Drei Wochen will Hans Castorp in Davos verbringen, zu Besuch bei seinem lungenkranken Vetter im Sanatorium. Bald beginnt er selbst zu husten und wird als Patient etwas länger bleiben müssen. Nicht so schlimm, denn der komfortable Berghof steckt voller unterhaltsamer Menschen. Von Krankheit und Tod umgeben und doch wie in einem eigenen Universum aufgehoben, taucht der junge Mann ein in tiefsinnige Gespräche über Politik, Philosophie oder die Künste und verliebt sich in eine schöne Madame. Europas Zivilisation am Scheitelpunkt ihres Niedergangs: In diesem großen Zeitroman hat Thomas Mann sie so farbenreich wie feinsinnig geschildert wie wohl niemand vor oder nach ihm.
Fiebertraum und Höhenrausch: Thomas Manns erfolgreichster Roman
»Ein hochaktuelles Buch. Es zeichnet ein Porträt der damaligen Gesellschaft - und lässt nachvollziehen, wie sich der reaktionäre Schriftsteller zum Demokraten wandelte.« Jüdische Allgemeine
Angeregt wurde Mann durch die Verhältnisse in einem Davoser Sanatorium, das er 1912 beim Besuch seiner lungenkranken Ehefrau kennengelernt hatte
»Der Mensch soll um der Güte und Liebe willen dem Tode keine Herrschaft einräumen über seine Gedanken.« aus Der Zauberberg
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Doppelter Zauber
Wenn es einen Text Thomas Manns gibt, mit dem er sich den Beinamen „Zauberer“ verdient hat, dann ist dies zuvorderst seine Novelle „Der Tod in Venedig“. Der Zauber wirkt hier doppelt: auf den Helden und auf den Leser.
Die Verwandlung Gustav von Aschenbachs vom pflichtbesessenen, an Ruhm, Ehre und Willensstärke orientierten Großkünstler, steif, unnahbar, auf Etikette bedacht, allem Sinnlichen abhold, zum pflichtvergessenen, willenlos-triebgesteuerten Lüstling, der sich schminken und die Haare färben lässt, und der seine Tage damit verbringt, dem Objekt seiner Begierde durch Venedig nachzusteigen - diese Wandlung ist Ergebnis einer Verzauberung. Verzaubert wird er von Tadzio, einem Knaben, der „vollkommen schön“ ist, „von so einmalig persönlichem Reiz“, dass er überzeugt ist, „weder in Natur noch bildender Kunst etwas ähnlich Geglücktes angetroffen zu haben“. (S. 42)
Und es ist ganz große Kunst, wie der Zauber geschildert wird, der von diesem Knaben auf den älteren Herrn ausgeht, wie ein anfänglich scheinbar „interesseloses Wohlgefallen“, eine „fachmännisch kühle(n) Billigung“ (S. 48) des reinen Schönen schrittweise umschlagen in Verzücken, Verliebtheit, Besessenheit; wie eine anfänglich harmlos-heitere Stimmung zunehmend ins Bedrohlich-Düstere umschlägt.
Wie das im Einzelnen dramaturgisch und sprachlich subtil gemacht ist, wie es Thomas Mann gelingt, auch den Leser in einen erzählerischen Zauberbann zu schlagen, dazu sind extrem hilfreich die erläuternden Anmerkungen und das kluge Nachwort des Herausgebers dieser Ausgabe, Hanns Frericks.
Aber das ausführliche Nachwort hilft nicht nur beim Erkennen, Verstehen und Genießen der Novelle als Kunstwerk, ihrem Bau und reichen Motivgeflecht, ihrer Rhetorik, Symbolik und Semantik. Es gibt auch ergiebig Antwort auf die Frage, was den Autor zu dieser Novelle bewogen hat, wie erfahrungsgesättigt der Text ist und wie es ihm gelingt, immerhin zur Endzeit des deutschen Kaiserreichs, einen Text, der von homoerotischer Liebe, ja, von Pädophilie handelt, zu publizieren, ohne einen literarischen Skandal zu provozieren.
Vor allem aber öffnet das Nachwort die Augen des Lesers für all jene Facetten der Novelle jenseits der Geschichte einer unglücklichen, verbotenen Liebe. Denn es geht auch hier um die Dialektik von Künstler und Bürger, um den Umschlag vom Sokratischen zum Dionysischen, um eine Theorie des unbedingten Schönen, um Theorie und Praxis der Ästhetik und der Moral. Es geht, wie stets in großer Literatur, um Eros und Thanatos. Und schließlich spielt im Hintergrund selbst das Politisch-Ökonomische eine Rolle, wenn die administrative Verschleierung der sich ausbreitenden Seuche aus kommerziellen Gründen im wahrsten Wortsinn über Leichen geht.
Diese Ausgabe der Novelle „Der Tod in Venedig“ ist nicht zuletzt besonders zu empfehlen, weil sie handwerklich schön gemacht ist: mit Leineneinband, Titelvignette, Bildern und einer erhellenden Zeittafel.
Wow!
Beat (also schnon Ü55) aus Meilen am 25.08.2025
Bewertungsnummer: 2576580
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)
Ich verstehe nicht, wieso Thomas Mann den Nobelpreis nicht für dieses Buch bekommen hat, sondern für Buddenbrooks. Denn dieses Buch ist ein Meisterwerk. Ich habe es auf meiner Neuseeland-Reise gelesen, in einsamen Berghütten fünfzehn Seiten gelesen und danach zwei Stunden meinen Gedanken nachgehangen. Und das mit einem Buch, das vor hundert Jahren erschienen ist!
Meinung aus der Buchhandlung
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2025 ist das Thomas- Mann- Jahr. "Der Zauberberg" wurde vor 100 Jahren veröffentlicht und sein Schöpfer vor 150 Jahren geborgen. Nutzen Sie die Gelegenheit, eines der größten Werke der deutschen Literatur neu zu entdecken und erfreuen Sie sich an der einzigartigen Kunst seiner Sprache. Trauen Sie sich, es ist gar nicht so schwer!
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Für mich das Buch, das ich auf die berühmte einsame Insel mitnehmen würde. Gehört definitiv nicht zu den Büchern, die man im Leben einmal gelesen haben sollte.. Sondern mehrmals!
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