Jokkmokk am Polarkreis. Ein einsamer Landstrich im hohen Norden. Die Zweige der Kiefern biegen sich unter den Schneemassen, auf dem zugefrorenen See finden Husky-Rennen statt. Man sollte meinen, bei Temperaturen bis zu minus fünfundzwanzig Grad gehen nur die aus dem Haus, die unbedingt müssen. Aber die Einheimischen bereiten vorfreudig wie jedes Jahr den samischen Wintermarkt vor. Bis ein junger Mann aus ihren Reihen ermordet wird, grausam geschlachtet wie ein Rentier. Linda Lundin aus dem südschwedischen Lund hat gerade erst den Job als Hauptkommissarin von Jokkmokk angetreten und nimmt gemeinsam mit ihren neuen Kolleg*innen Bengt Karlsson und Margareta Mattsson die Ermittlungen auf. Wer hat den neunzehnjährigen Lucas getötet, der bei allen so beliebt war? War der tragische Tod seines besten Freundes Emil, der im Dezember im See ertrank, gar kein Unfall? Muss das Dorf mit weiteren Morden rechnen?
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Scandi Crime at its best!
Recensio aus Datteln am 23.10.2025
Bewertungsnummer: 2633869
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Im tief verschneiten Jokkmokk, einem scheinbar friedlichen Dorf im Herzen Lapplands, wird das Idyll jäh zerrissen. An seinem neunzehnten Geburtstag wird Lucas brutal ermordet – aufgeschlitzt wie ein Rentier. Ein grausames Ritual? Ein Zeichen? Bald geht die Angst um, denn schon Monate zuvor war Emil – ebenfalls an seinem Geburtstag – auf rätselhafte Weise ertrunken. Zufall? Wohl kaum. Irgendetwas Düsteres geht hier um, etwas, das tief unter der glitzernden Schneedecke schlummert.
Die Geschichte entfaltet sich aus verschiedenen Blickwinkeln und webt ein dichtes Netz aus Geheimnissen, Erinnerungen und Verdächtigungen. Im Zentrum steht Kommissarin Linda Lundin, die mit Entschlossenheit und einem feinen Gespür für Zwischentöne versucht, die Schatten von Jokkmokk zu durchdringen. Ich habe Linda sofort ins Herz geschlossen – sie ist bodenständig, mutig und doch verletzlich, eine Frau, die sich nicht scheut, gegen Widerstände anzukämpfen. Auch die Nebenfiguren wirken greifbar und echt – Menschen aus Fleisch, Blut und Schnee.
Der Schreibstil von Baier ist packend und atmosphärisch – jede Zeile atmet Kälte, Wind und das knirschende Schweigen der nordischen Wälder. Besonders faszinierend fand ich, wie viel Einblick die Autorin in die Kultur und Traditionen der Samen (ein indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens) gibt. Das verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe und einen ganz eigenen Klang.
Mit meisterhaftem Gespür für Tempo und Spannung lässt Baier das vermeintliche Idyll Stück für Stück zerfallen. Geheimnisse kommen ans Licht, alte Wunden reißen auf, und je näher man der Wahrheit kommt, desto finsterer wird der Himmel über Jokkmokk. Der Showdown überrascht mit einer Wendung, die man nicht kommen sieht – und selbst im Epilog wartet noch ein letzter, eiskalter Schauer.
Fazit: Ein fesselnder, nordischer Krimi voller Atmosphäre, Kultur und unerwarteter Abgründe – einmal angefangen, lässt er einen nicht mehr los. Scandi Crime at its best!
Linda Lundin's 1. Fall im winterlich-frostigen Lappland
Sagota aus Saarbrücken am 08.03.2026
Bewertungsnummer: 3070240
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich die Autorin bereits aus dem belletristischen Bereich kannte und sie wegen ihrer authentischen, atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen Lapplands sehr schätze ("Helle Tage, helle Nächte"). Daher war ich auf diesen Kriminalroman und den 1. Fall für Linda Lundin mehr als gespannt! Erschienen ist der Kriminalroman im Oktopus Verlag, Zürich (tb, 317 S., 2025).
Worum geht's?
"Jokkmokk am Polarkreis. Ein einsamer Landstrich. Die Zweige der Kiefern biegen sich unter den Schneemassen, auf dem zugefrorenen See finden Husky-Rennen statt. Man sollte meinen, bei Temperaturen bis zu Minus 25 Grad gehen nur die aus dem Haus, die unbedingt müssen. Aber die Einheimischen bereiten wie jedes Jahr vorfreudig den samischen Wintermarkt vor. Bis ein junger Mann aus ihren Reihen ermordet wird. Linda Lundin aus dem südschwedischen Lund tritt gerade erst ihren Job als Kriminalkommissarin des größeren Ortes Gällivare an, als sie für die Ermittlungen nach Jokkmokk berufen wird. Wer hat den 19jährigen Lucas getötet, der bei allen so beliebt war? War der tragische Tod seines besten Freundes Emil, der im Dezember im See ertrank, gar kein Unfall? Muss das Dorf mit weiteren Morden rechnen?"
