Produktbild: Der Fall Miriam Behrmann
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Der Fall Miriam Behrmann

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Beschreibung

Produktdetails

Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.03.2024

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,7/13,2/2,8 cm

Gewicht

400 g

Sprache

Deutsch

EAN

2710000324966

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Zustand

Gut

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

08.03.2024

Verlag

Frankfurter Verlagsanstalt

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

20,7/13,2/2,8 cm

Gewicht

400 g

Sprache

Deutsch

EAN

2710000324966

Herstelleradresse

Frankfurter Verlags-Anst.
Arndtstraße 11
60325 Frankfurt
DE

Telefon: 069 74305590
Fax: 069 74305591

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  • Hanna von Buchsichten

    aus Düsseldorf

    5/5

    22.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leistungsanspruch oder psychischer Missbrauch?

    Miriam Behrmann ist Professorin an der Uni Wien und sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt: Ihre Promotionsstudentin Selina Aksoy, die seit vier Jahren für sie arbeitet, wird ihr vor, sie psychisch missbraucht zu haben. Nun wartet Miriam auf die Verkündung, welche Konsequenzen dies für sie haben wird. Zuvor soll sie zu den einzelnen Vorwürfen schriftlich Stellung nehmen. Anhand dieser erinnert sie sich an ihre Zusammenarbeit mit Selina zurück und ebenso daran, was sie selbst geleistet hat, um Karriere zu machen. Der Roman ist aus der Perspektive von Miriam geschrieben, die zu Beginn darauf wartet, endlich zu erfahren, ob die Uni sich aufgrund der Vorwürfe ihrer Studentin von ihr trennt. Gemeinsam mit ihrem Mann Tom ist sie vor einigen Jahren von Princeton nach Wien gekommen, um dort ein Institut für experimentelle Philosophie zu gründen, das an die Uni angeschlossen ist. Damals wurden sie dafür gefeiert, den Flair der amerikanischen Eliteunis nach Wien zu bringen. Nun schlägt der Vorwurf des psychischen Missbrauchs in der Presse große Wellen. Die konkreten Anschuldigungen kennt Miriam jedoch nicht. Aus ihrer Sicht hat Selina, die mit ihrer Beschwerde bei der Dekanin alles ins Rollen gebracht hat, in der Zeit bei ihr nie etwas richtiges zustande gebracht. Doch mit diesen Konsequenzen hätte sie nie gerechnet. Schließlich erhält Miriam die Aussagen ihrer Studenten, um Stellung zu nehmen, was Licht ins Dunkel bringt: Sie soll beispielsweise verlangt haben, dass die Studenten immer verfügbar sind und sich nicht um ihre Familie kümmern, gleichzeitig hätte sie versucht, ihnen ihre privilegierten Vorstellungen vom Leben aufzuzwingen. Bei jedem einzelnen Punkt taucht Miriam in die Vergangenheit ein und schildert ihr Sicht der Dinge. Sie verdeutlicht, dass sie einen klaren Leistungsanspruch hat, den sie durchsetzen wollte und dem zu entsprechen Selina nie gelungen ist Indem sie den Erinnerungen an ihre Zusammenarbeit mit Selina solche aus ihrer eigenen Vergangenheit gegenüberstellt, entsteht ein besonders deutlicher Kontrast. Auch Miriam selbst ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, sie hat sich jedoch durch immensen Fleiß nach oben gekämpft und dabei zahlreiche Entbehrungen in Kauf genommen. Dazu ist Selina nicht bereit. Sie tut sich schwer damit, ein passendes Promotionsthema zu finden und eigenständig auszuarbeiten und nutzt ihre Zeit lieber, um sich sozial und politisch zu engagieren. Die Schilderungen sind durch Miriam als Erzählerin sehr subjektiv und beim Lesen fragte ich mich, inwiefern sie das Vorgefallene verharmlost oder ob ihr Vorgehen tatsächlich zu hart war. So oder so wird hier das Bild eines Generationenkonflikts gezeichnet, in dem die Erwartung, die Karriere über alles zu stellen auf das Verlangen nach einer Work-Life-Balance trifft, in welcher der Life-Teil gerne auch überwiegen darf. Mich hat der Roman ins Nachdenken darüber gebracht, wie verschiedene Generationen mit Leistungsdruck umgehen. Gerne empfehle ich ihn weiter.

  • Bewertung

    aus Villach

    5/5

    02.05.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Großartiges Uni-Setting

