Ist ein wirklich gutes Leben ohne Ausbeutung von Mensch und Natur möglich? Ja! Denn um ein freies, umweltschonendes und friedliches Leben gegenwärtiger und kommender Generationen zu ermöglichen, ist es manchmal schon ausreichend, an den kleinen Stellschrauben zu drehen.
Mit Leichtigkeit und voller Lebensfreude machen sich Nick Schramm und Carolin Rüffert auf eine inspirierende Spurensuche nach solchen Möglichkeiten. Dabei wagen sie nicht nur ein ungewöhnliches Selbstexperiment für ein befreites und nachhaltiges Leben mit begrenztem Budget, sondern brechen auch alte Glaubenssätze und angestaubte Denkmuster auf.
Sie nehmen die Lesenden mit auf eine philosophische, humorvolle und kritische Reise zu den Wurzeln unseres heutigen Gesellschaftssystems und den Fragen, was Wohlstand ist und was es bedeutet, Mensch zu sein.
Dem gegenwärtig oft zu beobachtenden Pessimismus und der damit einhergehenden Resignation stellt dieses Buch Aussichten auf eine hoffnungsvolle und friedliche Zukunft entgegen.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
20.06.2025
Buch (Taschenbuch)
Gegewartsaufklärung auf erstaunliche Weise Weitergedacht.
Auf den Spuren der Freiheit ist ein klarer Beitrag zur Gegenwartsaufklärung – einer neuen, selbstkritischen, inklusiven und weitergedachten Form der Aufklärung, die sich nicht mit dem historischen Erbe zufriedengibt, sondern es als Anstoß nimmt, um sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen. Er lässt sich in mehrfacher Hinsicht als Manifest für eine neue Aufklärung deuten – mit folgenden zentralen Merkmalen:
1. Selbstreflexion statt Selbstzufriedenheit
Die Autoren kritisieren die verbreitete Haltung, Aufklärung sei bereits abgeschlossen oder könne durch bloßes Wissen über historische Entwicklungen (Kant, Descartes) erreicht werden. Sie fragen:
„Reicht es aus, im Fahrwasser großer Aufklärer zu schwimmen, um aufgeklärt zu sein?“
Damit positionieren sie sich gegen ein statisches, bildungsbürgerliches Aufklärungsverständnis und plädieren für ein aktives, gegenwartsbezogenes Denken.
2. Aufklärung als fortdauernde Praxis – keine Epoche
Statt Aufklärung als abgeschlossene historische Periode zu betrachten, wird sie hier als offener, unabschließbarer Prozess verstanden:
„Ist Aufklärung Auswendiglernen der Zustände der Vergangenheit oder eher das Begreifen und Hinterfragen der Umstände der Gegenwart?“
Dies entspricht dem aufklärerischen Prinzip selbst: Nichts ist immun gegen Kritik – auch nicht die Aufklärung.
3. Integration von Gefühl, Mitgefühl und Selbstkritik
Die Autoren weitet den klassischen Aufklärungsbegriff – der häufig auf rationales Denken reduziert wird – aus. Sie fordern ein Denken, das auch Gefühl, Mitgefühl und die Einsicht in menschliche Unvollkommenheit einbezieht:
„Zur Vernunft gehört [...] erst die Anerkennung der Unvernunft als natürlicher Teil allen menschlichen Seins.“
Das ist zentral für eine Aufklärung des 21. Jahrhunderts, die angesichts von Klimakrise, KI, sozialer Spaltung und globaler Ungleichheit ein ganzheitlicheres Menschenbild braucht.
4. Kritik am Liberalismus: Das „Ich“ braucht das „Wir“
Das Kapitel „Das Ich und das Wir“ stellt die Vereinzelung des Menschen in individualistischen Gesellschaften infrage. Im Text wird erkannt:
„Ein Wir kann unmöglich als die Summe aller Ichs verstanden werden.“
Damit wird eine Verbindung von Ich und Wir als Grundlage eines aufgeklärten Miteinanders gefordert – im Sinne einer sozialen Aufklärung, die Verantwortung, Beziehung und Gemeinsinn betont.
5. Demokratisierung von Wissen und Verantwortung
Die Autoren beklagen die Verdrängung politischer Verantwortung ins Private oder Elitäre:
„Das Existenzrecht unseres Gesellschaftssystems daraus abzuleiten, dass dies kaum ein Individuum versteht [...] ist uns nicht genug.“
Aufklärung wird hier zur Frage gesellschaftlicher Teilhabe: Wissen, politische Mündigkeit und Verantwortung dürfen keine Elitenprojekte sein.
6. Globale und technologische Herausforderungen
Immer wieder wird gefordert, dass eine neue Aufklärung globale und technologische Entwicklungen (z. B. Klimawandel, KI) mitdenkt:
„Eine Zukunft, in welcher religiöse, ideologische und staatliche Konflikte beigelegt werden müssen [...], in welcher die Herausforderungen, zu welchen uns die Weiterentwicklung von KI-Systemen führt, zu beantworten sind.“
Das ist ein entscheidender Unterschied zur Aufklärung des 18. Jahrhunderts: Heute geht es nicht mehr nur um den Ausstieg aus religiösem Dogma, sondern um den Umgang mit planetaren, technologischen und systemischen Risiken.
⚖️ 7. Relativität der Wahrheit
Am Anfang des 2. Teils wird in einem fast ironisch-philosophischen Ton die Vorstellung einer absoluten Wahrheit unterlaufen:
„Im Allgemeinen ist die Wahrheit also eher ein Glaube an die Wahrheit als die Wahrhaftigkeit einer Wahrheit.“
Diese Reflexion über Wahrheit ist selbst ein Akt der Aufklärung – sie fordert Demut, Diskursbereitschaft und Selbstrelativierung statt dogmatischer Gewissheiten.
Fazit: Auf den Spuren der Freiheit - Es ist ein zukunftsweisender Beitrag zur Aufklärung des 21. Jahrhunderts – mit Herz, Zweifel und Mut
Dieser Werk ist ein starkes Plädoyer für eine neue Aufklärung
Er ist zugleich Selbstkritik, Einladung und poetisches Denken – ein würdiger Versuch, die Aufklärung nicht zu „besitzen“, sondern lebendig zu halten. Die Autoren berühren zentrale Fragen der Zeit – in einer Sprache, die weder belehrt noch abgehoben ist, sondern einlädt, irritiert und zum Innehalten auffordert. Genau das, was eine zeitgemäße Gegenwartsaufklärung braucht.
Bewertung
aus Arnstadt
5/5
06.03.2025
Buch (Taschenbuch)
Absolut lesenswert!
Dieses Buch habe ich mit Begeisterung gelesen und viele Denkanstöße und Ideen für mich mitgenommen. Die Autoren überzeugten mich vor allem durch die aufmerksamen und treffenden Beobachtungen unserer eigenen Handlungsweisen und der Beweggründe dafür. Ihre Zukunftsvisionen fand ich wirklich inspirierend.
Sehr zu empfehlen!
Bewertung
5/5
05.12.2024
Buch (Taschenbuch)
Tolles Buch
Habe es zufällig in die Hände bekommen. Lässt sich prima lesen und die Autoren denken über den üblichen Horizont hinaus. Das Selbstexperiment ist erstaunlich auch wenn ich es nicht 1:1 umsetzen würde. Danke
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