Die große Marvel-Dystopie mit Captain America und Co. Im Amerika der Zukunft herrschen Überwachung und Unterdrückung. Steve Rogers sieht, dass sein Land ihn braucht. Doch Captain America hat kein Supersoldaten-Serum mehr im Blut und ist inzwischen ein alter Mann. Trotzdem will er seine vom Bösen korrumpierte Nation retten. Und so kehrt Cap zurück und stellt sich dem Kampf - und er schlägt diese Schlacht nicht alleine! Die große Marvel-Dystopie in der Tradition von Frank Millers Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters, von Eisner Award-Gewinner Chip Zdarsky (Spider-Man, Batman) und Ausnahmekünstler Daniel Acuña (Uncanny Avengers, Captain America).
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Gut gezeichnete Dystopie, anfangs sehr stark, lässt gegen Ende jedoch auch nach
Hemeraner am 14.01.2025
Bewertungsnummer: 2386644
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Ich nehme an, die Chancen stehen schlecht und die Situation ist trostlos?"
"Das wird sicher ein Spaß!"
Captain James T. Kirk, Star Trek - Treffen der Generationen
Zwar hat der Band mit Star Trek nichts am Hut, aber jeder, der den Film kennt würde "Schattenkrieger" wohl genau so von mir erklärt bekommen und sie wüssten anhand des Zitates, was sie zu erwarten hätten. Jedenfalls fiel mir das Zitat sofort beim und nach dem Lesen immer wieder ein.
In unbestimmter Zukunft, vermutlich gegen Mitte des 21. Jahrhunderts: Die USA prosperieren und sind technisch hoch entwickelt. Alle sind glücklich und zufrieden. Jedenfalls gaukeln das die Medien vor. Seit über 10 Jahren regiert in Wahrheit der CEO des Stark Konzerns das Land. Gibt es Probleme werden die neuen Avengers nunmehr ganz legal und offiziell ausgesandt und kamerawirksam in Szene gesetzt. Gibt es im Ausland Probleme, macht das US Militär mal eben Kleinholz aus der Region, natürlich kameraunwirksam. Hierfür bedient es sich ua einer Eliteeinheit des USMC, den Thunderbolds(, die dieses Jahr noch einen eigenen Film bekommen werden). Aufgrund ihrer Brutalität und Treffsicherheit ist es ihnen aber nicht gestattet, im Inland "aufzuräumen". Es gibt eine Ausgangssperre im Land, die die meisten befolgen. Schließlich laufen vereinzelt HYDRA-Terroristen herum. Auf den Straßen zeigt eine stark militarisierte Polizei sowie S.H.I.E.L.D.-Einheiten Präsenz. Wer aufmuckt, verschwindet. Die Regierung kontrolliert die Presse und das Internet und zeigt den Leuten, was sie wissen sollen. Unsere Smartphones, mit denen jedermann heutzutage lustige wie lästige Bilder und Videos aufnehmen und jeden Mist in den Äther verbreiten kann, sind verboten. Es gibt keine Live-Events mehr, nur staatlich überwachte Großsportereignisse. Brot und Spiele. Die meisten Menschen sind in dieser Welt zufrieden, sie kennen es nicht anders und wenn "die da oben" es doch sagen, wird es wohl stimmen. Klar gibt es ewige Nörgler, aber das sind "die Ewiggestrigen, die mit dem technologischen und geistigen Fortschritt nicht klarkommen".
Einer dieser "Nörgler" ist der alte Steve Rogers. Die Zeit hat ihn gezeichnet, das Supersoldaten-Serum ist nicht mehr Bestandteil seines Organismus und so schleichen sich ernsthafte Alterserscheinungen bei ihm ein. Er kann deutlich sehen, dass sich sein geliebtes Land in einen totalitären Staat verwandelt hat. Aber nur wenige sind noch von seiner Truppe Helden geblieben. Die meisten starben am H-Day, einem schicksalshaften Tag vor Jahren, an dem sich die öffentliche Meinung gegen die Helden gerichtet hat, weil durch ihren Kampf gegen Ultron und seine aufgepimpte Schurkengruppe unzählige Kollaterschäden zu verzeichnen waren. In Folge reichte es der Regierung und sie unterschied nicht mehr zwischen Freund oder Feind und ebnete das Kampfgebiet ein.
Als Rogers am einem Abend nicht auf seinen Kopf sondern auf sein Herz hört ändert sich alles für ihn. Eine kleine Gruppe will die Demokratie wiederherstellen. Doch einer der erbittertsten Feinde, die sich ihm in den Weg stellen, ist Tony Starks Sohn...
"Old Man Logan" war so erfolgreich, dass diverse Bände diesem Oneshot folgten und er es auf eine Art auch auf die Leinwand geschafft hat.