    Die aus Polen stammende Miriam Behrmann, Professorin an der Uni Wien, hat hart dafür gearbeitet, damit sie dort hinkommt, wo sie heute ist – zuerst Princeton und nun Wien. Sie hat richtig Karriere gemacht mit ihrem neuen Institut in Wien. Ihre Doktorandin Selina Aksoy hat aus Miriams Sicht eine ganz andere Einstellung. Mit den Aufgaben, die Selina von Miriam erhält, fühlt sie sich schnell überfordert und sogar psychisch missbraucht: sie kann nicht zeitgerecht abgeben und liefern – und beißt sich schon gar nicht richtig durch. Miriam möchte Selina fördern, diese fühlt sich jedoch überfordert und kann damit nichts anfangen. Plötzlich wird Miriam des psychischen Missbrauchs beschuldigt, der ihre Entlassung zur Folge haben soll. Der Roman setzt dort ein, wo Miriam zu einem Gespräch mit der Universitätsleitung einbestellt wird. In Rückblenden wird Miriams Leben und Karriereweg erzählt. Es geht hier um ihre Kindheit in Polen, der Weg nach Princeton, ihre Ehe mit dem amerikanischen Professor und wie sie ein großartiges Projekt initiierte und sie so den Ruf nach Wien erhielt. Ich finde, es wird auf eine sehr kluge Weise gezeigt, wie zwei unterschiedliche Generationen mit Arbeit und Leistung umgehen. Beim Lesen hat man das Gefühl, Miriam wäre nie auf die Idee gekommen, dass sie zu viel verlangt und dafür eventuell auch mit Konsequenzen rechnen muss. Viel eher stellt sich Miriam die Frage, ob Selina eine geeignete Doktorandin ist, wenn sie nicht in hohem Maße leistungsbereit ist. Ein beeindruckender Roman, der vielschichtig unterschiedliche Sichtweisen aufzeigt und man als Leser*in das Gefühl hat, jede Position hat was für sich – großartig.

  • begine

    aus Lemwerder

    5/5

    08.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Schuldig oder Unschuldig

    Der Fall Miriam Behmann ist ein interessanter Roman von der Schriftstellerin Lydia Lewitsch- Sie lässt Miriams Gedankenwelt hin und her gehen. Mit einfühlsamen Stil lernen wir so die Professorin kennen. Miriam rätselt über die Vorwürfe ihrer Doktorantin nach. Miriam nimmt ihre Arbeit ernst und das erwartet sie auch von den anderen.. Dann denkt sie viel an ihre Kindheit in Polen, das war anrührend. Das geht schnell hin und her. Es ist ein moderner Roman, der gefällt. Es gibt Email Ausdrücke, die Meinungen verschiedener Personen geschrieben hatten. Diese Geschichte ist gut geschrieben und gute Literatur.

  • mari_liest

    3/5

    17.06.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Leistungs vs. psychische Gewalt?

    Miriam Behrmann, Professorin an der Universität Wien, wird wegen angeblichen psychischen Missbrauchs ihrer Doktorandin Selina Aksoy angeklagt. Der Fall erregt großes Aufsehen. Der Roman beleuchtet Miriams Gedanken zu den Vorwürfen und verbindet Universitätsdramen, Miriams Karriere, und ihre Kindheitserinnerungen in Polen. Das Buch thematisiert Generationenkonflikte und kulturelle Unterschiede, während es die Frage offenlässt, wer im Recht ist – die ehrgeizige Professorin oder die politisch aktive Doktorandin? Der Roman setzt sich mit den Themen Macht, Ambitionen und Generationenkonflikten auseinander. Allerdings gibt es Punkte, die ?? erzeugten. Wesentliche Details sowohl über die spezifischen Vorwürfe als auch zum Machtmissbrauch werden ausgespart, was für mich die Geschichte etwas schwächte. Es gibt weder ein klares Bild von Selinas Beschwerden noch von Miriams detaillierten Antworten. Phasenweise hatte ich das Gefühl, die Wahrnehmung von Miriam ist die alleinige Wahrheit und ich wollte ihr zustimmen. Ich habe mich durchwegs gefragt: an welcher Stelle sind wir hier denn (schon) in den neun Phasen einer Konflikteskalation? Miriams Reflexion zu den Vorwürfen bleibt irgendwie oberflächlich. Sie geht kaum auf die Wahrnehmungen und Gefühle von Selina ein. Selina hingegen strebt nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance, stellt gesellschaftliche wie politische Engagements in den Vordergrund. Dieser Gegensatz verdeutlicht die unterschiedlichen Erwartungen und Wertvorstellungen der beiden Generationen. Ich konnte Selinas Wunsch nachvollziehen, jedoch fehlte mir auch ein mögliches Verständnis für die Generation der Miriam. Auch schien es mir, als nehme Selina ihre wissenschaftliche Arbeit nicht ernst genug, was mich dazu brachte, Miriams Standpunkt zu verstehen und mehr in ihre Richtung zu tendieren. Die Beschwerde, die nur in kleinen Häppchen zur Sprache kommt, bleibt weitgehend im Dunkeln und erschwerte mir eine differenzierte Sicht auf die Konfliktsituation. Der fehlende Fokus auf die emotionalen und psychologischen Dimensionen des Konflikts macht es schwierig, die volle Tragweite der intergenerationellen Spannungen und des Machtmissbrauchs zu erfassen. Der Roman hebt solide thematische Aspekte hervor und stellt die Erlebnisse und Erfahrungen der beiden Protagonistinnen dar. Lewitsch zeigt, wie unterschiedlich die Herangehensweise zum Thema Arbeit, Einsatz und Leistung steht und die Ambivalenz, die da in mir entstand: ein kluger Schachzug! Zusammengefasst ist das Buch ein wertvoller Beitrag zur Debatte über Machtstrukturen und Generationenkonflikte, bei dem ich mir mehr Tiefe bei den Figuren, ihren Vorwürfen & Handlungen gewunschen hätte. Aber das ist sicherlich auch Geschmackssache.

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