Dorfschmied Karl ermittelt wieder Der neue historische Fall aus Ralf Lanos Krimischmiede
Auf einer Schmuggeltour im heißen Sommer 1947 wird der erfahrene Kaffeeschmuggler Leopold Schilz im Wald bei Bitburg ermordet. Vorläufig wird der Ortsbürgermeister des Dörfchens Disselbach verhaftet, der am Tatort gesehen wurde. Der Mord ist der erste Fall für Kriminalkommissar Peters als Beamter bei der neuen Polizei von Rheinland-Pfalz. Er ahnt bald, dass etwas Größeres hinter der Sache steckt.
Der Organisator der Schmuggelaktivitäten in Bitburg ist der zwielichtige Thomas Schwarz. Um dessen finstere Machenschaften zu durchleuchten, heuert Peters den Dorfschmied Karl Bermes an, der sich mit den Hintergründen des lukrativen Kaffeeschmuggels gut auskennt. Gemeinsam mit dem Polizeianwärter Eddi Franken wird Karl in die Schmugglerbande eingeschleust. Gleich die erste Tour steht unter keinem guten Stern, denn Andrej, ein angeblicher ehemaliger polnischer Kriegsgefangener, wird schwer verletzt und ringt mit dem Tod. Es stellt sich heraus, dass Karls Mission viele Gefahren birgt.
Die Mordermittlungen führen schließlich von Bitburg zum Einödhof der Familie Schilz auf den Bergen bei Waxweiler, der während der Ardennenoffensive komplett zerstört wurde. Karl muss erkennen, dass die Hintergründe des Falls wesentlich tiefer wurzeln als gedacht …
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
Schenken Sie Ihren alten Schätzen ein zweites Leben und erhalten dafür eine Thalia Geschenkkarte.
Ein intensives Buch über die Nachkriegszeit und ein spannender Kriminalfall
Leopold Schilz ist ein Schmuggler. Schmuggel ist ein einträgliches Geschäft, so kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Eine Zeit, in der überall ein Mangel an Nahrungsmittel oder Luxusgütern wie Kaffee oder Zigaretten herrscht. Als Leo ermordet wird lässt sein Tod niemanden in Trauer ausbrechen, denn er erfreute sich keiner großen Beliebtheit.
Peters, mittlerweile zum Kriminalkommissar aufgestiegen, soll den Mord an Leopold aufklären. Und ihm fällt nichts Besseres ein als Karl Bermes in die Schmugglerbande einzuschleusen, damit dieser ihm Infos über die einzelnen Mitglieder besorgt. Ihm zu Seite wird der liebenswerte Polizeianwärter Eddie Franken gestellt. Ein Grünschnabel, der von echter Polizeiarbeit noch absolut keine Ahnung hat.
Die Zeit drängt, denn auch der Zoll hat die Bande schon im Visier und möchte sie hochnehmen. Sollte das geschehen, bevor Peters den Mörder dingfest machen kann, hat er keine Möglichkeit mehr, weitere Ermittlungen anzustellen. Und er braucht einen Erfolg um zu beweisen, dass die neu eingesetzte deutsche Polizeitruppe ihren Aufgaben gerecht wird.
Kommentar:
Bei „der Tod kennt verschwiegene Pfade“ handelt es sich um den zweiten Roman von Ralf Lano, der erneut in dem kleinen Ort Disselbach (und Umgebung) spielt. Karl Bermes hat nicht viel zu tun in seiner Schmiede. Zwar soll der Steinbruch bald wieder eröffnet werden aber so lange dies noch nicht passiert ist, ist die Arbeit rar. Überall herrscht Mangel. Zwar helfen sich die Dörfler untereinander aus, aber oft reicht es trotzdem nicht. Es ist auch keine Hilfe, dass die Flüchtlinge in nahe gelegenen Lager von der Besatzungsmacht versorgt werden. Wer wenig besitzt, neidet gerne anderen etwas ohne zu begreifen, dass dieser noch weniger hat. Keine Heimat, keine Familie, kein Land und kein Zuhause. Auch wenn sich die Dörfler und die Menschen aus dem Lager etwas nähergekommen sind , bleiben Misstrauen und Vorurteile bestehen. Das hat sich seit 1947 ja nicht geändert, noch heute werden Flüchtlinge ausgegrenzt, die an allem schuld sind.
