Rechnen und Rechenmeister in Sachsen Gesellschaftliche Grundlagen
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- Deutsch ausgewählt
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inkl. gesetzl. MwSt.,
Beschreibung
Produktdetails
Einband
Gebundene Ausgabe
Erscheinungsdatum
31.03.2025
Abbildungen
42 Abb. s/w
Verlag
EudoraSeitenzahl
224
Maße (L/B/H)
21,6/15,8/2,7 cm
Gewicht
350 g
Auflage
1. Auflage
Sprache
Deutsch
ISBN
978-3-938533-86-4
Wie aber war das in der Zeit vor Adam Ries? Eigentlich benutzten die meisten Menschen über das gesamte Mittelalter hinweg kaum irgendwelche Rechenverfahren – auch nicht die einfachsten. Was im Alltag zu berechnen war, hielt sich in Grenzen. Schnell gingen derlei Berechnungen in das Erfahrungswissen über, ansonsten gab es Finger, Kerbholz, Knotenschnur und andere Hilfsmittel, um eine Aufgabe zu lösen oder das Ergebnis zu dokumentieren.
Das änderte sich stark, als Handel und Handwerk zu florieren begannen und auch Sachsen in größere räumliche Zusammenhänge einbanden. Die vielfältigeren Aufgaben erforderten auch eine bessere Bildung, doch ehe jeder oder gar jede in Schulen Lesen, Schreiben und Rechnen lernte, war es noch ein weiter Weg. Zwischenzeitlich halfen Laien – zum Beispiel Kaufleute, Apotheker oder Handwerker –, die sich selbst etwas beigebracht hatten oder im fortschrittlicheren Italien gewesen waren, um als neben- oder hauptberufliche Rechenmeister für ihre Mitmenschen gegen Bezahlung Aufgaben zu lösen. Die Rechenkunst war dabei nicht nur auf die „reine“ Mathematik beschränkt, sondern umfasste vor allem praktische Anwendungen wie das Messen von Flächen und Volumina, das Berechnen von Zinsen, das Teilen eines Erbes, die Buchführung oder eben – die Unterrichtung von Kindern.
Dies alles wird im vorliegenden Buch ausführlich dargestellt, und es zeigt sich nicht nur, wie spannend, anstrengend und notwendig Rechnen war – etwa um nicht betrogen zu werden, sondern wie mit der Reformation auch in Sachsen das Volksschulwesen begründet wurde, das seitdem das notwendige Rechenwissen vermittelt.
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