A searing novel from Women's Prize longlisted author, Kirsty Capes. GIRLS follows two sisters, Mattie and Nora, on an all-or-nothing road trip across the US, exploring the intricacies of motherhood, friendship and the ties that bind us - or break us. Perfect for fans of Expectation by Anna Hope and Daisy Jones and the Six by Taylor Jenkins Reid.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Was für ein Welzer! 540 Seiten! Meist bin ich da zu Beginn erst mal überfordert! Aber hier hat mich schon die Aufmachung des Buches abgeholt! Quietsch grün und auf dem Cover zwei glücklich aussehenden „Girls“. Doch das Cover trügt, denn die Geschichte im Buch ist alles andere als heiter!
Die berühmte Malerin Ingrid Olssen ist Tod! Die Gesellschaft kennt ihre Werke, doch was ihre beiden Kinder Nora und Mathilda mit ihr erleben mussten, das weiß fast niemand. Beide Schwestern haben sich entfremdet. Doch nach dem Tod der Mutter muss es Wege geben wieder zusammen zu finden.
Ich bin fertig mit dem Buch und ich weine! Weine aus tiefstem Herzen! Dieses Buch vag mich tief gerührt! Außerdem habe ich mein Bestseller für 2025 gefunden! Dieses Buch geht unter die Haut! Tatsächlich habe ich für meine Verhältnisse recht lange gebraucht das Buch zu beenden. Aber es war ehrlich gesagt keine leichte Kost! Es ist einfach erschreckend zu lesen wie Nora und Mathilda aufwachsen mussten und was ihre Mutter ihnen angetan hat! Noch erschreckender finde ich die Vorstellung das genau das im wirklichen Leben passiert! Kinder erleben so viel schreckliches im Leben und sind geprägt für ihr Leben! Und was bleibt in den allermeisten Fällen trotz der schlimmsten Erlebnissen? Eine tiefe Liebe zu seinen Eltern! Es war so schmerzhaft für mich zu lesen wie die beiden Mädels gekämpft haben! Auch im weiteren Verlauf hat mich bewegt wie beide Mädels versucht haben die Dämonen der Vergangenheit zu besiegen, jede auf ihre Weise. Auch wenn das Ende mich so traurig macht, war mir klar das diese Geschichte nur ein Ende haben kann! Die Aufmachung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Ausschnitte aus Richards Buch, die Interviews und die Recherche sind super gemacht. Auch die Einleitung in die jeweiligen Kapitel sind cool! So schlimm und traurig die Geschichte auch sein mag, es gibt trotzdem immer wieder was zu schmunzeln und zum Lachen! Dem Thema Tod kann man hier auch nochmal auf ganz andere Weise begegnen! Es tut weh, aber wie es auch im Buch steht, am Ende müssen wir nun mal alle Sterben! Ich liebe das Buch!!!
Bewertung
5/5
05.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Empfehlung
Kirsty Capes ist mit „Girls“ ein bewegender, vielschichtiger Roman gelungen, der weit mehr ist als eine Familiengeschichte – er ist ein intensives Porträt über Kunst, Erinnerung, Schwesterlichkeit und das Ringen um Selbstbestimmung.
Im Mittelpunkt stehen Matilda und Nora, zwei Schwestern, deren Leben von der übergroßen Figur ihrer Mutter überschattet wird: der weltberühmten Künstlerin Ingrid Olssen. In der Öffentlichkeit gefeiert für ihr Werk, war sie für ihre Töchter vor allem eines: unberechenbar, egozentrisch – und auf tragische Weise unnahbar. Besonders ihr berühmtestes Gemälde, „Girls“, in dem sie sich selbst zusammen mit Matilda und Nora porträtiert, wird zum Symbol für das Spannungsverhältnis zwischen öffentlichem Bild und privatem Schmerz.
Zwei Jahre nach dem Tod der Mutter ist es ein Biograf, der die Vergangenheit wieder aufwühlt – und eine Retrospektive im MOMA, die gegen Ingrids erklärten Willen geplant ist. Was folgt, ist ein ebenso wilder wie tief berührender Roadtrip zweier sehr unterschiedlicher Schwestern durch den Westen der USA. Diese Reise führt sie nicht nur geografisch, sondern auch emotional zurück zu den Menschen, Orten und Entscheidungen, die sie geprägt haben. Dabei rückt immer mehr die Frage in den Mittelpunkt: Wie viel Wahrheit steckt in einem Leben, das von außen betrachtet wurde – und wie sehr darf man sich selbst neu erfinden?
