Christine von Brühls Mann hat ein verwildertes Grundstück im Wald entdeckt und möchte darauf einen Garten anlegen. Das Gelände ist unwegsam und düster, es gibt weder Wasser noch Strom. Dafür aber Brennnesseln. Christine vom Brühl fühlt sich verloren und fremd. Ihr Mann gewinnt Regenwasser vom Dach und leitet es ins Haus. Sie bewaffnet sich mit Gießkanne und Gummistiefeln und gießt eigenhändig die Rhododendren. Das Projekt ist zu einem gemeinsamen geworden. Aber plötzlich taucht ein neuer Gegner auf. Als wären Trockenheit und fehlendes Licht nicht schon genug. Er ist mächtig, er ist der kosmische Antagonist des halbschattigen Gärtnerpaares: die Wühlmaus. – Eine Geschichte voller Naturverbundenheit, Widerstandswillen und Beziehungssinn. Genial illustriert von Teresa Habild. Für alle Halbschattengewächse.
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Ich habe diese Geschichte so gefühlt.
Sowohl Christine von Brühl als auch ihren Mann konnte ich verstehen. Die Begeisterung von Christines Mann für ein wildes Waldgrundstück konnte ich nachvollziehen, aber auch das Entsetzen von der Autorin. Ich habe mit ihr gelitten, beim Schleppen der Gerätschaften, Wasser und Kindersachen über einen steinigen und steilen Weg zum Grundstück. Den Frust bei der Entscheidung für den gravierenden Einschnitt ins Familienleben nicht involviert gewesen zu sein. Ihre Bedenken, ihr zögerliches Verhalten und ihre nur langsam wachsende Liebe zum Grundstück waren für mich nachvollziehbar und verständlich.
Jedoch konnte ich die Begeisterung von ihrem Mann Franz für das Waldgrundstück auch verstehen. Diese Traurigkeit als die, vom Borkenkäfer befallenden, Bäume gefällt werden mussten, fühlte ich direkt und ich erinnerte mich an unsere Borkenkäferbaumfällaktionen. Auch mir blutete das Herz als ein Baum nach dem anderen umkippte, nur weil ein kleiner Käfer sie absterben ließ. Dadurch konnte ich auch nachvollziehen, dass er mit dem "neuen" Bild des Grundstücks haderte. Auch mir ging es so. Das was man sich mal mit großer Freude und Begeisterung gekauft und mit viel Liebe aufgebaut hatte, wurde innerhalb von kürzester Zeit vernichtet. Auch die Geschichte vom Sturm und dem Feuer auf dem Grundstück ließen mir einen leichten Schauer über den Rücken laufen. Erlebt habe ich das, Gott sei Dank noch nicht.
Seine Pflanzaktionen habe ich innerlich gefeiert, denn auch mir ging es so. Dank der Rehe ist fast nichts geblieben und irgendwann setzt die Akzeptanz ein, dass es so sein soll. Wachsen lassen, was wachsen will und diese Pflanzen und Bäume genießen und beim Wachsen beobachten. Was für ein befriedigendes Gefühl.
Es ist ein unterhaltsames Buch über einen Schattengarten, der anfangs nur teilweise gewollt war und am Ende geliebt wurde. Die vielen kleinen Illustrationen unterstützten den gut zu lesenden Text der Autorin und sorgten dafür, dass man sich noch besser in die Geschichte hineinversetzen konnte.
Andrea Karminrot
aus Berlin
4/5
13.03.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein kleines Buch voller Erinnerungen
Der Schattengarten. Christine von Brühl kennt die schönsten Gärten. Sie ist in dem Londoner Hyde Park schon als Kind herumgesprungen und hat gepflegte Gärten schon immer bewundert. Vor allem die Rhododendren haben es ihr angetan. Sie liebt diese üppigen Büsche mit ihren ausladenden Blüten. Christine von Brühl ist in Accra geboren, zog mit ihren Eltern, der Vater war Diplomat, durch die Welt und sah die schönsten Gärten. Nun lebt sie in Berlin, einer Stadt, die zwar grün ist, aber doch ziemlich eng, wenn man es nicht gewohnt ist. Ihr Mann kommt eines Tages auf die Idee, er möchte etwas Eigenes haben. Ein Stück Land, wo er niemandem Rechenschaft ablegen muss, was er da tut. Ein Stück Land wo er machen kann was er will. Und da zählt wohl auch nicht die Meinung seiner Frau, die keinen grünen Daumen hat. Er hat sich für ein Grundstück entschieden, zweieinhalb Stunden von Berlin entfernt und völlig verwildert. Einen "Schattengarten".
Der Schattengarten
Der erste Eindruck, als Christine mit ihrem Mann dorthin fährt, ist ihr unheimlich. Die Bäume stehen hoch und man sieht die Sonne kaum. Alles ist voller Brennnesseln und anderem Gestrüpp. Es gibt kein Wasser oder Strom. Zwischen den Büschen tauchen plötzlich wilde Mufflons auf. Sie findet den Gedanken, dort ein Stück Land zu besitzen, nicht gerade attraktiv.
