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Wenn man erst mal im Buch drin ist lässt es einen nicht mehr los
Am Anfang war ich gar nicht so überzeugt von dem Buch. Vor allem Hauptprotagonist Toni fand ich einfach nur ekelhaft und ätzend, etwas, das sich im Verlauf des Buches dann auch nicht ändert. Er ist einfach ein kranker Typ. Aber Simone Trojahn hat es mal wieder geschafft, mich absolut zu fesseln, auch wenn es dieses Mal etwas gedauert hat.
Sie beschreibt mal wieder den emotionalen Zustand des Opfers perfekt, genauso wie die Gefühle der anderen Charaktere. Das Martyrium, das Tonis Opfer und alle um ihn herum erleiden ist beängstigend, sehr brutal, ekelhaft und absolut fesselnd. Etwa ab der Mitte konnte ich mit Lesen gar nicht mehr aufhören, weil dann auch richtig viel Spannung aufgebaut wird.
Die Geschichte ist insgesamt sehr grausam und man muss viel aushalten können um dieses Buch zu lesen. Wahrscheinlich ist alles was hier passiert nicht mal ganz so weit hergeholt wie man hofft, denn Monster wie Toni gibt es wirklich. Und Menschen die unsagbare Qualen deswegen leiden ebenso. Das Buch ist nicht einfach nur eine Geschichte über Folter, es ist auch sehr tiefgründig und ich denke, das muss man verstehen um es zu mögen.
Für mich hat die Autorin hier mal wieder alles richtig gemacht. Wer solche Geschichten aushält, dem empfehle ich das Buch weiter.
Celine
aus Friedrichshafen
3/5
01.12.2024
Buch (Taschenbuch)
An sich gut, aber…
An sich fand ich das Buch ganz gut, es wird alles sehr datailliert beschrieben, sei es die abgeranzte Bude in der die Protagonisten leben, die Gerüche, oder die Handlungen die Toni an Laura verübt, die wirklich sehr brutal sind. Für mich persönlich war es nur irgendwie nicht wirklich greifbar, woher diese Brutalität von Tonis Seite aus kommt, noch war es wirklich nachvollziehbar, wieso Karl sich so benutzen lässt. Klar, es wird zwar beschrieben, dass Karl emotional abhängig von Toni ist, aber woher die ganzen Gefühle beider Protagonisten kommen wurde meiner Meinung nach zu wenig aufgegriffen, ich hätte mir bisschen mehr Hintergrundwissen aus der Vergangenheit gewünscht. Ansonsten ist das Buch sehr fesselnd gewesen, man hat dauerhaft mit Laura mitgefiebert und ich musste teilweise auch echt schlucken.
Jana SternSplitter
5/5
06.06.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit grandioser Schonungslosigkeit
Karl war schon immer der Punchingball für seinen älteren Bruder Toni. Jegliche Drecksarbeit blieb immer an ihm hängen. Nicht ein Finger macht Toni krumm und ist sich stets zu fein, seine Mutter Karin zu pflegen, die wegen ihrer 200 Kg ans Bett gefesselt ist. Karl ist im wahrsten Sinne des Wortes für den Scheiß zuständig, worauf Toni keine Lust hat. Zwischen all dem Dreck und Leid, glaubt Karl keine andere Wahl zu haben, obwohl er 29 Jahre alt ist. Er ist im Inneren wie ein Kind und traut sich nicht ein eigenes Leben zu leben. Selbst als seine Mutter stirbt, tanzt er weiterhin nach Tonis Pfeife, lebt nach seinen Regeln.
Toni hat vor nichts und niemanden Respekt, weder vor Menschen noch vor Tieren. Alle sollen ihn fürchten. Er liebt es Frauen zu schlagen, zu vergewaltigen und zu unterdrücken. An Mord denkt er dabei nicht, nein, er will über Frauen herrschen. Sie sollen vor ihm niederknien und dankbar sein, dass er ihnen Schmerzen zufügt. Schon bald reichen harter Sex, Schläge und Vergewaltigung nicht mehr aus. Toni braucht es noch härter. Er will foltern, da kommt ihn der Keller gelegen, der zu einer Folterkammer wird.
Laura muss die 9. Klasse des Gymnasiums wiederholen. Einen anderen Weg gibt es in den Augen ihrer Eltern nicht. Sie ahnen nicht, wie sie sich fühlt. In Lauras Augen ist ihr Vater ein Waschlappen. Ihre Mutter war nie etwas anderes als eine langweilige Hausfrau. Laura träumt von einer besten Freundin, von der ersten Liebe, den ersten festen Freund, mit dem sie endlich die Unschuld verliert. An einem einzigen Tag, bei einer ihrer Joggingrunden, verlor Laura Hermann weitaus mehr als nur ihre Unschuld, denn in Tonis Keller gab es keine Laura mehr.