Ralf Lano beschreibt diesen Alltag sehr eindringlich und ehrlich.
Karl und Eddie gelingt es schnell, in die Bande von Thomas Schwarz aufgenommen zu werden. Auch Frauen gehören dazu, denn viele Männer sind aus dem Krieg nicht zurückgekehrt und die Frauen müssen nun sehen, wie sie die Familie ernährt bekommen. Die Touren finden nur nachts statt, immer auf verschiedenen Wegen, damit der Zoll ihnen nicht auf die Schliche kommt.
Weder Karls Eltern noch das Fräulein Schneebach sind begeistert von Karls erneuten Einsatz für die Polizei. War es letztes Jahr noch eher der Zufall, der ihn mit Peters zusammengeführt hat, handelt er dieses Mal in dessen Auftrag. Immerhin profitieren alle in Karls Umgebung von dem Schmuggel, denn Karl bekommt stets hervorragenden Kaffee von seinem ehemaligen Luxemburger Kollegen Pierre. Karl hatet sich bisher noch nie Gedanken über den Ursprung des Kaffees gemacht, oder über die Gefahren, die der Schmuggel mit sich bringt.
Ralf Lano beschreibt die Situation nach dem Krieg sehr eindringlich und glaubhaft. Er beschönt nichts und an dem Beispiel Eifel lässt er uns erkennen, wie schlimm es in Deutschland nach Kriegsende aussah. Die Dorfgemeinschaft hält zusammen, gegen alles Fremde und gegen alle Außenseiter. Es gibt kein „nur weiß oder nur schwarz“. Viele der Schmuggler nehmen die Gefahren aus Verzweiflung auf sich. Es gibt kaum Arbeitsstellen und viele Familien haben kein Einkommen. Schmuggel ist die einzige Lösung, der Armut etwas entgegenzusetzen.
Als der Dorfbürgermeister Valentin von Peters verhaftet wird, brodelt die Gerüchteküche. Karls Bermes ist kein Freund des Bürgermeister aber sogar er hat etwas dagegen, dass Außenstehende ihn befragen und benutzen, um Valentin zu verhaften. Das ist ein weiterer Grund, warum er Peters hilft und sich in die Bande einschleusen lässt. Er kann sich nicht vorstellen, dass dieser Wendehals und Stiefellecker Valentin eines Mordes fähig ist.
Eddie entpuppt sich als liebenswerter und symphytischer Kerl, den man einfach mögen muss. Peters ist nicht mehr so ein Komisskopp wie im ersten Band. Er nimmt seinen neue Posten sehr ernst, nutzt aber noch alle Lücken in den Zuständigkeiten, die sich nach Kriegsende aufgetan haben. Die Besatzungsmächte ziehen sich zurück und die Lücken sind noch nicht gefüllt. Das öffnet viele Möglichkeiten.
Fräulein Schneebach spielt dieses Mal nicht so eine große Rolle wie in Band eins, was ich etwas schade finde. Sie ist „not amused“, dass Karl sie nicht in seine Aktivitäten einbezieht und versucht alles um ihn auszuhorchen.
Mir gefällt die Serie ungemein. Sie kommt ohne Effekthascherei aus und schildert ungeschönt einen Alltag, der von Verlust, Kampf und Entbehrungen geprägt ist. Die Eifeler sind ein besonderes Völkchen, die allen Widerständen zu trotz versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.
Fazit:
Ein ein intensives Buch über die Nachkriegszeit, das den Alltag des Jahres 1947 sehr eindringlich schildert. Teilweise bedrückend aber immer glaubhaft und ehrlch. Auch der Schreibstil überzeugt.
Anjas_Buchspuren
5/5
04.06.2026
Buch (Taschenbuch)
Im Schatten des Schmuggels
Inhalt: Der Schmuggler Leopold Schilz wird in einem Wald bei Bitburg ermordet. Peters, Kriminalkommissar der neu gegründeten Polizei Rheinland-Pfalz, übernimmt die Ermittlungen und bittet den Dorfschmied Karl Bermes, verdeckt in den Schmugglerkreisen Nachforschungen anzustellen.