Jetzt musste ich mich damit arrangieren und einen Weg finden, damit zurecht zu kommen. Den Groll darüber trug ich jahrelang mit mir herum. Seite 14
Doch ihr Mann lässt ihr keine Wahl, denn das ist sein Projekt. Er will dort etwas schaffen, er will dort sein! Die Familie wird sich schon damit abfinden und so scheint es dann auch zu sein.
Franz lernte, mit der Natur zu leben, respektierte ihre Präsenz und verteidigte gleichzeitig den Raum, den er für seine Ansprüche an die Zivilisation benötigte. Es war ein Nehmen und Geben, ein Fragen und Antworten, Ein- und Ausatmen. Seite 80
Ein kleines Buch voller Erinnerungen
Es ist nur ein kleines Buch, dass Christine von Brühl geschrieben hat. Ein paar einfache Illustrationen/Cartoons in schwarzweiß, zieren einige Seiten. Die Autorin schreibt von ihrer anfänglichen Abneigung und ihren Problemen, den Schattengarten einzunehmen. Sie schreibt von Wühlmäusen und Borkenkäfern, von Klimawandel und Waldbrand. Und immer wieder erzählt sie aus ihren Erinnerungen an ihre Kindheit, während ihr Mann sich immer mehr verwirklicht, dem Wald einen Garten abzutrotzen, der sich lohnt und eine Idylle schafft, die auch irgendwann Christine eine Heimat bietet.
Ich habe das Buch als eine unterhaltsame Minibiografie empfunden. Eine kurzweilige und muntere Lektüre. Gerne vergeben Rubi und ich Ein hübsches kleines Buch, ein Mitbringsel an mutige Gartenbesitzer und solche, die es werden wollen.
Der Schattengarten
Wie ich mein Glück im Moos fand
Der Schattengarten. Christine von Brühl kennt die schönsten Gärten. Sie ist in dem Londoner Hyde Park schon als Kind herumgesprungen und hat gepflegte Gärten schon immer bewundert. Vor allem die Rhododendren haben es ihr angetan. Sie liebt diese üppigen Büsche mit ihren ausladenden Blüten. Christine von Brühl ist in Accra geboren, zog mit ihren Eltern, der Vater war Diplomat, durch die Welt und sah die schönsten Gärten. Nun lebt sie in Berlin, einer Stadt, die zwar grün ist, aber doch ziemlich eng, wenn man es nicht gewohnt ist. Ihr Mann kommt eines Tages auf die Idee, er möchte etwas Eigenes haben. Ein Stück Land, wo er niemandem Rechenschaft ablegen muss, was er da tut. Ein Stück Land wo er machen kann was er will. Und da zählt wohl auch nicht die Meinung seiner Frau, die keinen grünen Daumen hat. Er hat sich für ein Grundstück entschieden, zweieinhalb Stunden von Berlin entfernt und völlig verwildert. Einen "Schattengarten".
Der erste Eindruck, als Christine mit ihrem Mann dorthin fährt, ist ihr unheimlich. Die Bäume stehen hoch und man sieht die Sonne kaum. Alles ist voller Brennnesseln und anderem Gestrüpp. Es gibt kein Wasser oder Strom. Zwischen den Büschen tauchen plötzlich wilde Mufflons auf. Sie findet den Gedanken, dort ein Stück Land zu besitzen, nicht gerade attraktiv.
Jetzt musste ich mich damit arrangieren und einen Weg finden, damit zurecht zu kommen. Den Groll darüber trug ich jahrelang mit mir herum. Seite 14
Doch ihr Mann lässt ihr keine Wahl, denn das ist sein Projekt. Er will dort etwas schaffen, er will dort sein! Die Familie wird sich schon damit abfinden und so scheint es dann auch zu sein.
Franz lernte, mit der Natur zu leben, respektierte ihre Präsenz und verteidigte gleichzeitig den Raum, den er für seine Ansprüche an die Zivilisation benötigte. Es war ein Nehmen und Geben, ein Fragen und Antworten, Ein- und Ausatmen. Seite 80
Es ist nur ein kleines Buch, dass Christine von Brühl geschrieben hat. Ein paar einfache Illustrationen/Cartoons in schwarzweiß, zieren einige Seiten. Die Autorin schreibt von ihrer anfänglichen Abneigung und ihren Problemen, den Schattengarten einzunehmen. Sie schreibt von Wühlmäusen und Borkenkäfern, von Klimawandel und Waldbrand. Und immer wieder erzählt sie aus ihren Erinnerungen an ihre Kindheit, während ihr Mann sich immer mehr verwirklicht, dem Wald einen Garten abzutrotzen, der sich lohnt und eine Idylle schafft, die auch irgendwann Christine eine Heimat bietet.
Ich habe das Buch als eine unterhaltsame Minibiografie empfunden. Eine kurzweilige und muntere Lektüre. Gerne vergeben Rubi und ich Ein hübsches kleines Buch, ein Mitbringsel an mutige Gartenbesitzer und solche, die es werden wollen.
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