Capes erzählt mit großem Feingefühl, aber auch mit Wucht. Ihre Sprache ist poetisch und direkt zugleich, oft melancholisch, dann wieder überraschend komisch – immer aber durchdrungen von einer tiefen Menschlichkeit. Die Dynamik zwischen Matilda und Nora ist glaubwürdig und vielschichtig: zwischen Wut und Zärtlichkeit, zwischen Distanz und dem unausgesprochenen Wunsch nach Nähe. Es ist diese Beziehung, die dem Roman sein emotionales Herz verleiht.
Besonders beeindruckend ist, wie „Girls“ die Frage nach künstlerischer Freiheit, weiblicher Identität und der Verantwortung gegenüber den eigenen Kindern verhandelt – ohne einfache Antworten zu liefern. Ingrid Olssen bleibt eine ambivalente Figur, eine Frau zwischen Selbstverwirklichung und Selbstzerstörung. Capes gelingt es, diesen Konflikt weder zu verurteilen noch zu verherrlichen – sondern ihn als das darzustellen, was er ist: menschlich.
Fazit:
„Girls“ ist ein kluger, intensiver und tief berührender Roman über das, was bleibt, wenn eine überlebensgroße Mutterfigur verschwindet – und über den Mut, sich von ihrer Geschichte zu lösen, ohne sie zu vergessen. Ein Buch, das lange nachhallt – schmerzhaft, zärtlich, ehrlich. Absolute Empfehlung.
Bewertung
aus Leipzig
4/5
12.07.2025
Buch (Taschenbuch)
sehr tiefgründig
Das Cover des Buches sieht eigentlich nach einem coolen und eher leichten Roman aus, aber dies ist in diesem Buch überhaupt nicht der Fall. Denn es geht hier um ein geschwisterpaar welches unter seiner Mutter extrem zu leiden hat. Genauer gesagt geht es um zwei Schwestern und ihre Mutter, die eine sehr bekannte und berühmte Künstlerin war. Doch was ich als Leben in Ruhm und Glanz anhört, war für die beiden Töchter der Künstlerin ein furchtbares Leben voller Vernachlässigung. Diese schwierige und bedrohliche Kindheit legt sich immer noch schwer auf die Gegenwart der zwei Frauen nieder. Nach dem Tod ihre Mutter versuchen sich die beiden Schwestern wieder anzunähern, auch wenn dies sehr schwer fällt Punkt das Buch ist sehr intensiv und tiefgründig geschrieben und für mich war es eine positive Überraschung und die literarischen Sinne.
onaltin
aus Remscheid
3/5
09.07.2025
Buch (Taschenbuch)
Es ist ein biographischer…
Es ist ein biographischer Roman über das Leben der Künstlerin Ingrid Olssen. Sie führte ein sehr verworrenes Leben und bekam zwei Töchter. Aber um sie gekümmert hat sie sich selten. Besonders die kleiner Tochter Nora war auf ihre Tante und ihre Schwester angewiesen, da auch ihr Vater, ein Schauspieler, die Töchter nicht wollte. Als Ingrid an Krebs starb, versuchen die Töchter den letzten Wunsch ihrer Mutter zu erfüllen und reisen dazu quer durch Amerika. Dabei kommen immer mehr Wahrheiten zu Tage, die keiner so kannte. Auch die Enkeltochter der Künstlerin kämpft sich in ihr eigenes Leben. Ein Besuch des Vaters bzw. Großvaters zeigt, dass er sie immer noch nicht in seinem Leben haben will. Für alle drei ist es eine Reise zu sich selbst und eine Aufarbeitung des bisher geführten Lebens und auch ein endgültiger Abschied von ihren Eltern.
Die Buchprüferin
5/5
23.07.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Von der Kunst und von der Gewalt
Dieses Buch liest man nicht leicht. Es handelt von einer genialischen Künstlerin, die ihr eigenes Leben und das ihrer Töchter im Rausch ihrer Arbeit abfackelt und (fast) nichts davon übrig lässt außer ein paar lodernden Resten. Sie schwelgt in jahrzehntelanger Selbstzerstörung (Süchte aller Sorten, manisches Sexleben und besessene Verfolgung ihrer Kunst, radikale Abwendung von Heilungsmöglichkeiten ihrer späteren Erkrankung etc) und vernachlässigt ihre zwei Töchter Matilda und Nora auf eine Art, die jenseits von Gut und Böse ist. Tatsächlich derart katastrophal, dass Nora zigmal versucht, sich umzubringen.