Mein Leseeindruck: Mit dem zweiten Band kehren wir zurück zu Dorfschmied Karl Bermes nach Disselbach in die Eifel des Nachkriegsjahres 1947. Erneut gelingt es dem Autor, die Lebensrealität der Nachkriegszeit eindrucksvoll einzufangen. Mangel, Hunger, Tauschhandel und Schmuggel prägen den Alltag, während der Wiederaufbau, auch auf behördlicher Ebene, langsam beginnt. Das historische Setting wirkt auf mich überzeugend recherchiert und authentisch dargestellt.
Neben Karl und dem inzwischen deutlich sympathischer auftretenden Kommissar Peters begegnen wir auch weiteren bekannten Figuren aus dem ersten Band wieder. Dazu zählen die Lehrerin Fräulein Schneebach, der Bürgermeister und Pauline, die in einem Flüchtlingslager lebt. Bei Karl und Pauline hätte ich mir stellenweise gewünscht, ihnen einen kleinen Schubs in die richtige Richtung geben zu können.
Gleichzeitig bereichern neue Charaktere wie der Polizeianwärter Eddi die Geschichte. Besonders gelungen finde ich, dass alle Figuren glaubwürdig, lebendig und nahbar wirken.
Die Ermittlungen kommen zunächst nur langsam voran. Der Drahtzieher im Hintergrund bleibt undurchschaubar und schon bald wird deutlich, dass hinter dem Mord weit mehr steckt als zunächst vermutet. Ich habe bis zum Schluss eifrig mitgerätselt. Das spannende Finale und die schlüssige Auflösung konnten mich schließlich voll überzeugen.
Fazit: Ein gelungener historischer Krimi, der nicht nur mit einer interessanten Kriminalhandlung, sondern vor allem mit seinem atmosphärisch dichten und authentischen Nachkriegssetting überzeugt.
Bewertung
5/5
21.01.2026
Buch (Taschenbuch)
Schmuggel und Liebeskummer in der Eifel
Seit den letzten Ereignissen ist ein Jahr vergangen und Dorfschmied Karl wird in diesem zweiten Band der historischen Eifelkrimi-Reihe mal wieder mehr oder weniger unfreiwillig in die Ermittlungen eines Mordfalles reingezogen. Sein Undercover Auftrag mit dem jungen Polizisten Eddi wird auch dadurch erschwert, dass dieser sich Karls Angebeteten Pauline annähert. Karl ist furchtbar eifersüchtig - bis er im Schmugglerring auf die hübsche Karin trifft…
Neben den interessanten Ermittlungen zu Mord und Kaffeeschmuggel wird es in diesem Teil auch ein bisschen persönlicher um die Charaktere und ihre Gefühlswelt. Der Schreibstil behält aber weiterhin seine Prise Humor bei, wodurch sich die Geschichte trotz des ernsteren Grundtenors und der teilweise schwierigen Themen wie Mord und Folter spannend und kurzweilig liest. Zum harten Ende möchte ich nicht zu viel verraten, außer dass ich an einer Stelle ganz tief schlucken musste…
Der zweite Teil um Dorfschmied Karl hat mir wieder gut gefallen, auch wenn mein Lieblingscharakter, die neugierige Lehrerin Fräulein Schneebach, diesmal einen deutlich kleineren Anteil an der Geschichte hat
Manuela Hahn
5/5
30.12.2025
Buch (Taschenbuch)
Der Tod kennt verschwiegene Pfade (Der Eifeler Dorfschmied ermittelt Band 2) von Ralf Lano
Ein Jahr nach der Explosion im Wald bei Disselbach treffen wir wieder auf den Dorfschmied Karl Bermes. Ich mochte ihn schon im ersten Band sehr, und so war ich gespannt, wohin ihn das neue Abenteuer führen würde. Dieses Mal beauftragt ihn Kriminalkommissar Peters, inzwischen Teil der neu gegründeten Polizei im ebenfalls neu gegründeten Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit dem Polizeianwärter Eddie in einen Schmugglerring einzusteigen. Die Bande schmuggelt Kaffee über die Grenze, und einer ihrer Männer, der als „Lupen-Leo“ bekannte Leopold Schilz, wurde ermordet. Hinter dem Fall steckt mehr, als es zunächst scheint, und bald gerät Karl tiefer hinein, als ihm lieb ist. Und es bleibt nicht bei diesem einen Toten.
