In neun brillant komponierten, an asiatische Geistergeschichten erinnernden Erzählungen beschäftigt sich Julia Armfield eindringlich mit Frauen und ihren Körpern. Die Autorin kartografiert die Haut und Knochen ihrer Protagonistinnen durch ihre Erfahrungen mit Einsamkeit, Liebe, Trauer und Rache.Schicksalsschläge, die Transformation des Körpers während der Pubertät, Trennungsschmerzen und andere traumatische Ereignisse treten in Form von skurrilen und fantastischen Metaphern in die Alltagswelt. Das Mystische dringt in Kleinstädte, Schulen, Wohnhäuser und verwandelt sie in beklemmende Landschaften.Die Kombination aus unheimlichen Geschehnissen und poetischer Sprache erzeugt Bilder, die unter die Haut gehen. Julia Armfield schafft es mit ihrem einzigartigen Schreibstil erneut, beim Lesen das Gefühl eines Film noir zu erzeugen.
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Wirklich eine sehr besondere Lektüre. Das Buch besteht aus einzelnen Kurzgeschichten, die sich unter dem Titel "Salzsirenen" aber wirklich gut vereinen lassen und auch thematisch gut zusammenpassen. Toll finde ich, dass die Übersetzerin auf dem Cover genannt ist und mir hat auch die Übersetzung sehr gut gefallen. Überhaupt mochte ich den Schreibstil total gerne und mochte, was über die geschriebenen Worte hinaus noch alles mittransportiert wurde. Es ist sehr viel Platz für Interpretationen und weitere Deutungsebenen und die Geschichten an sich sind seltsam, auf die beste Weise. Insgesamt muss ich sagen, dass mich nicht jede Kurzgeschichte überzeugen konnte und ich insgesamt "Our Wives under the Sea" deutlich lieber mochte, aber auch dieses Buch sehr gerne gelesen habe und auch stellenweise sehr berührend fand.
Rina
aus Mannheim
3/5
03.12.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein erstes Buch von Julia Armfield
Salzsirenen war mein erstes Buch von Julia Armfield, und ich wollte über die Kurzgeschichten schauen, wie mir ihr Stil gefällt. Grundsätzlich fand ich die Geschichten interessant.
Zwei Geschichten haben mir besonders gut gefallen:
Zum einen „Granit", eine Erzählung über eine Frau, die sehr freiheitsliebend ist und es schwer hat, jemanden dauerhaft in ihr Leben zu lassen. Und zum anderen „Cassandra danach", eine Geschichte über ein Paar, von dem eine Partnerin verstorben ist. Hier geht es darum, wie die Hinterbliebene mit Trauer, Unsicherheit und eigenen Fehlern umgeht.
Trotzdem muss ich sagen, dass viele der Geschichten bei mir kaum hängen geblieben sind. Vielleicht liegt es am Stil, aber oft hatte ich das Gefühl, sie kurz nach dem Lesen schon wieder zu vergessen. Das finde ich schade, weil die Themen und die Ideen rund ums Meer eigentlich viel Potenzial haben.
Insgesamt war Salzsirenen für mich ein durchwachsenes Buch. Es gibt interessante Ansätze und ein paar wirklich gute Geschichten, aber nur wenig, das mir wirklich länger im Gedächtnis bleibt.
Hier hatte ich das Gefühl, dass ich es besser auf Englisch hätte lesen sollen. Vielleicht mache ich das irgendwann noch.
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