Maria – für Katholiken die Himmelskönigin, Fürbitterin und Heilsmittlerin, für Evangelische oft ein Rand- oder Aufregerthema. Doch was, wenn die katholische Sichtweise gar nicht so abwegig ist?
In diesem Buch begibt sich der evangelische Pastor Christophe Costi auf eine spannende Spurensuche: Er untersucht die katholischen Mariendogmen anhand der Bibel. Mit Offenheit, Respekt und einer Prise Humor hinterfragt er verbreitete Denkmuster und beleuchtet, wo Katholiken und Protestanten einander näher sind, als viele denken. Dabei nimmt er nicht nur theologische Argumente unter die Lupe, sondern zeigt auch, warum Maria für den christlichen Glauben eine tiefere Bedeutung haben könnte, als viele es vermuten.
Ein herausforderndes und überraschendes Buch für alle, die bereit sind, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken – und Maria neu zu entdecken.
Ein neues Kapitel für Ihre Bücher
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Ein verblüffender Blick über den evangelischen Tellerrand
So der Untertitel.
Ich war sehr gespannt, was mir hier über Maria erzählt werden sollte, da ich, von Geburt evangelisch, nicht viel mit dem Marienkult der Katholiken anfangen kann/konnte.
Nachdem ich lange Zeit in einer hauptsächlich katholischen Umgebung gelebt habe, habe ich mich sehr gefreut hier schlau zu werden!
Es ist wirklich spannend zu lesen, wie unterschiedlich der Glauben und die Erkenntnisse sein können.
Diese Vielfalt und auch viele Dinge, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, haben mich sehr überrascht!
Zum Beispiel, dass hier gesagt wird, Maria sei auch nach der Geburt von Jesus 'Jungfrau' geblieben, sie hätte also nie mit irgendeinem Mann geschlafen, obwohl sie mit Josef verheiratet war und Jesus laut Bibel Brüder hatte. Für diese Annahme gibt es mehrere Argumente oder annahmen, über die ich nie nachgedacht habe.
Dies ist nur ein Beispiel und ich möchte nicht soviel verraten, aber es macht viel Spaß, neue Eindrücke zu bekommen und auch neue Gedanken und Überlegungen zuzulassen!
Fakt ist, dass Maria ein sehr spannender Charakter ist und es sich lohnt einmal über den Tellerrand zu blicken und sich auf andere Sichtweisen einzulassen.
Was wir anschließend glauben oder was nicht, ist letztendlich jedem selber überlassen ;-)
Bewertung
5/5
15.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein Buch, dass mir die Möglichkeit gibt, besser zu verstehen
„Warum beten die Katholiken eigentlich Maria an? Ist das nicht Totenbeschwörung?“ – Diese Frage habe ich als Freikirchlerin mir schon oft gestellt. Durch Freunde und Verwandte, die sich dem charismatischen Zweig der Katholischen Kirche zugehörig fühlen, konnte ich diese Frage auch schon in privaten Gesprächen loswerden. Oft wurde mir dabei erklärt, dass Maria nicht „angebetet“ sondern „verehrt“ wird und dies ein großer Unterschied sei. Ganz verstanden oder nachvollziehen konnte ich es aber bisher nicht. Auch deshalb habe ich dieses Buch mit großem Interesse gelesen: Ich wollte klare Argumente, Quellen und Erklärungen für diese eine und noch viele andere Fragen bekommen.
