Die schöne Kaufmannstochter Meriande langweilt sich in der dekadenten Hauptstadt des kriegerischen Großreichs Nordun zu Tode. Deshalb ist sie von dem attraktiven Soldaten Ruovan, der eines Abends auf ihren Balkon klettert, fasziniert – zumal er zum Dschungelregiment gehört und ihre Sehnsucht nach dem Abenteuer weckt. Schließlich fasst sie einen ungeheuren Plan: Statt ihre Pflicht zu tun und einen vornehmen Kaufmann zu heiraten, will Meriande ihm als Soldatin in den Dschungel folgen und Seite an Seite mit ihm kämpfen.
Doch die Realität ist viel grausamer, als Meriande jemals erwartet hätte. Und nicht die Feinde oder die giftigen Tiere sind die größte Gefahr, sondern die Unaschkin, die legendären Bestienkrieger des Dschungels.
Sammelband mit den Titeln
- Mondlicht in deinen Augen
- Die Sternen in unseren Händen
- Goldstaub auf meiner Haut
Cover und Farbschnitt von Giessel Design
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ein fantastisches Setting und eine prägende Atmosphäre
Romanika_1 am 22.06.2026
Bewertungsnummer: 3175019
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Meriande lebt mit ihrer wohlhabenden Familie in Nordun, der Stadt der Kaufleute. Der nahegelegene Dschungel, der die meisten Menschen bloß in Angst und Schrecken versetzt, fasziniert sie. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum sie sich in einer überstürzten Aktion den Soldaten des Dschungelregiments anschließt – nach einem Anschlag auf ihr Leben ist ihr daran gelegen, den guten Ruf ihrer Familie zu erhalten … und dann wäre da noch der Soldat, der sich heimlich auf ihren Balkon schleicht, sich Küsse stiehlt und Meriande Liebesbriefe schreibt, und der ein völliger Kontrast ist zu der Welt, in der sie aufwuchs. Doch der Dschungel beherbergt ganz neue Gefahren, weitaus mehr, als Meriande sich jemals vorzustellen vermochte. Nicht nur wilde Tiere und tückische Fallen warten im Wald, auch die ebenso legendären wie gefürchteten Bestiensoldaten. Meriande lernt sie von einer Seite kennen, die sie niemals geahnt hätte, und muss zudem feststellen, dass sie längst in ein Netz aus Intrigen und Lügen verstrickt ist. Ihr Alltag wird ebenso brandgefährlich wie abenteuerlich. Sie lernt neue Bekannte und sämtliche Bewohner des Dschungels kennen, und wird auf Missionen geschickt, die sie bis nach Sandoria und Banesh führen, weit entfernt gelegene Teile des Reichs. Letztendlich wird nicht nur Meriandes Loyalität und ihr Herz auf den Prüfstand gestellt, auch ihr Mut, ihr Geschick und ihr gesamtes Leben.
»Die Legenden der Unaschkin« ist ein Sammelband, der drei Teile enthält (einzelne Titel: »Mondlicht in deinen Augen«, »Die Sterne in unseren Händen« und »Goldstaub auf meiner Haut«). Die Romanze steht vorerst im Vordergrund, wird im Laufe der drei Bände allerdings von der spannenden Handlung und der High-Fantasy-Kulisse abgelöst. Nichtsdestotrotz spielt die Liebesgeschichte eine tragende Rolle.
Zu Beginn: Ich bin ein wenig zwiegespalten, was diesen Roman angeht. Es gibt sehr viel, was ich an ihm liebe, allerdings fallen mir auch einige Kritikpunkte ein.
Fangen wir mit der Gegebenheit an, die mir am meisten gefällt: die Atmosphäre. Sie ist extrem präsent und absolut einmalig. Die dschungelgeprägte Stimmung zieht sich das gesamte Buch hindurch. Der Leser meint die eindrucksvollen Bilder förmlich sehen zu können, bildet sich ein, die feuchte Schwüle zu spüren, die Gerüche wahrzunehmen und die charakteristischen Urwaldgeräusche zu hören. Die Protagonistin Meriande nimmt den Leser mit auf einen exotischen Ausflug, der ihn ganz und gar in seinen Bann zieht. »Die Legenden der Unaschkin« ist zweifelsfrei das stimmungsvollste Buch, das ich seit Langem gelesen habe.
Das Setting ist einfach nur atemberaubend. Sowohl der Wald als auch die Städte glänzen mit Alleinstellungsmerkmalen und einer höchst beeindruckenden Portion Fantasie. Allein die vielzähligen Dschungelbewohner sind so fantasievoll beschrieben, dass es eine reine Freude ist, durch die Buchzeilen zu schweben.