(Quelle: Buchrückentext des Oktopus-Verlags)
Meine Meinung:
Ein spannender Kriminalfall entrollt sich vor den Augen des Lesers in Jokkmokk, einem sonst eher ruhigen Ort mit leichten Delikten. Es ist die Zeit des Wintermarktes und die Bewohner bereiten wie jedes Jahr das traditionelle samische Fest vor, als ein Mord geschieht: In einem früheren Café auf dem Berg wird Lucas gefunden, ein 19jähriger Abiturient, der bei allen beliebt war. Ein Schock für Per-Ante, den Enkelsohn der alten Satu, die fortan besorgt ist um die Sicherheit ihres Enkels. Als Julla, eine Journalistin, die einen Bericht über die Medizin der Samen schreiben möchte, in Jokkmokk eintrifft, kann sie sich bei Satu einquartieren und nimmt teil an den nun einsetzenden spannenden Ermittlungen. Linda, noch nicht lange im Polizeidienst und zur Kriminalkommissarin aufgestiegen, wird kurzerhand nach Jokkmokk zur Ermittlung berufen und lernt vor Ort, dass die Polizei dünn gesät ist - und zudem das Büro völlig ausgekühlt ist, da die Heizung ausfiel. Zur Seite steht ihr Bengt Karlsson (der sich neben Linda, die ebenfalls sehr sympathisch ist, zu meiner Lieblingsfigur entwickelt) und zwei weitere Hilfspolizisten. Doch der Fall ist vertrackt: Emil, Per-Ante und Lucas waren Freunde. Emil hatte einen Scooter-Unfall und ertrank auf tragische Weise im See. War es ein Unfall oder Mord? Was sind die Hintergründe, die dazu führten, dass Lucas wenig später erstochen aufgefunden wird; mit einem Messer, das eine - wenn auch in diesem Falle ungeschickte - samische Hand gefertigt hat? Ist der Besitzer der Mordwaffe, die von der Spurensuche gefunden wird, auch gleichzeitig der Mörder von Lucas? Und was hat es mit den vielen Kronen auf Lucas Konten auf sich: Woher hatte ein 19jähriger Abiturient so viel Geld auf der Bank?
All' diese Fragen stellen sich Linda und es macht Spaß und ist sehr interessant, auf welche Schlussfolgerungen sie und ihr Kollege Bengt kommen. Die Krimihandlung ist sehr spannend, durchwebt mit interessanten Charakter und stimmig: Sie ist aber auch weit mehr als "bloß" ein guter Krimi! Das Buch begeisterte mich wiederum mit vielen Fakten, die ich über die Samen nicht wusste (etwa, dass sie eigentlich 8 Jahreszeiten haben, die sich an den Rentieren orientieren). Auch ist es kulturell ein Gewinn, Hiltrud Baier, die selbst über zwei Jahrzehnte in Lappland zu Hause ist, vieles Interessante über die Kultur der Samen, hier z.B. des Winterfestes in Jokkmokk, zu lesen. So besucht man ein Eishotel, nimmt an einem Hundeschlitten-Rennen teil und ist immer wieder begeistert von den faszinierenden, wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, die 'ganz nebenbei' in den Kriminalroman mit einfließen. Zum Ende wird es - wie meist in guten Krimis - besonders spannend und es gibt überraschende Wendungen, die so nicht vorhersehbar waren. Mir hat "Tod unter Nordlichtern" sehr gut gefallen und mir die nordische samische Kultur überdies näherbringen können.
Fazit:
Für den spannenden, unterhaltsamen und sehr atmosphärischen Kriminalroman, der auch kulturell eine Bereicherung darstellt (das Volk der Samen) vergebe ich die volle Punktezahl und 100° auf der Krimi-Couch sowie eine absolute Empfehlung. Ich freue mich bereits auf weitere Fälle von Linda Lundin im Hohen Norden!
Meinung aus der Buchhandlung
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Mord im winterlichen Lappland. Man bekommt viel über die Sitten und Gebräuche der Samen mit, die Landschaft, die Faszination der Polarlichter - alles eingebettet in die Mordermittlungen der Polizei. Klasse !
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Am Polarkreis geschieht ein grausamer Mord. Die Betroffenheit ist groß bei den Anwohnern. So ein Fall ist auch für die Polizei eine Herausforderung und die Ermittlungen sind in der kargen Region schwierig. Ein atmosphärisch dichter Krimi - Klasse.
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