Der evangelisch-lutherische Theologe und Pastor Christophe Costi geht in seinem Buch „Maria, wer bist du?“ auf viele Fragen in einem der großen „Problemfelder“ der Konfessionen ein. Dabei bringt er viele verschiedene (historische) Quellen beider Seiten, diskutiert quasi beim Schreiben mit diesen und manchmal sogar mit sich selbst. In fast jedem Kapitel sorgte er bei mir dadurch für AHA-Momente. So erklärt er beispielsweise gleich zu Beginn, dass die „unbefleckten Empfängnis“ keineswegs die Bezeichnung für eine Schwangerschaft ohne sexuellen Kontakt sei, sondern dass dies den Glauben bezeichnet, dass Maria als einzige Frau der Menschheit ohne Erbsünde lebte. Costi arguementiert nicht nur mit verschiedenen Quellen sondern auch mit der Bibel. Dabei stellt er genau die selben Fragen, die mich als Leserin immer wieder bewegen und be- bzw. widerlegt mit denselben Argumenten, die ich mit meiner Bibelkenntnis durch Bibelschule und durch mein Studium der evangelischen Religionspädagoik und Gemeindediakonie bringen würde. Die Gegenargumente überzeugen mich nicht immer, gleichzeitig erweitern sie meinen Horizont und regen zum Nachdenken an. Letztendlich stellt auch Costi sich immer wieder die Frage: „Würde mir ein Zacken aus der himmlischen Krone brechen, wenn…?“ Diese Frage stellt sich bei manchen Themen zurecht, bei anderen Themen ist es dann doch nicht so leicht. Zum Beispiel bei der Frage „Ist Maria wirklich in den Himmel aufgefahren?“ und ob Marienerscheinungen real oder sogar okkult sind. An anderer Stelle fragt er sich aber: „Hilft sie (Maria) mir, Jesus mehr zu lieben und mich ihm mehr hinzugeben? Hilft sie, dass der Heilige Geist mehr Raum in meinem Leben hat?“ Immer wieder zeigt er auf, dass DIES das eigentliche Herz der katholischen Lehre in Bezug auf Maria ist, sie auf Jesus hinweisen soll. Hier weist er aber auch zurecht darauf hin, dass dieses Ziel manchmal aus den Augen verloren wird, und Maria bei den Gläubigen den selben- oder sogar einen höheren Platz als Jesus einnimmt.
Ich persönlich habe eine neue, weitere Sichtweise durch dieses Buch bekommen. Viele Argumente und Handlungen kann ich besser nachvollziehen und verstehe nun auch, wo die katholische Praxis der Marienverehrung seinen Ursprung hat. Mir gefällt, wie offen und wertschätzend Costi bei seiner Argumentation vorgeht: Ohne Verurteilung oder Abwertung, dafür offen, fragend und immer auch mit Bezug auf die Bibel. Dabei lässt er auch der Leserschaft die Möglichkeit, einen eigenen Standpunkt zu finden oder der Empfehlung von Dr. Johannes Hartl nachzukommen, welche er am Ende des Buches zitiert: „Vielleicht würde sich Jesus freuen, wenn wir zu ihm kommen und fragen: ‚Welche Beziehung möchtest du, dass wir zu deiner Mutter haben?‘ Es ist die Aufgabe Jesu, uns zu zeigen, welchen Platz seine Mutter in unserem Leben haben soll und welche Gnaden er uns durch seine Mutter geben will.“
Wer dieses Buch mit einem offenen Herzen, unvoreingenommen und mit dem Wunsch nach Verständnis liest, dürfte – egal mit welchem Konfessionshintergrund – nicht enttäuscht werden.
Bewertung
5/5
14.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Beeindruckend, interessant
Das Buch, Maria, wer bist du? vom evangelischen Pastor Christophe Costi ist sehr beeindruckend.
Unterteilt ist das Buch in elf Kapitel ( Unbefleckte Empfängnis, Neue Eva, Ewige Jungfrau 1 und 2, Aufgenommen in den Himmel, Fürbeterin, Marienbilder, Marienerscheinungen, Heilsmittlerin, Himmelskönigin).
Maria führt immer wieder zu Diskussionen.
Interessante Fragen, wie: Hatte Jesus Geschwister? Ist Maria Christusgebärerin oder Gottesgebärerin und viele mehr, werden von Christophe Conti kritisch betrachtet. Es werden immer beide Sichtweisen dargestellt, die katholische und die evangelische. Untermauert ist das Ganze mit Passagen aus dem katholischen Katechismus und Aussagen von Kirchenvätern.
Auch Zitate von Johannes Hartl, Bernadette Lang, Tim Staples und vielen mehr , werden erwähnt.
Desweiteren sind sehr viele Bibelstellen angeführt.
Jedes Kapitel endet mit Schlussgedanken, hier werden noch mal spannende Fragen beantwortet und das Kapitel zusammenfassend abgeschlossen.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich auf dieses Buch einzulassen, denn es bringt wirklich viele neue Erkenntnisse.
Ich habe schon viele Bücher über Maria gelesen, aber das ist mit Abstand das Beste.
Fazit: Ich bin sehr dankbar, dieses Buch gelesen zu haben. Es hat mir großen Gewinn gebracht und meine Sichtweise zu Maria wurde dadurch auf liebevolle Weise verändert.
