Produktbild: Bevor wir sterben, tanzen wir
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Bevor wir sterben, tanzen wir Roman

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.08.2023

Verlag

InterKontinental Verlag

Seitenzahl

344

Maße (L/B/H)

20,7/13,9/2,7 cm

Gewicht

488 g

Auflage

1

Originaltitel

Dancing the Death Drill

Übersetzt von

Christiane Seidel

Sprache

Deutsch

EAN

2710000296430

Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

24.08.2023

Verlag

InterKontinental Verlag

Seitenzahl

344

Maße (L/B/H)

20,7/13,9/2,7 cm

Gewicht

488 g

Auflage

1

Originaltitel

Dancing the Death Drill

Übersetzt von

Christiane Seidel

Sprache

Deutsch

EAN

2710000296430

Herstelleradresse

Hirsbrunner, Stefanie, Karla Kutzner u. Venice Trommer GbR
Sonntagstr. 26
10245 Berlin
Deutschland
Email: publishing@interkontinental.org

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Die Tragödie der "Black Titanic"

Bewertung am 20.04.2024

Bewertungsnummer: 2182356

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Paris 1958. Wenn man die ersten Seiten liest, könnte man fast einen Krimi vermuten, denn wir erleben live, wie der Kellner Jean-Jacques Henri zwei Gäste tötet. Doch war es wirklich Mord? Der Journalist Thierry trifft bei seiner Recherche auf einen Freund Jean-Jacques’, der uns eine Geschichte erzählt, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Südafrika zurückreicht. Sie bildet gleichzeitig die Rahmenhandlung um den historisch belegten Untergang der SS Mendi, einem Truppentransportschiff, auf dem sich über 800 südafrikanische Rekruten für die britische Armee befanden. Jean-Jacques ist einer der wenigen Überlebenden und nicht der, den alle in Paris zu kennen glauben. Sein eigentlicher Name ist Pitso Motaung, Sohn eines weißen Afrikaners und einer Schwarzen Mutter. Nachdem sein Vater früh aus der Familie verschwunden war und seine Mutter starb, wächst Pitso als Coloured in einer Mission auf, ist künstlerisch und sprachbegabt und seht sich danach zu reisen. Als Pitso erwachsen wird, wird ihm mehr und mehr bewusst, dass seine Identität davon bestimmt wird, wie andere ihn sehen. Obwohl er sich zum Bataung-Stamm seiner Mutter zugehörig fühlt, muss er sowohl von Schwarzen als auch Weißen rassistische Erfahrungen durchleben, die ihn lebenslang in eine Identitätskrise stürzen. Denn wie wir eingangs lesen, gibt er sich aufgrund seiner sehr hellen Hautfarbe als Algerier aus. Als die Briten 1917 aus allen südafrikanischen Landesteilen unter fadenscheinigen Versprechungen Männer als Soldaten für den 1. Weltkrieg rekrutieren, sieht Pitso seine Chance, und besteigt die SS Mendi nach Frankreich. Dieses Buch ist wirklich eine rasante, spannende und lehrreiche Lektüre für mich gewesen und liest sich streckenweise wie ein Krimi, der immer wieder Tempo aufnimmt. Wie Khumalo im Nachwort schreibt, hat ihn das Unglück der SS Mendi seit seiner Kindheit beschäftigt. Ihm war es wichtig, den Menschen auf dem Schiff ein Gesicht zu geben, was ihm überzeugend gelungen ist. Es zog damals einen langen Gerichtsprozess nach sich und in der Presse war sogar die Rede von der »Black Titanic«. Und dennoch wurde es vergessen. Neben dem fiktiven Soldaten Pitso lernen wir einige Nebendarsteller kennen, die Khumalo mit samt deren ethnischer Herkunft sehr lebendig agieren lässt. Um die Authentizität zu unterstreichen, bedient er sich oft Ausdrücken verschiedener Sprachen wie Zulu oder Sesotho, zeigt typische Lebensweisen und die rassistischen Spannungen sowohl im damaligen Südafrika als auch in Europa. Khumalo macht einen wichtigen Aspekt des 1. Weltkriegs wieder sichtbar. Nicht nur Großbritannien hat in seinen Kolonien Menschen unter falschen Versprechen rekrutiert, nach Europa verschifft und gegen Deutschland eingesetzt. Damit wird Khumalos historischer Roman auch ein Lehrstück für die Gegenwart. Es erinnert an den Einsatz von Menschen aus den damaligen Kolonien, die einen Krieg kämpften, der nicht ihrer war, Menschen denen u.a. Land und das Wahlrecht in ihrer Heimat versprochen wurde, aber nichts davon erhielten. Es sind die Vorfahren vieler heute in Europa lebender Afrikaner, Inder und Maghrebiner. Historisch belegte Details sind fast fließend in die Geschichte eingebunden und machen die Tragödie sehr anschaulich. Von den 823 südafrikanischen Männern an Bord ertranken mehr als 600 bei dieser Kollision. Auch dass einige Männer kurz vor dem Untergang getanzt haben, ist von Zeugen ausgesagt worden. »Mit seiner donnernden Predigerstimme rief Reverend Dyobha: „Seid ruhig und gefasst, meine Landsleute, denn nun geschieht das, wozu ihr hergekommen seid … Ihr werdet sterben … Brüder wir tanzen den Tanz des Todes.„« S.206 Ein wichtiger Roman, der sich zu lesen lohnt, den ich allen empfehle, die sich für die europäisch-afrikanische Geschichte, die Spuren der Kolonisation und die afrikanische Kultur interessieren.

