Produktbild: Dagegen die Elefanten!

Dagegen die Elefanten! Roman

7

15,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei


Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

21.08.2025

Verlag

Kampa Verlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

18,4/11,3/2,8 cm

Gewicht

320 g

Farbe

Magenta / Weiß

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-311-15082-4

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

21.08.2025

Verlag

Kampa Verlag

Seitenzahl

272

Maße (L/B/H)

18,4/11,3/2,8 cm

Gewicht

320 g

Farbe

Magenta / Weiß

Auflage

1

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-311-15082-4

Herstelleradresse

Verlegerdienst München
Gutenbergstraße 1
82205 Gilching
DE

Email: webmaster@verlegerdienst.de

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    17.01.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herr Harald...

    Herr Harald ist der Mann in der Garderobe. Er gehört zum Theater wie der Vorhang, aber niemand kommt seinetwegen, das Rampenlicht ist für andere. Er nimmt den Menschen die Mäntel ab, die Taschen, was immer sie ihm anvertrauen, um für kurze Zeit unbeschwert zu sein, und wartet bis zum Schlussapplaus, das ist sein Einsatz. Doch eines Abends bleibt ein Mantel zurück, und in dem Mantel findet sich eine Pistole. Herr Harald trägt sie nach Hause, nur: Was will er damit tun? Er kann sich schlecht gegen alles zur Wehr setzen, was ihm an der Welt und den Mitmenschen als Zumutung erscheint. Aber vielleicht kann er ihre Aufmerksamkeit auf jemanden lenken, der wie er ein Schattendasein führt: die Frau, die für einen anderen die Noten umblättert und die er aus der Ferne verehrt. Der tragische wie komische Protagonist dieser hinreißend erzählten Geschichte ist ein Held des Alltags, ein Mann in Dienstkleidung, einer, dem es niemand dankt. Und gäbe es die Literatur nicht – und Autorinnen wie Dagmar Leupold –, wie sollten wir wissen, was für ein Reichtum an Gedanken und Gefühlen, wie viel waches Leben und wehe Sehnsucht sich dahinter verbirgt. (Klappentext) Herr Harald ist vieles - aber sicherlich nicht extrovertiert. Er lebt ein einsames, ruhiges, unaufgeregtes Leben in geregelten Bahnen, auf die er viel Wert legt. Strukturiert wie er ist, hat jeder Tag der Woche seinen festen Ablauf, zweimal im Jahr wird der Backofen gereinigt, ob er nun benutzt wurde oder nicht, und die Wege, die er geht, sind zuverlässig immer dieselben. Auch seine Arbeit am Theater oder an der Oper führt er mit der stets gleichen diensteifrigen Akribie aus: er nimmt dem Publikum die Mäntel und Taschen ab und wacht darüber, bis die Besitzer:innen ihr Eigentum wieder in Empfang nehmen. Weder mit seinen Nachbar:innen noch mit seinen Kolleg:innen hat er sonderlich viel zu tun, Herr Harald bemüht sich um keine Kontakte, beobachtet lieber und hängt seinen Gedanken nach. Er ist der letzte, der sich deswegen leid tut, aber beim Lesen kann man doch zuweilen so etwas wie wohlwollendes Mitleid empfinden angesichts der sozialen Hilflosigkeit dieses Herrn Harald.   “Überhaupt hat er schöne Antworten auf nicht gestellte Fragen parat, schlanke Gedanken. Schlank, denn sie haben eine gute Figur. (…) Aussprechen lassen sich solche Gedanken jedoch nicht, sie würden bei Luftkontakt zerstäuben, so flaumig sind sie.”   Doch Herr Harald mag nicht nur Tierdokumentationen im TV, er führt auch Buch. Ein winzig kleines Notizbuch, das er stets zusammen mit einem Bleistift bei sich führt, um Gedankenblitze, Satzfragmente und Wörter des Monats festzuhalten, bevor sie im Gedankenbrei wieder unterzugehen drohen. Neuerdings schwärmt er auch - wenngleich unbeholfen - für eine junge Frau, die ebenso wie er außerhalb des Rampenlichts steht. Sie sitzt an Musikabenden stets hinter dem Klavierspieler und hat die Aufgabe, die Noten taktgerecht umzublättern. Für Herrn Harald wirkt sie ebenso unscheinbar wie er selbst, und er beginnt sich Gedanken darüber zu machen, welchen Namen sie haben könnte und worüber sie beide sprechen könnten, wenn er denn den Mut dazu aufbringen würde.   “Herr Harald lässt seinen Blick über die Mäntel, Schirme, Rucksäcke, Aktentaschen und Einkaufstüten schweifen, deren vorübergehender Hüter er ist. Inventur. Am Geruch erkennt er den Unterschied zwischen Reichtum und Behauptung. Er könnte es beschreiben - aber wem und wozu?”   Eine zugelaufene Katze und ein zurückgelassener Mantel in seiner Garderobe drohen schließlich das innere Gleichgewicht des Herrn Harald in Schieflage zu bringen. Erstmals empfindet er so etwas wie Verantwortung und Zuneigung einem anderen Lebewesen gegenüber, ohne dieses dabei gleich vereinnahmen zu wollen. Überhaupt ist ein respektvoller Umgang - selbst in Gedanken - mit allem und jedem ein weiterer Wesenszug des Herrn Harald. Und die Schreckschusspistole, die er in der Manteltasche des vergessenen Kleidungsstücks fand, beschäftigt seine Gedanken immens. Und schließlich fasst er einen Plan…   “Er kauft sich nichts, stellt sich aber ein Getränk vor: Brause, Waldmeistergeschmack, ein ganzer junger Wald darin, sprudelnd vor Frühling. Schauer im Gaumen. Brausegaumenschauer.”   Einen leisen, langsamen Roman präsentiert Dagmar Leupold hier, das Geschehen ausschließlich in der Gedankenwelt des Herrn Harald verortet, ohne Dramatik oder Spannungsbogen oder große Wendungen, dafür mit viel Hingabe zu den Details. Ein Jahr lang begleitet der/die Lesende diesen zurückgzogen lebenden Mann - und weiß ihn mit jeder weiteren Seite mehr zu schätzen. Die Liebe zur Sprache vereint den Hauptcharakter und die Autorin und macht das Besondere dieses Romans aus. Eine fein geschliffene, elaborierte Sprache, die zuweilen leichtfüßig vor sich hin spielt und dabei einfach nur Spaß macht Durch die Zeilen hindurch ein herrliches Spiel mit Sprache, manchmal staunenswert, dann wieder zum Lachen. Der leise Wortwitz und eine sehnsuchtsvolle Melancholie halten sich hier sorgfältig die Waage ohne jemals in Kitsch, Wehleidiges oder Klamauk zu verfallen, was hier ein Leichtes gewesen wäre. Ein Roman, der mich in seiner Unaufgeregtheit gefangen nehmen konnte, den ich für seine Liebe zur Sprache mochte und dem ich gewünscht hätte, dass er nicht nur auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2022 gelandet wäre. Für mich in jedem Fall ein Highlight!   © Parden

