Wie findet man sich selbst, wenn alles im Leben ins Wanken gerät? Francis ist 21, orientierungslos und voller Zweifel. Die Schule abgebrochen, der Job bedroht, die Träume unklar und seine Eltern versinken in ihren eigenen Krisen. In dieser chaotischen Gegenwart fühlt er sich verloren, ohne Ziel und ohne Halt. Als er zufällig den Aufsatz eines Jungen namens Edgar J. entdeckt, beginnt sich etwas zu verändern. Zum ersten Mal spürt Francis einen Funken Hoffnung, eine Ahnung davon, wer er vielleicht sein könnte. Diese neue Energie rüttelt auch seine Eltern auf und setzt eine Entwicklung in Gang, die niemand erwartet hätte. Der Roman zeichnet ein eindringliches Bild einer jungen Generation, die zwischen Erwartungen und inneren Konflikten nach Sinn sucht. Schritt für Schritt muss Francis lernen, sich selbst zu vertrauen und die Frage zu beantworten, die über allem schwebt: Was will ich wirklich im Leben erreichen? Eine bewegende, klarsichtige Geschichte über Identität, Familie und den Mut, den eigenen Platz in der Welt zu finden.
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In Lara Hoffmanns erstem und neustem Roman Future sucks entführt uns die Autorin in die Welt einer Familie - der Protagonisten Francis, 21 und seinen Eltern Ann und Bill.
Obwohl die Lebenswelten dieser unterschiedlicher nicht sein könnten, verbindet alle drei Hauptcharaktere die Frage was will ich mit meinem Leben anfangen?. Den 21-jährige Francis, der noch am Anfang seines Lebens steht, plagen Selbstzweifel und ein Gefühl des Nicht Angekommen Seins. Während er sich weder mit der Schauspielschule identifizieren kann, die er besucht - noch einen Sinn in seinem Nebenjob in einem Burgerladen sieht, stellt eine zufällige aber vielleicht schicksalhafte Begegnung seine Gedankenwelt auf den Kopf.
Francis Vater Bill hat auf den ersten Blick alles, was man sich vom einem Bilderbuchleben erhofft - einen stringenten Lebenslauf mit einem sehr gut bezahlten Job als Lehrer an einer Highschool, Haus, Frau und Kind. Dennoch fühlt er sich zunehmend leer und zweifelt an der Sinnhaftigkeit seines Berufes. Er hat das Gefühl zu versagen, fühlt sich nicht erfüllt und die Krawatte, welche er täglich trägt scheint ihn innerlich zuzuschnüren. Als er eines Tages geplagt von seinen Zweifeln und getrieben von seinem Instinkt einen Gitarrenladen betritt, gewinnt er wieder an Lebensenergie und lässt langsam einen scheinbar längst erloschenen Traum der Vergangenheit aufleben.
Ann - die Mutter von Francis und Ehefrau von Bill, litt lange an einem Burn-Out und konnte ihrer Familie keinen Halt geben. Eines Tages wacht sie jedoch voller Lebensenergie auf und weiß es plötzlich ganz genau: Sie ist eine Künstlerin - ihre Berufung ist die Malerei von toten Tieren. Dass sie für ihre Hingabe schräge Blicke und Tuscheleien der Nachbarn oder Ablehnung gegenüber ihrer speziellen Kunst erntet, bringt sie dennoch nicht davon ab ihren Traum zu leben. Mit einer empathischen und lebensnahen Tiefgründigkeit beschreibt die Autorin drei Perspektiven von drei Menschen, die eine Familie sind, jedoch unabhängig voneinander aus den Höhen und Tiefen des Alltags ihre persönliche Leidenschaft wieder finden - oder im Falle von Francis erst entdecken müssen. Gleichzeitig werden die Protagonisten mit den wohl wichtigsten Fragen des Lebens konfrontiert: Bin ich gerade wirklich glücklich? Worum geht es eigentlich im Leben? Und sind es nicht die intensiven Momente, die das Leben erst so lebenswert erscheinen lassen?
In Future sucks wird keine Utopie des endlosen Glücklichseins angestrebt - viel mehr beschreibt das Buch realistisch den steinigen und anspruchsvollen Weg, den es braucht um zu sich selbst zu finden. Trotz der ernsten Thematik gelingt es der Autorin mit viel Charme und Humor schweren Themen eine wohltuende Leichtigkeit zu geben. Tiefgründige Monologe der jeweiligen Protagonisten - vor allem von Francis, lassen den Leser tief in die komplexe Gedankenwelt der Charaktere eintauchen. Ob Selbstzweifel, Euphorie oder Angst, die Autorin zeigt Emotionen auf, die wahrscheinlich jeder schon einmal gespürt hat in seinem Leben - und sich daher umso mehr mit Francis, Bill oder Ann verbunden fühlt. Doch nicht nur das Innenleben der Protagonisten, sondern auch die intelligenten, tiefgründigen und witzigen Dialoge der Hauptfiguren mit Personen, denen sie im Laufe ihrer persönlichen Suche begegnen, geben dem Roman eine besondere intensive und lebensnahe Tiefe. Ein exzellent geschriebenes Buch, welches sich spannend und fesselnd liest und eine wichtige Botschaft hinterlässt - auch das scheinbar Unperfekte kann perfekt sein. Es regt zum Nachdenken über den wirklichen Sinn des Lebens an, ohne jedoch eine schwere Melancholie zu hinterlassen. Viel mehr gibt einem der Roman das wohlige Gefühl von Balsam auf der Seele. Ein Buch für Groß und Klein - da die Frage nach dem Sinn des Lebens als unser lebenslanger Begleiter fungiert.
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