Dies war mein erster Hardcore Psychothriller und auch das erste Buch von dieser Autorin. Im Buch wurde ich ausdrücklich vor der schonungslosen Härte des Inhalts gewarnt, weshalb ich es als „selbst schuld“ betrachte. Diese Story beinhaltet weitaus mehr als nur die Taten eines Sadisten. Alles wird schonungslos und in harter Sprache beschrieben. Der Schreibstil passt grandios zum Inhalt des Buches und ich muss gestehen, dass ich es mehrfach aus der Hand legen musste, nicht, weil ich es schlecht fand, nein, weil ich ganz einfach zwischendurch kurz durchatmen musste. Auch wenn das Leid von Laura im Vordergrund steht, schafft es die Autorin zugleich, beinahe zwischen den Zeilen, ebenso das Leid der Eltern mit einzubringen, was ich persönlich für sehr wichtig halte.
Es ist eine wirklich schwierige Thematik und zartbesaiteten Gemütern, rate ich dringend vom Lesen ab. Hier wurde alles schonungslos zu Papier gebracht und ich gebe der Autorin in ihrem Nachwort recht: Solche Gräueltaten passieren jeden Tag und das überall auf der Welt. Es gibt diese kranken Täter und diese hilflosen Opfer.
Bewertung
5/5
08.06.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spannung bis zur letzten Seite.
Dieses Buch hat mich auf eine Art und Weise in seinen Bann gezogen, welche ich nicht genau beschreiben kann. Es geht um eine Entführung einer Schülerin. Für sie beginnt nun ein wirkliches Martyrium. Näher möchte ich nicht auf die Geschichte eingehen, da ich sonst den Lesern die Spannung nehme. Die Autorin beschreibt die einzelnen Szenen mit Blut und Gewalt sowie krankhaftem Wahn. Die Charaktere der einzelnen Protagonisten wurden perfekt beschrieben.
Simone Trojahn hält die Spannung bis zum Schluss und man kann einfach nicht aufhören zu lesen.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für Leser dieses Genre.
Bewertung
Book Circle Community
3/5
24.05.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Grausam unerbittlich
Bereits nach ein paar Zeilen befindet man sich inmitten eines verwahrlosten Haushalts, der nach Müll, Katzenausscheidungen, Schweiss und anderen Ausdünstungen muffelt. Darin wohnen die bettlägerige sowie morbide Mutter und ihre zwei erwachsene Söhne. Der ältere wie auch tyrannische Toni und durch diesen zu einem Häufchen Elend gequälten Karl. Während Toni ein selbst bestimmtes Leben führt, kümmert sich Karl um die Mutter und verlässt das Haus selten. Mehr schlecht als recht, denn er kann kaum für sich selbst sorgen. Als die Mutter stirbt, wird sie mit all ihren Katzen in deren Zimmer eingesperrt. Melden den zuständigen Behörden nichts, um weiterhin Pflegegeld und Rente zu kassieren.
Danach gibt es für Toni keinen Halt mehr und er gibt sich seinen sadistischen Neigungen hin. Entführt eine sechzehnjährige Gymnasiastin und hält sie als Sexsklavin in seinem Keller. Zwingt seinen Bruder anfangs zum Komplizen. Schliesslich wird Karl selber zum Täter. Das Mädchen muss jegliche Art von Misshandlungen und Erniedrigungen über sich ergehen lassen. Es gibt kein Entrinnen von Tonis Launen und Ausrastern.
Das ganze erinnert an Fritzl und den Kampusch-Fall. Diese Geschichte wird aus der Sicht der Täter und des Opfers geschildert. Die Sprache ist kalt, stumpf und schonungslos. Man wird regelrecht in die aussichtslose Situation des Opfers versetzt, die all ihre Sinne abstumpft, um irgendwie mit ihrem Elend fertig zu werden.
Ich habe bereits einige Extrem Horror Thrillern gelesen. Doch bisher waren es Geschichten mit irrwitzigen Handlungen, gespickt mit bitterbösen schwarzen Humor, die irgendwie die ganze Brutalität entschärfte. Die Gewalt darin war grundlos und diente ausschliesslich dem Amüsement. Für Kellerspiele braucht man tatsächlich Nerven aus Stahl und einen straken Magen. Hier dient die Gewalt einem Zweck: Sich das Mädchen gefügig zu machen. Es hat mich so richtig aufgewühlt. Spannend war es allemal, aber ich weiss nicht recht, was ich davon halten soll. Daher zwei Punkte Abzug.
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