Der Anschluss an den ersten Band gelang mir mühelos. Ich war vom ersten Kapitel an wieder ganz in dieser Nachkriegswelt, die Ralf Lano mit viel Gespür für Details und Atmosphäre beschreibt. Da man die Figuren bereits kennt, braucht es keine langen Erklärungen, ein paar Rückblenden genügen, damit sich auch Neueinsteiger in die Reihe schnell zurechtfinden können.
Er erzählt von den immer noch schwierigen Lebensumstände im Dorf und im Lager, das fast allein von Pauline geleitet wird, auf ihren Schultern ruht die ganze Verantwortung, weil ihr Vater noch nicht wieder ganz gesund ist und da gibt es nicht nur verwaltungstechnisch viel zu tun auch menschlich ist es nicht immer einfach, auch wenn manches mich zum Schmunzeln brachte »Es gab Nervensägen im Lager und es gab Frau Solkowski« Ihre Beziehung zu Karl ist immer noch schwierig, er ist und bleibt ein unbeholfener Tollpatsch, wenn es um Liebesdinge geht.
Natürlich kommt auch die Ermittlungsarbeit nicht zu kurz und hier profitiert Karl wieder von seiner besonderen Auffassungsgabe. Kommissar Peters weiß Karls Kenntnisse über das Dorf, den Schmuggel und die Schmugglerpfade sehr zu schätzen und lässt ihm einige Freiheiten, was ihn für mich sehr sympathisch macht, mehr jedenfalls als im ersten Band. "Der Tod kennt verschwiegene Pfade", ist wieder einmal ein spannender und soweit ich das beurteilen kann hervorragend recherchierter historischer Kriminalroman, und ich bin schon gespannt wie es weitergeht.
Bewertung
aus Essen
5/5
15.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Bin gespannt auf die Fortsetzung
Ralf Lano gelingt es erneut, mit feinem Gespür für Atmosphäre und historischen Details einen spannenden Kriminalfall in der Nachkriegs-Eifel zu erzählen. In „Der Tod kennt verschwiegene Pfade" begleiten wir wieder den Dorfschmied Karl Bermes, - ein Mann, der trotz aller Widrigkeiten an seinen kleinen Ritualen festhält. Sein Tag beginnt nie ohne eine frisch aufgebrühte Tasse Kaffee, ein Luxus, der in dieser Zeit alles andere als selbstverständlich ist.
Als ein Kaffeeschmuggler ermordet aufgefunden wird, und deshalb sein Nachschub nicht mehr gesichert ist, beginnt eine Ermittlungsreise, die ihn an seine persönlichen Grenzen bringt.
Fräulein Schneebach, die resolute Lehrerin mit Herz und Verstand mischt auch wieder mit, sie ist in diesem Band zwar nicht im Zentrum der Ermittlungen, sorgt aber mit ihrer klugen, manchmal spitzen Art für wichtige Impulse. Ihre Szenen - etwa wenn sie mit trockenem Humor Karls Ermittlungen kommentiert oder mit überraschender Entschlossenheit auftritt - sind kleine Glanzlichter. Sie ist eine Figur, die ich nicht missen möchte: altmodisch im besten Sinne, mit einem klaren moralischen Kompass und einer gehörigen Portion Mut.
Lano schreibt ruhig, aber eindringlich. Die Spannung entwickelt sich schleichend, fast wie der Nebel, der sich über die Eifellandschaft legt. Und doch zieht einen die Geschichte immer tiefer hinein - nicht zuletzt wegen der glaubwürdigen Figuren, die mehr sind als bloße Ermittler oder Verdächtige. Sie sind Menschen mit Geschichten, mit Ecken und Kanten, mit Sehnsüchten und Schwächen.
Fazit:
Ein historischer Krimi, der weit mehr ist als nur ein Mordfall. Es geht um Verlust, Hoffnung und die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen - wie eine Tasse Kaffee am Morgen oder eine Lehrerin, die mehr sieht als andere. Für alle, die Krimis mit Tiefgang und Charakter lieben, ist dieses Buch ein echter Geheimtipp.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für Ihr Feedback
Wir nutzen Ihr Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Falls Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.