  • Aischa

    aus Kissing

    5/5

    19.12.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Innenansichten eines Außenseiters

    Eine kleine Warnung zu Beginn: Actionfans werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. An klassischer Handlung passiert in dieser Geschichte wenig, etwa die Hälfte des Romans ist erzählt, bis das ansonsten recht ereignislose Leben des Garderobiers "Herrn Harald" aus den Fugen zu geraten droht, als er eine Schreckschusspistole in einem nicht abgeholten Mantel findet. Doch auch dieser Einschnitt wirbelt in erster Linie die Gedanken des Protagonisten durcheinander; am Ablauf seines recht geordneten Alltags ändert sich wenig. Überhaupt ist Herr Harald sehr geordnet und strukturiert. Der Ofen wird zwei Mal im Jahr gereinigt, ob er benutzt wurde oder nicht. Und seine Selbstkontrolle geht so weit, dass er sich sogar mental korrigiert, wenn er findet, dass er etwas Übertriebenes gedacht hat. Überhaupt spielen in diesem Roman Gedanken und Sprache eine zentrale Rolle. Die Introvertiertheit und mangelnde Sozialkontakte der Hauptfigur bringt ein Satz auf den Punkt: "Überhaupt hat er schöne Antworten auf nicht gestellte Fragen parat." Leupold lässt die Leser*innen förmlich ins Innerste ihres Protagonisten kriechen. Nicht nur was, sondern wie er denkt nimmt viel Raum ein. Dabei ist jeder Seite die immense Liebe der Autorin zur Sprache anzumerken, etwa hier: "Durch das Küchenfenster dringt schlechtgelauntes Licht, das bereits anderswo im Einsatz war und nur noch spärlich auftritt." Harald hat einen Hang zum Pedantischen, er nennt sein Wohnzimmer lieber Arbeitszimmer, denn "schließlich wohnt man in allen Zimmern". Auch an der Formulierung "Olympische Spiele" stört er sich, er verwendet "Olympische Wettkämpfe", da es in seinen Augen keine Spiele sind. Trotz derartiger Erbsenzählereien entwickelt man unweigerlich Sympathien für den älteren Junggesellen, spätestens als er sich in eine Notenumblätterin verliebt und diese unbeholfen anschmachtet. Und kurze, oft nur angedeutete Rückblicke geben eine Ahnung der schweren Vergangenheit des "Harald-Kindes". Es ist ein zarter, leiser Roman voller kluger Sprachbetrachtungen, der aufzeigt, welche Persönlichkeit hinter einem unauffälligen Menschen stecken kann. Sehr lesenswert!

