Produktbild: Die Tochter

Die Tochter Roman - »...führt mitten ins Herz der Dinge, die wirklich wichtig sind im Leben.« Annie Ernaux

8

22,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2025

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,8/12/2,7 cm

Gewicht

290 g

Farbe

Melone / Schwarz

Originaltitel

La hija única

Übersetzt von

Michaela Messner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87760-0

Beschreibung

Rezension

»Leise im Ton und stark in der Wirkung: ein überzeugender Roman über Freundschaft, die verweigerte und gewollte Mutterschaft.« ("NDR Kultur / Tobias Wenzel")
»Mit viel Feingefühl erzählt Nettel von den inneren Kämpfen ihrer Figuren. Sie zeigt auf, wie Mutterschaft häufig unterschätzt, aber auch idealisiert wird.« ("Vogue")
»Ein brutal offener, zugleich tief mitfühlender Roman über das Muttersein und Muttergefühle, so unvorhersehbar wie das Leben - und ihm ähnlich.« ("Anne-Catherine Simon / Die Presse am Sonntag")
»Nettel nähert sich über ihre Figuren dem Thema Mutterschaft aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt auf, dass sich unterschiedliche Auffassungen von Mutterglück durchaus friedvoll vereinen lassen.« ("Nina Ainz-Feldner / Salzburger Nachrichten")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

26.02.2025

Verlag

Luchterhand

Seitenzahl

288

Maße (L/B/H)

18,8/12/2,7 cm

Gewicht

290 g

Farbe

Melone / Schwarz

Originaltitel

La hija única

Übersetzt von

Michaela Messner

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-630-87760-0

Herstelleradresse

Luchterhand Literaturvlg.
Neumarkter Str. 28
81673 München
DE

Email: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

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  • MarieOn

    5/5

    27.02.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Muttersein in allen Facetten

    Für Laura gibt es nur zwei Gruppen von Freundinnen. Die, die bereit sind, ihre Freiheit aufzugeben. Und die, die bereit sind, in den Augen von Eltern und Gesellschaft in Ungnade zu fallen. Alina gehört zur ersten. Sie sind Mitte dreißig und haben sich klar gegen eigene Kinder entschieden. Laura hat das mit einer Sterilisation untermauert. Der Verlust der Freiheit, die Unmöglichkeit einer Karriere, der Stress, die Stillzeit, die schlaflosen Nächte, das alles schreckt sie ab. Als Juan ihre Räume noch mit dem Geruch von Ölfarbe füllte, da hatte sie zarte Anwandlungen verspürt. Im Gegensatz zu ihr konnte er gut mit Kindern. Immer wenn er sie traf, sprach er mit ihnen, das nahm ihr die Angst, brachte sie ihr näher, so dass sie sie wohlwollend aus der Ferne beobachtete. Zu dieser Zeit fielen ihr auch schwangere Frauen auf. Wenn sie mit ihnen in der Kinoschlange stand, sprach sie sie an, wollte wissen, wie selbstbewusst sie sich dafür entschieden hatten. Nachdem Juan dann seine übergroße Bereitschaft zeigte, ein Kind zu zeugen, machte sie kurzen Prozess, ohne ihn einzuweihen. Danach stellten sie schnell fest, dass sie unterschiedliche Lebensentwürfe hatten und sie zog aus. Und nun vertraut Alina ihr an, dass sie seit einem Jahr versucht, schwanger zu werden. Laura spürt den Riss, der sich durch ihre Freundschaft zieht intensiv, im Gegensatz zu Alina. Nach zahlreichen Fruchtbarkeitsbehandlungen erwartet Alina ein Mädchen und macht ihren Aurelio glücklich. Während der Schwangerschaft machen die Ärzte Alina Angst. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt ein zu kleines Gehirn und man rät ihr ein MRT machen zu lassen. Obwohl Alina unter Platzangst leidet, will sie das Beste für ihr Kind, aber sie hält es in der geräuschvollen Röhre nicht lange genug aus. Obwohl die Bilder stark verpixelt sind, ist sich die Ärzteschaft einig. Ihre Tochter hat einen sehr seltenen Gendefekt und die Odyssee beginnt. Fazit: Guadalupe Nettel hat eine außerordentliche Geschichte geschaffen. Sie schreibt über Mutterschaft in all ihren Facetten. Über die Sorge, das Glück, die Wehmut, den Schmerz, den Frust und die Liebe. Alinas Sorge bekommt berechtigterweise einen großzügigen Raum. Die ganze Tortur, der sie ausgesetzt ist, weil sie einen Kinderwunsch verspürte, ist herzzerreißend und nervenaufreibend erzählt. Die Ich-erzählende Protagonistin, aus deren Sicht die Geschichte gezeigt wird, wirkt zuerst abgeklärt und unterkühlt. Das Schicksal ihrer Freundin aber reißt sie emotional mit und sie wird eine große Unterstützung. Sie selbst macht ihre eigenen Erfahrungen mit einem ihr fremden Jungen und seiner überforderten Mutter und erlebt selbst Zuneigung und Liebe, die sie Welten bewegen lässt. Und auch das schwierige Verhältnis zur eigenen Mutter findet einen Platz. Die Autorin erzählt mit einer Leichtigkeit, die mich durch die Seiten hat fliegen lassen, mich trotz aller schwierigen Themen nicht erdrückt, sondern mir eine positive Entwicklung zeigt. Ich habe mich in jede Figur hineinversetzen können und tief mitgefühlt. Die Rolle der Mutter wird unterschätzt und erfährt kaum Wertschätzung sondern wird als selbstverständlich und natürlich erstrebenswert betrachtet. Dieses Buch vermittelt Empathie und Toleranz für alle weiblichen Entscheidungen.

