Die Welt ist gespalten. Exzess und Vernunft. Party, Orgien und Pillen auf der einen Seite, Selbstgeißelung, Gesetze und Monotonie auf der anderen. Zumindest sieht es so der Mittzwanziger Bac, der im Exzess aufgewachsen ist. Für ihn gibt es nur noch einen Weg, die Menschen aus der Vernunft von der einzig wahren Freiheit des Exzesses zu überzeugen: Sich dem seit Jahrzehnten tobenden Krieg anschließen. Über Umwege gelangen ausgerechnet er und seine große, toxische Liebe, Rahel, als Gefangene in der Vernunft. Wohl oder übel müssen sie sich den dortigen Konventionen anpassen. Dabei bemerken beide auf ihre eigene Art und Weise, dass die Vernunft durchaus auch gute Seiten hat. Manche Dinge laufen sogar besser als im Exzess. Zum ersten Mal seit Jahren wieder ohne chemische Substanzen im Blut, sehen sie die Welt, in der sie aufgewachsen sind, mit ganz anderen Augen. Schon bald stellt sich für beide also die entscheidende Frage: Was will ich wirklich? Exzess oder Vernunft?
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"Exzess und Vernunft" hat mich total begeistert. Es ist eines dieser Bücher, das geschafft hat mich mitreißen und gleichzeitig zum Nachdenken bringen. Die Mischung aus Leidenschaft und Vernunft, aus Chaos und Klarheit, hat mich richtig fasziniert.
Die Sprache ist einfach wunderschön – nicht zu kompliziert, aber voller Tiefe. Es geht um große Themen wie Freiheit, Grenzen und Selbstreflexion, die gerade heute so wichtig sind. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, etwas Neues über mich und die Welt zu lernen.
Für mich ist "Exzess und Vernunft" mehr als nur ein Buch. Es hat mich inspiriert und wird mir sicher noch lange im Kopf bleiben!
Bewertung
4/5
09.01.2025
Buch (Taschenbuch)
Eine fesselnde Dystopie, die mit kaum etwas zu vergleichen oder in irgendein Genre einzuordnen ist.
Es gibt den Exzess, in dem absolute Zügellosigkeit herrscht, vulgäre Sprache, Orgien, Drogen. Dem gegenüber steht die Vernunft, Regeln, unterdrückte Gefühle, moralische Gesetze die sich (scheinbar) voll und ganz der Logik beugen. Dazwischen, auch räumlich gesehen, der Abgrund, Kriegsgebiet, in dem sich beide Seiten einen blutigen Glaubenskrieg liefern, welche Lebensweise die einzig Richtige ist. Der Autor bringt mit verschiedenen Charakteren ins Leben, was sich manchmal auch als Sinnfrage mehr oder weniger in unseren Köpfen abspielt. Das machte die Thematik umso spannender und ich bin begeistert von der Art, wie diese Welten in allen Details ausgearbeitet werden. Mich hat das Lesen dieses Buches auf positive Weise enorm angestrengt, da es mich immer wieder meine eigene Moral hat in Frage stellen lassen. Es ist aber auch eine gewisse Sicht auf unsere Gesellschaft verglichen mit der im Buch, die einen zum Nachdenken bringt. Menschliche Verbindungen funktionieren im Exzess und in der Vernunft anders und werden jeweils auf extreme Weise ausgelebt. Beides wirkt kalt und herzlos, der Exzess ist verroht, die Vernunft ohne Leidenschaft. Jedoch passt nur so alles zum Setting. Es war spannend, die verschiedenen Charaktere bei ihrer Entwicklung und teils während heftiger Ereignisse zu begleiten, auch wenn ich durchweg alle gewöhnungsbedürftig bis komplett unsympathisch fand. Das lag aber auch daran, dass man sich so schwer identifizieren konnte mit den verschiedenen Mindsets, funktionieren diese schließlich nur polarisierend und extrem. So setzen sich auch meine Kritikpunkte zusammen: Ich wollte Bacchus, die Figur aus dessen Sicht alles erzählt wird, wirklich gerne mögen… so als untypische Hauptfigur, der eher unscheinbare Anti-Held. Jedoch fand ich ihn sehr nervig, ständig übertrieben eifersüchtig auf alles und jeden und ich hatte sogar so etwas wie Ekel vor ihm und dieser Anbiederung. Rahels Mission und die einseitige Freundschaft der beiden habe ich auch einfach nicht begreifen können. Mir sind ein paar Logikfehler aufgefallen und ein paar Handlungsstränge fand ich etwas platt aber insgesamt - ein wirklich außergewöhnliches Buch! Ich danke Julian Niedermeier, für sein Vertrauen und die Geduld mit mir. Danke dass du mit diesem Buch auf mich zugekommen bist, denn es hat meinen Horizont definitiv erweitert. Dieses Werk ist bei jedem richtig aufgehoben, der gerne beim Lesen experimentiert, nicht zu voreingenommen an Underdog-Storys herangeht und sich seinen Geist ordentlich durchschütteln lassen will. Seid aber bitte gewarnt - es gibt keine Triggerwarnungen, aber das Buch ist in jeder Hinsicht explizit und heftig.
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