  • kingofmusic

    aus Bielefeld

    5/5

    25.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Der Garderobier der Worte

    Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2022 stand u. a. „Dagegen die Elefanten“ von Dagmar Leupold; erschienen 2022 bei Jung und Jung. Darin lernen die Leserinnen und Leser Herrn Harald kennen. Herr Harald ist ein Garderobier in der Oper, Balkon links und bei Bedarf in der Philharmonie, der dem Publikum gewissenhaft die Mäntel abnimmt, den Kindern zu Weihnachten Schokoladennikoläuse schenkt und sich seine Zeit zwischen Anfang und Ende der Vorstellungen mit einem Italienisch-Sprachbuch vertreibt. Außerdem notiert Herr Harald in einem Notizbuch immer die „Wörter des Monats“ und gibt sich ganz eigenen Gedanken dazu hin. Überhaupt regieren und bestimmen die Gedanken den Roman. Dabei geht es auch mal kreuz und quer und hin und her von einem Thema zum nächsten und zurück. Wenn man am Ende der Lektüre den kauzigen Protagonisten durch ein Jahr in seinem Leben begleitet hat, in dem vieles gleich und doch manches anders läuft als Herr Harald es gewohnt ist, ist man gewillt, ihn zu adoptieren – er ist im Kern ein herzensguter Mensch, den man einfach gernhaben muss *g*. Dagmar Leupold versteht es meisterhaft, ihrem auf den Protagonisten zugeschnittenen Roman die passenden Worte zu verleihen; kein Wort zu viel oder zu wenig hat sich seinen Weg aufs Papier gesucht. Feinfühlig, warm – eine wahre Wohltat in diesen (menschlich) kalten Zeiten. Mehr Worte bleiben mir ehrlich gesagt nicht – lest diese literarische und sprachliche Wohltat einfach selbst. Klare Leseempfehlung und natürlich 5*. ©kingofmusic

  • Bewertung

    5/5

    24.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Held des Alltags

    Er heißt nur Herr Harald und er arbeitet im Theater. an der Garderobe. Was uns eintönig erscheint ist für Herrn Harald Spaß. denn er beobachtet alles sehr genau. Es passiert sehr viel in diesem unscheinbaren Roman, der zurecht für den deutschen Buchpreis nominiert wurde. Ein Buch das uns berührt, uns diesen einfachen Mann näher bringt, der unspektakulär lebt, aber ein Rad in der grossen Welt ist. Eines Tages bleibt ein Mantel hängen. Darin eine Pistole. Was nun? Wie damit umgehen? Für Herrn Harald eine wichtige Frage, die wir nur beantworten können, wenn wir uns auf das Buch einlassen. Es lohnt sich. Dagmar Leupold ist ein großartiger Roman gelungen. Auch wenn es nicht zum Finale reichte: Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung.

  • yellowdog

    4/5

    15.09.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Herr Harald Dagegen die…

    Herr Harald Dagegen die Elefanten ist ein Roman mit einem Porträt eines Mannes: Herr Harald Er ist nicht mehr ganz jung, arbeitet in der Garderobe einer Oper und ruht ziemlich in sich. Er ist ein Beobachter. Er braucht für sich aber auch klare Strukturen und Regeln. Im Buch werden die Monate als Kapitel gefüllt und so zeigt die Schriftstellerin Dagmar Leupold ein Jahr im Leben des Herrn Harald. Das macht sie geschickt und findet einen entsprechenden Ausdruck. Hinzu kommen gute Beschreibungen der Umgebung, die auch Herr Harald so genau betrachtet. Es ist erstaunlich, wie packend dass eigentlich so unspektakuläre Buch ist. Das beim Verlag Jung und Jung erschienene Buch könnte ein Kandidat für die Short List des deutschen Buchpreises 2022 sein.

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