Woran ich ein wenig hängengeblieben bin, ist die Handlung. Gerade in Band 1 ist sie zwischenrein sehr eintönig. Außerdem kommen Elemente vor, mit denen Autoren eher vorsichtig umgehen sollten, wie Zwangsheirat und vor allem Vergewaltigung. In diesem Buch hingegen werden diese Elemente wie selbstverständlich verwendet, als seien sie Bestandteil eines jeden Lebens. Das mutet hin und wieder befremdend an.
Des Weiteren sind auch die Wendungen zunächst vorhersehbar. Während der ersten Hälfte des Romans hatte ich den Eindruck, dass die Atmosphäre und der wunderbare Schreibstil wie eine hübsche Verpackung sind, die allerdings verschleiern, dass der Kern der Geschichte doch eher gewöhnlich ist. Letzten Endes sind Klischees ein häufiger Bestandteil, die durch die vielen erwähnten Pluspunkte jedoch extrem aufgehübscht werden.
Ab der zweiten Hälfte des Buches kommt dann auch die Handlung in Schwung. Es wird noch spannender, teilweise überraschend, während die individuelle Stimmung und das tolle Setting auch weiterhin bestehen bleiben. Der dritte Teil des Sammelbandes hat mir schlussendlich fast am besten gefallen, denn er war ereignisreich und rasant. Ein wenig schade fand ich, dass – Achtung, Spoiler! – das Ende sehr abrupt kam und im Prinzip mitten in die Handlung hineingegrätscht ist, bevor sie auch nur im Ansatz zu einem Schluss geführt wurde. Ich persönlich erwarte von einem Sammelband ein abgeschlossenes Ende.
Die Figuren sind ebenso faszinierend wie das Setting. Ich habe ein paar Seiten gebraucht, um den Facettenreichtum und die Tiefgründigkeit der Hauptfigur Mariande zu erkennen, doch sobald das geschehen ist, habe ich sie sofort ins Herz geschlossen. Sie ist mutig, tapfer und rebellisch, ohne dabei in eine Klischeerolle zu schlüpfen. Ihre Stärke hat mir unglaublich imponiert, ebenso ihr Kampfgeist.
Die Nebenfiguren dürfen ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Sie alle, selbst die kleinsten, unbedeutendsten Rollen, haben einen enormen Charakter und Wiedererkennungswert. In jeder Figur steckt eine äußerst detaillierte Ausarbeitung. An den Figuren habe ich wirklich absolut nichts auszusetzen – im Gegenteil, in ihrer Originalität können ihnen nur Wenige das Wasser reichen.
Der Schreibstil passt zu der fantasiereichen Fantasy-Welt wie der Topf zu seinem Deckel. Er versteht sich hervorragend darauf, zu beschreiben und zu erzählen, ohne jemals langweilig zu werden. Er ist höchst lebendig, und dazu noch spannend, emotional und tiefgründig. Es handelt sich nicht um einen Schreibstil, wie man ihn in jedem zweiten Buch findet – er ist ohne Frage besonders, in all seinen Facetten. Er hat mir von vorne bis hinten sehr gut gefallen.
»Die Legenden der Unaschkin« – ein dicker Sammelband, in dem sich jeder Teil ein wenig von dem vorherigen unterscheidet. Die Geschehnisse in den Bänden folgen unmittelbar aufeinander und bauen jeweils auf ihren Vorgängern auf, dennoch behandelt jeder Band ein gesondertes Thema. Die Handlung wird immer komplexer, spannender, einnehmender und vor allem ausgreifender. Während es anfangs eher etwas fade vorangeht, jagt schließlich ein Handlungshöhepunkt den anderen.
Trotzdem ist »Die Legenden der Unaschkin« in erster Linie ein Romantasy-Buch, weshalb die Liebesgeschichte – mit einem nicht zu geringen Anteil an Spice – keinesfalls zu kurz kommt. Die Romanzen sind sehr vielseitig und entwickeln sich teilweise in ungeahnte Richtungen.
Was den Roman für mich persönlich einzigartig macht, sind aber nicht die Liebesanteile und auch nicht die Handlung, sondern der Schreibstil, das Setting und die Atmosphäre. Wer von einem Buch in fremdländische, exotische und komplett einnehmende Dimensionen entführt werden will, der sollte sofort zu »Die Legenden der Unaschkin« greifen. Es ist ein prägendes Buch; keines von der Sorte, die man nach dem Lesen sofort wieder vergisst.
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