Dies ist hier ähnlich. Die Handlung spielt auf einer nicht näher genannten Erde, also vermutlich auch nicht 616, sondern ist eine alternative Was-wäre-wenn-Story. Ich stimme dem Vorwort zu und denke, dass sich die Story auch irgendwann in der Must-Have-Reihe wiederfinden wird. Ich würde es jedoch begrüßen, wenn es beim Einzelausflug bleibt. Während man bei Logan noch das Drumherum erkunden konnte, ist hier die Geschichte ziemlich auserzählt. Klar, kann man auf diverse Charaktere oder Ereignisse noch eingehen aber grundsätzlich wäre es auch klasse dies als eine eigenständige Geschichte stehenzulassen.
Wünschenswert wäre es zudem gewesen, gegen Ende charakterlicher etwas in die Tiefe zu gehen. Stattdessen wurde alles in ein fulminantes und actionreiches Ende gesetzt bei dem der klischeehafte Superangriff des Bösewichtes noch von einem viel klischeehafteren abgelöst wird und bei dem viel von Siegen gequatscht wird, aber sich nach wenigen Panels bereits im Kopf das Ende deutlich abzeichnet. Wer der Hauptgegner im Verborgenen wirklich ist, ist nach wenigen Seiten auch nicht mehr schwer zu erraten.
Erschreckend jedoch ist, dass diese hypothetische Dystopie nicht mal so abwegig ist, es gibt diverse Personen, Gruppen, Parteien, Regierungen, Tendenzen und Ereignisse, die aus dieser Realität stammen könnten was den Band erschreckend realistisch macht.
Da wäre mehr möglich gewesen!
MiraBellenbaum aus Biberach an der Riß am 21.11.2024
Bewertungsnummer: 2347043
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Liebe Leserinnen und Leser,
anbei möchte ich Ihnen die Rezension zu dem Buch Avengers: Twilight – Schattenkrieger möchte ich Ihnen meine Rezension zur Verfügung stellen.
Den Autor Chip Zdarsky, sowohl als auch die Avengers, lese ich ganz gerne, daher hat mich dieser Band sehr interessiert.
Die Handlung tut dann noch ihr Übriges, denn Captain America sieht den Untergang der USA und kann sich damit natürlich nicht anfreunden. Ein Konzern hat die Macht über alles, sozusagen ein Regime, wie es in der heutigen Zeit auch in diversen Ländern vorkommt. Es ist also eine Blaupause aus dem Jetzt und zeigt mit verstörenden Maßnahmen, was einigen Menschen in der Gegenwart widerfährt. Dagegen hat Captain America etwas und es gibt den Widerstand, so wie es ihn auch tief im Untergrund in diversen Ländern gibt und geben wird.
Letztendlich mag die Story sofort erzählt sein, aber die Intensität entfaltet sich sofort, da man weiß, dass diese “Realität“ in einigen Ländern besteht. Da läuft es einem eiskalt den Rücken runter.
Der Weg, die Story, wird anfangs zügig vorangetrieben, die Action kommt nicht zu kurz. Es kommen weitere Figuren hinzu (auch nicht sichtbare auf dem Cover!), aber das Ende verfährt sich ein klein wenig. Du denkst jetzt ist es so weit, aber dann geht es noch weiter und weiter. Hier wird noch etwas daraufgesetzt und weitergesponnen. Die Geschichte endet in meinen Augen einfach zu konfus, der Plot geht in irgendeiner Art und Weise in eine Richtung, die ich mir so nicht gewünscht hätte. Das liest sich jetzt etwas komisch, aber man hätte aus dem Plot generell viel mehr machen können. Ohne zu spoilern kann man das schwerlich erklären, daher belasse ich es einfach so wie ich es einfach für mich sehe.
Was mich noch etwas nervt ist teilweise die etwas für mich undeutliche Schrift. Da kommt kein Leseflow auf, weil ich oftmals bei kleineren Schriften ganz genau erhaschen musste, was da jetzt wohl steht. Das war anstrengend (betrifft zumeist Gespräche von einem Charakter, den ich jetzt nicht mit dem Namen spoilern möchte).
Die Zeichnungen von Daniel Acuña gefallen mir gut, daran lag es in der Summe also definitiv nicht.
In der Summe bin ich bei diesem Comic bei 4 Sternen angelangt. 3 Sterne würden dem Comic nicht gerecht werden, daher die aufgerundeten 4 Sterne von meiner Seite. Nicht missverstehen, wir reden hier nicht von einer Katastrophe, aber ich sehe in der Geschichte so viel ungenütztes Potential. Alleine die Story mit der Machtübernahme, der Beeinflussung der Menschen im Allgemeinen, etc. Da hätte man am Ende nicht so etwas zusammenreißen müssen (ich möchte da nicht spoilern).
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