  • Anne-Catherine

    4/5

    06.03.2026

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    bedrückendes Buch, aber lesenswert

    Das Buch hat mich am Anfang des Lesens etwas belastet, weil es einem Fragen aufzeigt, die sich vermutlich jeder stellen sollte, bevor man darüber nachdenkt, Kinder zu bekommen. Die Geschichte hat sich grundsätzlich aber nachher in eine ein wenig andere Richtung entwickelt als zu Anfangs gedacht. Es war auf jeden Fall interessant und lesenswert, aber auch mitunter sehr herunterziehend.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    4/5

    29.11.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Was Mutterschaft alles (nicht) sein kann

    Die beiden Freundinnen Alina und Laura hatten sich geschworen, sich niemals dem Dasein als Mutter auszusetzen; es war für sie stets unvorstellbar, ihre Freiheit für ein Kind aufzugeben. Doch eines Tages ist alles anders. Während Laura sich die Eileiter durchtrennen ließ, wird Alina schwanger. Sie hatte sich doch ein Kind gewünscht, aber lange Zeit hatte es nicht geklappt. Als die Ärzte gegen Ende der Schwangerschaft feststellen, dass ihr Baby eine Fehlbildung des Gehirns hat und außerhalb des Mutterleibs nicht lebensfähig sein wird, nimmt Alinas Leben einen unerwarteten Verlauf. Entgegen der Prognosen der Ärzte kommt ihre Tochter Ines auf die Welt. Die Eltern, die fest mit dem Tod des Babys gerechnet hatten und sogar schon die Beisetzung geplant hatten, werden mit dem lebenden, aber behinderten Kind nach Hause geschickt. Etwa zur selben Zeit freundet Laura sich mit dem Jungen ihrer Nachbarin an, dessen Mutter sich nicht angemessen um ihn kümmern kann. Obwohl sie nie etwas mit Kindern anfangen konnte, genießt Laura die Zeit mit Nicolas und schließt ihn in ihr Herz. „Die Tochter“ von Guadalupe Nettel ist ein leiser, nachdenklich stimmender Roman über Mutterschaft und Nichtmuttersein, über die verschiedensten Facetten von Mutterschaft, über Verantwortung und Liebe. Ich hatte bei diesem Roman ehrlich gesagt vorab etwas anderes erwartet, mochte aber den Schreibstil und die Geschichte sehr, auch wenn es wahrlich keine leichte Kost war. Von mir bekommt das berührende Buch eine Leseempfehlung!

