Aufgeben oder bleiben? Francesco geht für eine Saison auf eine
Alm , um Kühe zu
melken und
Käse zu machen. Der 25-Jährige weiß nicht, worauf er sich einlässt: Die Bauern sind unfreundlich, die Arbeit ist hart, zum Ausruhen bleibt wenig Zeit. Francesco muss sich mit sich selbst und seinen Grenzen auseinandersetzen. Eine Geschichte über einen
Sommer in den Bergen – mit einer anderen Perspektive auf das vermeintlich romantische Leben auf der Alm. • starke Story, ungeschminkt erzählt • hilfreich für alle, die sich für einen Almsommer interessieren • leicht lesbar als Tagebuch verfasst
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Abenteuer Alm Aussteigen, ausbrechen, neu orientieren. Nach dem eintönigen Job in Meetings raus in die Natur. Mit den Händen arbeiten. All das verspricht der Sommer auf der Alm. Und auch ich versprach mir das im Sommer 2013, als ich eine Saison auf einem Biobauernhof in Norddeutschland mitarbeite und Käse machte. Die Sonne nur durchs Fenster sehen, die Hände voller Ausschlag von der Lage, aufgeweicht Fingernägel und Arme wie Blei. Der Lohn: Käse voller Aroma und Charakter. Kein Wunder also, dass mich Weiche Butter, raue Hände sofort anzog. Es ist das Tagebuch einer Almsaison, schonungslos, ehrlich, emotional und zutiefst menschlich. Der junge Autor sieht sich mit sich selbst und dem eigenen Anspruch an Perfektionismus konfrontiert. Er hat ein Versprechen gegeben und will es halten. Das glorifizierte Glück vom Leben auf der Alm ist aus der Perspektive desjenigen erzählt, der die Welt der Senner von aussen betrachten kann. Das Tagebuch ist ein kritischer Blick auf sich selbst, die eigene Fähigkeit, Entscheidung zu treffen und dringt sowohl zu den eigenen Dämonen vor als auch zur Schilderung absonderlicher Arbeitsumstände. Der Perfektionist, der sich selbst diese Aufgabe gestellt hat, droht daran zu zerbrechen, sie zu erfüllen. Emotionen sind in der harten Welt der Almwirtschaft unerwünscht. Er reflektiert über die vielfältigen Empfindungen, die guten und die unangenehmen, alles ist dabei. Im Laufe der Wochen nimmt die Dünnhäutigkeit zu, auch die schwelende Uneinigkeit im Team lässt sich nicht länger ignorieren. Am Ende muss Francesco eine Entscheidung treffen. Selbstständig. Und das gelingt ihm ganz hervorragend. Dieses kleine Büchlein vereint Erlebnisbericht, Einblicke in Machtstrukturen, das wortkarge Leben in den arbeitsreichen Bergregionen, eine identitätsstiftende Erfahrung und gibt einen tiefen Einblick in das Wesen der Menschen, die ihren Ort nie verlassen. Was tun wir, die wir gewohnt sind, Probleme mit Worten zu lösen, wenn wir damit an unsere Grenzen stossen? Weiche Butter, raue Hände ist hart, authentisch und lesenswert, warmherzig und ehrlich. Es erzählt ein wichtiges Stück Südtirol und strahlt trotzdem weit über die Grenzen hinaus. Wer die Bergsommer liebt, gerne in den Bergen wandert und begeistert für eine Brotzeit die Alm ansteuert, hat hier einen passenden Wegbegleiter. Kehrt ein auf der Alm, lehnt euch zurück und lest dieses Buch.
Abenteuer Alm
Eva am 28.10.2025
Bewertungsnummer: 2638568
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Aussteigen, ausbrechen, neu orientieren. Nach dem eintönigen Job in Meetings raus in die Natur. Mit den Händen arbeiten.
All das verspricht der Sommer auf der Alm. Und auch ich versprach mir das im Sommer 2013, als ich eine Saison auf einem Biobauernhof in Norddeutschland mitarbeite und Käse machte. Die Sonne nur durchs Fenster sehen, die Hände voller Ausschlag von der Lage, aufgeweicht Fingernägel und Arme wie Blei. Der Lohn: Käse voller Aroma und Charakter.
Kein Wunder also, dass mich Weiche Butter, raue Hände sofort anzog. Es ist das Tagebuch einer Almsaison, schonungslos, ehrlich, emotional und zutiefst menschlich.
Der junge Autor sieht sich mit sich selbst und dem eigenen Anspruch an Perfektionismus konfrontiert. Er hat ein Versprechen gegeben und will es halten. Das glorifizierte Glück vom Leben auf der Alm ist aus der Perspektive desjenigen erzählt, der die Welt der Senner von aussen betrachten kann.
Das Tagebuch ist ein kritischer Blick auf sich selbst, die eigene Fähigkeit, Entscheidung zu treffen und dringt sowohl zu den eigenen Dämonen vor als auch zur Schilderung absonderlicher Arbeitsumstände.
Der Perfektionist, der sich selbst diese Aufgabe gestellt hat, droht daran zu zerbrechen, sie zu erfüllen. Emotionen sind in der harten Welt der Almwirtschaft unerwünscht. Er reflektiert über die vielfältigen Empfindungen, die guten und die unangenehmen, alles ist dabei. Im Laufe der Wochen nimmt die Dünnhäutigkeit zu, auch die schwelende Uneinigkeit im Team lässt sich nicht länger ignorieren.
Am Ende muss Francesco eine Entscheidung treffen. Selbstständig. Und das gelingt ihm ganz hervorragend.
Dieses kleine Büchlein vereint Erlebnisbericht, Einblicke in Machtstrukturen, das wortkarge Leben in den arbeitsreichen Bergregionen, eine identitätsstiftende Erfahrung und gibt einen tiefen Einblick in das Wesen der Menschen, die ihren Ort nie verlassen. Was tun wir, die wir gewohnt sind, Probleme mit Worten zu lösen, wenn wir damit an unsere Grenzen stossen?
Weiche Butter, graue Hände ist hart, authentisch und lesenswert, warmherzig und ehrlich. Es erzählt ein wichtiges Stück Südtirol und strahlt trotzdem weit über die Grenzen hinaus.
Wer die Bergsommer liebt, gerne in den Bergen wandert und begeistert für eine Brotzeit die Alm ansteuert, hat hier einen passenden Wegbegleiter. Kehrt ein auf der Alm, lehnt euch zurück und lest dieses Buch.
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