Bewertung
4/5
01.11.2025
Buch (Taschenbuch)
Ein theologischer Blick auf Maria
In elegantem Gewand kommt es daher, das Buch „Maria, wer bist du?“ von Christophe Costi. Das Cover ist schon mal gelungen. Inhaltlich bleibt es theologisch. Ich habe viel über Maria gelernt und die Lehren, die über sie verbreitet sind. Ich dachte, ich lerne sie näher kennen, die Maria. Das war nicht der Fall. Vielleicht ist das auch gar nicht möglich, einen Menschen der vor 2000 Jahren gelebt hat und über den man eh schon einiges weiß, näher kennen zu lernen. Das Buch beschäftigt sich mit den Lehren über Maria, zieht Vergleiche zum alten Testament und klärt so manches Missverständnis auf. So war ich immer davon ausgegangen, unbefleckt hieße jungfräulich. Aber es war wohl eher frei von Sünde damit gemeint. Spannend auch die Gegenüberstellung mit der Antagonistin Eva. So wie die eine die Sünde in die Welt brachte, so trug die andere das Heil in die Welt. Für mich etwas weiter hergeholt der Vergleich mit der Bundeslade: beide (die Bundeslade und Maria) trugen das Heil in sich.
Es wurde aufwändig recherchiert. Ich denke, die geschilderten Lehren der katholischen Kirche über Maria sind bei weitem nicht jedem Katholiken bewusst. Aber es ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem, was die katholische Kirche, teilweise zurückgehend bis auf die ganz frühe Christengemeinde (Kirchenvater Hieronymus), im Laufe der Zeit über Maria gelehrt hat. Und das wird geschildert bis auf die heutige Zeit. So wird viel der katholische Autor Tim Staples zitiert oder auch die letzten drei Päpste.
Das Buch ist eine spannende theologische Auseinandersetzung anhand der Person Maria. Wer theologisch dazulernen möchte, für den ist es genau richtig.
Bewertung
4/5
26.10.2025
Buch (Taschenbuch)
Das evangelische Marienbild auf dem biblischen Prüfstand
„Maria, wer bist du?“ fragt der evangelische Pastor Christophe Costi.
In seinem Buch unternimmt er den Versuch, den evangelischen Christen Maria, die Mutter Jesu, näher zu bringen.
Ganz bewusst nimmt sich Costi als evangelischer Theologe die katholische Marienlehre vor und überprüft den Kern der katholischen Meinung hinsichtlich ihres biblischen Fundaments.
Dabei findet er so manche Überraschung und arbeitet an vielen Stellen mehrere Interpretationsmöglichkeiten heraus.
In 11 Kapiteln setzt sich Costi mit Maria als neuer Eva, mit der Jungfräulichkeit, den Marienerscheinungen und den Ehrentiteln auseinander. Das Buch gibt sich dabei einen wissenschaftlichen Anstrich, der jedoch universitären Ansprüchen kaum genügen dürfte. Zu knapp und oft auch ohne Zusammenhang werden einzelne biblische Textfragmente als Beweis herangezogen.
Häufig scheint auch die persönliche Spiritualität des Autors durch, die einen merklich missionarischen Anspruch hat.
In vielen Punkten kann ich als Leserin dem Autor durchaus zustimmen. Er ist bemüht zu zeigen, dass es keine unüberwindbaren Differenzen geben muss, wenn katholische und evangelische Christen an die Mutter Jesu denken. Hier kann ich ihm nur beipflichten.
Allerdings ist nicht außer acht zu lassen, dass sich auch innerhalb der katholischen Kirche die persönliche Marienverehrung stark unterscheidet. Einen gemeinsamen Nenner zu finden, hängt daher sehr von individuellen Überzeugungen ab.
Die Schlussgedanken des Autors bieten einige konkrete Anregungen für ein gegenseitiges Kennenlernen der Konfessionen an.
Sprachlich ist das Buch recht gut gelungen. Ein ansprechendes Layout und verschiedene Formatierungselemente wirken einladend und gliedern das Werk übersichtlich.
Ich betrachte das Buch als Gesprächsgrundlage für interessierte Kreise und als Türöffner für ökumenische Projekte.
Das Buch konnte mich – unter anderem wegen des belehrenden Grundtons – aber nicht vollends überzeugen.
Ich bewerte mit 4 Sternen.
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