  • Karina

    aus Wiesbaden

    4/5

    26.07.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Frauensolidarität

    Der Roman, 'Die Tochter' von Guadalupe Nettel, ging in eine ganz andere Richtung, als ich anfangs dachte, und hat mich immer ein Stückchen mehr mitgenommen. Die Freundinnen Alina und Laura umtreiben die gleichen Gedanken wie wahrscheinlich viele Frauen. Muttersein - ja oder nein? Sagen beide anfangs in ihren Zwanzigern kategorisch nein, wandelt sich diese Einstellung bei Alina komplett und sie wird gewollt schwanger. Leider läuft es nicht wie erhofft und ihr Kind wird mit einem seltenen Gen-Defekt geboren. Hätte man jetzt vermutet, dass Laura sich von ihrer Freundin abwendet und eventuell sogar mit erhobenem Zeigefinger Reden schwingt, da täuscht man sich. Laura hält an ihrer Einstellung, nicht Mutter sein zu wollen, fest, aber steht weiterhin zu ihrer Freundin und deren Entscheidungen und freundet sich auch mit einem kleinen Jungen und seiner Mutter an. Ich finde, diese Thematik rund um das Thema Mutterschaft ist nicht immer einfach zu behandeln, und das ist der Autorin hier sehr gut gelungen. Der Roman verurteilt nicht - er nimmt sich der unterschiedlichen Themen und Überzeugungen an. Schön zu spüren und zu lesen war diese große Solidarität der Frauen untereinander. Trotz der Zerrissenheit im Denken und Handeln. Das hat mich am meisten begeistert und auch berührt. Die Thematik um Alina und ihre Tochter Inès ist zwar schwierig und traurig, aber auch hoffnungsvoll. Einzig das Ende ging mir dann doch zu flott und ich hätte gerne noch ein paar Seiten Zeit gehabt, um mich aus der Erzählung zu verabschieden. Wer gerne Bücher dieser Art liest, dem kann ich nur ans Herz legen, hierbei zuzugreifen. Ein wirklich gutes Buch.

  • Katrin

    aus Kiel

    4/5

    22.04.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herausfordernde Muttergefühle

    Laura und Alina lernen sich mit Mitte zwanzig in Paris kennen. Beide stammen aus Mexiko, Laura studiert Literaturwissenschaften, Alina arbeitet im Kunstbetrieb, sie werden schnell zu besten Freundinnen und sind sich neben vielem anderen auch darin einig, dass sie auf keinen Fall Kinder bekommen möchten – das Dasein als Mutter erscheint ihnen zu sehr als Falle, Kinder sehen sie als potenzielle Fußfesseln, die ein glückliches Leben unmöglich machen. Knapp zehn Jahre später sind beide zurück in Mexiko-Stadt, die Freundschaft ist intakt, wird jedoch auf die Probe gestellt: Alina wünscht sich plötzlich ein Kind, während Laura sich die Eileiter hat durchtrennen lassen, um genau das auszuschließen. Trotz einiger Hindernisse wird Alina dann auch schwanger, bekommt jedoch schon vor der Geburt gesagt, dass ihr Kind unter einer Fehlbildung des Gehirns leide und vermutlich keine Überlebenschancen habe. Alina und ihr Mann stellen sich auf den Tod der Tochter ein, kaufen sogar schon ein Grab, doch dann tritt das Unvorhergesehene ein: Das Kind überlebt, offen bleibt jedoch, wie lange. Guadalupe Nettel beleuchtet in ihrem Roman die verschiedenen Facetten von Mutterschaft und konzentriert sich dabei auf diejenigen abseits des „Normalen“. Es geht um die widersprüchlichen Gefühle zu einem behinderten Kind, um Lauras überraschend entstehende Zuneigung zum Sohn der Nachbarin, die allein erziehend und offensichtlich überfordert ist. Es geht nicht nur um mütterliche Gefühle, sondern auch um Solidarität und die Macht der Gemeinschaft, um weibliches Erleben in einer patriarchal geprägten Gesellschaft wie Mexiko, in der Gewalt und Femizide an der Tagesordnung sind. Der Ton ist nüchtern und distanziert, die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive Lauras und auktorial aus Alinas Sicht erzählt und schafft es so, Mutterschaft in ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung zu beleuchten. Trotzdem entsteht eine Nähe zu den beiden Protagonistinnen, die mich auch emotional berührt hat. Die Autorin stand mit diesem Roman 2023 auf der Shortlist des International Booker Prize, in diesem Jahr ist er nun endlich auf Deutsch erschienen.

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