Die Tragödie der "Black Titanic"

Bewertung am 20.04.2024
Bewertungsnummer: 2182356
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Paris 1958. Wenn man die ersten Seiten liest, könnte man fast einen Krimi vermuten, denn wir erleben live, wie der Kellner Jean-Jacques Henri zwei Gäste tötet. Doch war es wirklich Mord? Der Journalist Thierry trifft bei seiner Recherche auf einen Freund Jean-Jacques’, der uns eine Geschichte erzählt, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Südafrika zurückreicht. Sie bildet gleichzeitig die Rahmenhandlung um den historisch belegten Untergang der SS Mendi, einem Truppentransportschiff, auf dem sich über 800 südafrikanische Rekruten für die britische Armee befanden. Jean-Jacques ist einer der wenigen Überlebenden und nicht der, den alle in Paris zu kennen glauben. Sein eigentlicher Name ist Pitso Motaung, Sohn eines weißen Afrikaners und einer Schwarzen Mutter. Nachdem sein Vater früh aus der Familie verschwunden war und seine Mutter starb, wächst Pitso als Coloured in einer Mission auf, ist künstlerisch und sprachbegabt und seht sich danach zu reisen. Als Pitso erwachsen wird, wird ihm mehr und mehr bewusst, dass seine Identität davon bestimmt wird, wie andere ihn sehen. Obwohl er sich zum Bataung-Stamm seiner Mutter zugehörig fühlt, muss er sowohl von Schwarzen als auch Weißen rassistische Erfahrungen durchleben, die ihn lebenslang in eine Identitätskrise stürzen. Denn wie wir eingangs lesen, gibt er sich aufgrund seiner sehr hellen Hautfarbe als Algerier aus. Als die Briten 1917 aus allen südafrikanischen Landesteilen unter fadenscheinigen Versprechungen Männer als Soldaten für den 1. Weltkrieg rekrutieren, sieht Pitso seine Chance, und besteigt die SS Mendi nach Frankreich. Dieses Buch ist wirklich eine rasante, spannende und lehrreiche Lektüre für mich gewesen und liest sich streckenweise wie ein Krimi, der immer wieder Tempo aufnimmt. Wie Khumalo im Nachwort schreibt, hat ihn das Unglück der SS Mendi seit seiner Kindheit beschäftigt. Ihm war es wichtig, den Menschen auf dem Schiff ein Gesicht zu geben, was ihm überzeugend gelungen ist. Es zog damals einen langen Gerichtsprozess nach sich und in der Presse war sogar die Rede von der »Black Titanic«. Und dennoch wurde es vergessen. Neben dem fiktiven Soldaten Pitso lernen wir einige Nebendarsteller kennen, die Khumalo mit samt deren ethnischer Herkunft sehr lebendig agieren lässt. Um die Authentizität zu unterstreichen, bedient er sich oft Ausdrücken verschiedener Sprachen wie Zulu oder Sesotho, zeigt typische Lebensweisen und die rassistischen Spannungen sowohl im damaligen Südafrika als auch in Europa. Khumalo macht einen wichtigen Aspekt des 1. Weltkriegs wieder sichtbar. Nicht nur Großbritannien hat in seinen Kolonien Menschen unter falschen Versprechen rekrutiert, nach Europa verschifft und gegen Deutschland eingesetzt. Damit wird Khumalos historischer Roman auch ein Lehrstück für die Gegenwart. Es erinnert an den Einsatz von Menschen aus den damaligen Kolonien, die einen Krieg kämpften, der nicht ihrer war, Menschen denen u.a. Land und das Wahlrecht in ihrer Heimat versprochen wurde, aber nichts davon erhielten. Es sind die Vorfahren vieler heute in Europa lebender Afrikaner, Inder und Maghrebiner. Historisch belegte Details sind fast fließend in die Geschichte eingebunden und machen die Tragödie sehr anschaulich. Von den 823 südafrikanischen Männern an Bord ertranken mehr als 600 bei dieser Kollision. Auch dass einige Männer kurz vor dem Untergang getanzt haben, ist von Zeugen ausgesagt worden. »Mit seiner donnernden Predigerstimme rief Reverend Dyobha: „Seid ruhig und gefasst, meine Landsleute, denn nun geschieht das, wozu ihr hergekommen seid … Ihr werdet sterben … Brüder wir tanzen den Tanz des Todes.„« S.206 Ein wichtiger Roman, der sich zu lesen lohnt, den ich allen empfehle, die sich für die europäisch-afrikanische Geschichte, die Spuren der Kolonisation und die afrikanische Kultur interessieren.

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Bevor wir sterben, tanzen wir

von Fred Khumalo

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