Und so steigen wir in diesen Roman ein: Die gefeierte Künstlerin Ingrid Olssen ist unlängst gestorben, die Töchter sind zurückgeblieben. Matilda, selbst längst Mutter, hat kaum noch Kontakt zu Nora, vor allem auch, weil sie mit ihrem überwältigenden Schuldgefühl kämpft - sie hat die zehn Jahre jüngere Nora einst allein bei der Mutter gelassen, während sie selbst, ebenfalls noch sehr jung, mit dem Vater ihrer Tochter Beans wegzog. Um die Asche der Mutter, wie von dieser gewünscht, in einem Canyon zu verstreuen, begeben sie sich auf einen Roadtrip durch die USA: Nora, nach dem jüngsten Selbstmordversuch frisch aus der Psychiatrie entlassen, Matilda und Beans.
Bis wir mit den dreien zusammen auf Tour sind, vergeht knapp die Hälfte des Buchs, das aus Matildas Ich-Perspektive erzählt wird; unterbrochen wird das nur von Einschüben aus einer Olssen-Biografie, die Matildas derzeitiger Freund Richard schreibt. Die Interviewausschnitte und beschreibenden Passagen daraus geben noch mal zusätzlich erhellende Einblicke in die Geschichte und bilden einen spannenden Kontrapunkt zu Matildas Erzählung. Nicht dass es mehr Spannung bräuchte - einmal angefangen, hängt man an diesem Buch, als wäre man selbst süchtig geworden, so ein Skandalon ist es, was hier geschildert wird, so (buchstäblich) unglaublich entsetzlich sind die Schmerzen, die die Töchter durch diese Mutter erleiden.
Mein Zorn auf diese Frau wird nur dadurch abgemildert, dass sie keine reale, sondern eine fiktive Figur ist. Sie lässt die einjährige Nora auf den Asphalt fallen, weil sie stockbesoffen ist und nicht auf Matildas Warnungen hört. Für das Bild "Girls" vernutzt sie ihre Töchter als Modelle; die im Wachsen befindliche Nora muss hinterher ein Korsett wegen der verkorksten Haltung während dieser Sitzungen tragen. Soundso oft verschwindet sie sang- und klanglos über Monate, sodass die selbst noch junge Matilda oder Ingrids Schwester Karoline oder notfalls das Internat sich um Nora kümmern muss. Sie droht der (erwachsenen) Matilda damit, sie umzubringen, beschimpft ihre Töchter bei jeder sich bietenden Gelegenheit ... Und das ist nur die absolute Spitze des Eisbergs, eines Verhaltens, das mit Elternschaft nicht das Geringste zu tun hat.
Die Psychologie dieses Buchs ist hervorragend, und zwar bis in die Details. Die Autorin selbst wertet nicht oder kaum, das lässt sie ihre Figuren machen und natürlich uns als LeserInnen. In großartiger (und hervorragend ins Deutsche übertragener) Sprache lässt Kirsty Capes weiter und weiter die Abgründe aufklaffen zwischen hoch gelobter Künstlerin und Ingrid Olssen als Mensch, der ...
Nein, dafür fehlen mir die Worte. Zweifellos ist die Figur Olssen schwerst gestört, und zweifellos handelt es sich hier um emotionalen Missbrauch - aber diese nüchternen Begriffe können einfach nicht erfassen, wie allumfassend und vernichtend sich Olssen auf ihre Töchter auswirkt. Wie man angesichts dessen die große Kunst Olssens einordnen soll, bleibt ein peinigender Widerspruch, eine offene Frage, denn nichts, wirklich nichts kann in meinen Augen hier einen Ausgleich, eine Balance, eine Rechtfertigung schaffen.
Man verlässt das Buch heftig erschüttert - und zugleich von der Heldinnenreise der Protagonistinnen zutiefst bewegt. Kindheiten wie diese erleben Menschen auf der ganzen Welt, und ein Buch allein darüber wäre schon ergreifend. Die Autorin hat es allerdings geschafft, die großen Themen dieses Buchs - Schuld, (Eigen-)Verantwortung, Tod, Suizid, Beziehungsunfähigkeit, Ausbeutung, Entfremdung vom eigenen natürlich Körper, bis er nur noch als monströs wahrgenommen wird - auf eine Weise miteinander zu verweben, dass ein echtes Kunstwerk daraus entstanden ist. Und weil Kunst zu schaffen unter anderem bedeutet, auf Metaebenen zu sprechen und über die bestehenden Fakten hinaus immer noch mehr von uns zu erfassen und zu berühren, ist ihr mit "Girls" etwas ganz Besonderes gelungen.
Die Buchprüferin empfiehlt daher allen, die es sich zutrauen, so dicht in die Nähe dieser speziellen Thematiken zu geraten, voller Überzeugung: Unbedingt lesen!
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